Filmkritik: „Schnitzel Geht Immer“ (2017)

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Regie: Wolfgang Murnberger
Mit: Armin Rohde, Ludger Pistor, Therese Hämer u.a.
Land: Deutschland
Laufzeit: ca. 90 Minuten
FSK: ab 6 freigegeben
Genre: Komödie
Tags: Arbeitslos | Alltag | Gameshow | Gewinn | Spende

Vielleicht nicht immer, aber immer öfter.

Kurzinhalt: Irgendwann muss jeder einmal Glück haben. Das gilt sicher auch für die beiden langjährigen Freunde Günther Kuballa (Armin Rohde) und Wolfgang Krettek (Ludger Pistor), die schon seit längerer Zeit arbeitslos sind. Nach einem weiteren obligatorischen Besuch beim hiesigen Jobcenter jedoch geschieht es: gerade als die beiden ihrer Arbeitsberaterin einen Streich spielen, kommt diese herbeigeeilt – und wird dabei fast von einem nahenden Fahrzeug erfasst. Das kann Wolfgang gerade noch abwenden, schiebt die Rettung aber seinem Kumpel Günther zu – der daraufhin als Held gefeiert wird. Doch nicht nur das. Die Dame vom Arbeitsamt will den beiden Schwerenötern nun doch helfen, wenn auch nur ein wenig – und verrät ihnen höchst geheime Details zu einer kommenden Quizsendung. So gewappnet wollen die beiden wenigstens ein paar Tausend Euro erspielen, um sich wieder selbstständig machen zu können. Doch es kommt alles ganz anders als erwartet, oder eher anders als geplant

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Kritik: Weniger ist manchmal mehr – und das gilt nicht nur für den Plan der beiden Hauptprotagonisten von und in SCHNITZEL GEHT IMMER. So hält sich der mittlerweile dritte Film der sogenannten SCHNITZEL-Trilogie von Wolfgang Murnberger eher zurück – und präsentiert eine nicht sonderlich spektakuläre, dafür aber recht unterhaltsame und kurzweilige Geschichte zweier befreundeter Arbeitsloser. Dabei ist gewiss kein Vorwissen aus den beiden Vorgängern EIN SCHNITZEL FÜR DREI und EIN SCHNITZEL FÜR ALLE notwendig – man kommt auch so in den Genuss des sowohl von einer angenehmen Situationskomik als auch einer gewissen Tragik gekennzeichneten Porträts der beiden kauzigen Hauptfiguren.

Dass der Film gerade diesbezüglich hervorragend funktioniert, liegt vor allem an den rundum sympathischen Auftritten von Armin Rhode und Ludger Pistor – zwischen denen die Chemie einfach stimmt. Und die sich sicher auch selbst in ihren Rollen wiederfinden – und sei es nur teilweise. Dass kommt dem ohnehin schon vorhandenen Realitätsbezug und der Aktualität des Films nur zugute: allzu übertrieben, wild oder platt gerät SCHNITZEL GEHT IMMER zu keinem Zeitpunkt. Stattdessen gibt es immer wieder amüsante Seitenhiebe auf das Leben und Erleben aus der Sicht von Menschen ohne Beschäftigung, die sich dennoch nicht den Spaß am Leben verbieten lassen wollen – und die trotz ihrer eigenen Misere durchaus bereit sind, anderen aus der Patsche zu helfen.

Werte wie Freundschaft und Treue werden in SCHNITZEL GEHT IMMER demnach großgeschrieben – wobei sich die einstweilen anberaumte Herzlichkeit stellenweise auch auf den Zuschauer zu übertragen vermag. Das gilt insbesondere für das eingeschobene Porträt einer alleinerziehenden Mutter, die ihrem Fußball-spielenden Sohn gerne mehr Wünsche erfüllen würde – dazu finanziell aber einfach nicht in der Lage ist. Eine solide Kamera-Arbeit und greifbare Schauplätze, die so gesehen aus der Nachbarschaft stammen; runden das Ganze ab. Schlussendlich: SCHNITZEL GEHT IMMER bietet einige vergleichsweise unkomplizierte, dabei aber nicht gänzlich substanzlose Minuten Unterhaltung zwischen Spaß und Tragik – und wirkt dabei in jeder Hinsicht ausbalanciert.


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„Leichte, aber nicht unsympathische Kost für Zwischendurch – hier kann man nicht viel falsch machen.“

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Statt eines Trailers gibt es an dieser Stelle den Link zur ARD-Mediathek, in der der Film bis zum 17.02.2017 kostenlos anschaubar ist.

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