Metal-CD-Review: DREAMTALE – Seventhian …Memories Of Time (2016)

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Alben-Titel: Seventhian …Memories Of Time
Künstler / Band: Dreamtale (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 09. Dezember 2016
Land: Finnland
Stil / Genre: Melodic Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Akseli Kaasalainen – Keyboards
Seppo Kolehmainen – Guitars
Erkki Seppänen – Vocals
Heikki Ahonen – Bass
Janne Juutinen – Drums
Rami Keränen – Guitars, Vocals

Track-Liste:

1. Dreality (03:28)
2. For Our Future (04:05)
3. October Is Mine (04:07)
4. Picnic Inferno (04:18)
5. Cabal Toyboy (04:41)
6. True Life (04:19)
7. Reality Reborn (04:29)
8. Fusion Illusion (04:44)
9. Names on the Wall (04:30)
10. Greenback Hunter (03:44)
11. Moral Messiah (04:14)
12. Embrace My Scars (05:12)

Der siebte Sohn eines siebten Sohnes… ?

Was, ja was hat eine Power Metal-Band wie DREAMTALE selbst internationalen Konkurrenzbands wie etwa STRATOVARIUS, FREEDOM CALL, HAMMERFALL, SONATA ARCTICA oder HELLOWEEN voraus ? Sicher nicht unbedingt einen größeren Erfahrungsfundus, schließlich existiert die Band erst seit 1999. Dennoch beweisen die Finnen seit jeher ein beachtliches Maß an Kontinuität, und darüber hinaus eine seit dem großartigen Debütalbum BEYOND REALITY (Review) auf einem hohen Niveau eingependelte Qualität. So kann man keines der bisherigen 6 Alben als eher ungünstiges Experiment oder gar als unnötigen Totalausfall werten – was gerade in Anbetracht der nicht  unerheblichen Lineup-Wechsel ein zusätzliches Statement ist.

Gerade noch im ohnehin spannenden Power Metal-Jahr 2016 erreicht die geneigte Hörerschaft nun SEVENTHIAN, das mittlerweile siebte Studioalbum der Band – immerhin mit einem fast deckungsgleichen Lineup wie das zum Vorgänger WORLD CHANGED FOREVER (Review), nur Drummer Janne Juutinen (MASTERSTROKE) ist neu an Bord. Das weitere Überraschungen ausbleiben, ist im Falle von DREAMTALE und in Anbetracht der bereits angesprochenen Kontinuität indes kein Negativkriterium. Oder anders gesagt: Dreamtale schaffen mit ihrem siebten Streich genau das, was man von ihnen erwartet hätte – und enttäuschen dabei vor allem nicht ihre langjährigen Fans.

Etwaige Neueinsteiger werden sich dagegen vermutlich erst an den durchaus speziellen, enorm melodischen und Keyboard-lastigen Sound inklusive einiger schon früh etablierter Alleinstellungsmerkmale wie etwa dem seit dem hervorragenden OCEAN’S HEART (Review) genutzten Chor-Elementen gewöhnen müssen. Doch wer seinen Power Metal generell etwas luftiger und eingängiger mag, und überdies auch den weiter oben genannten Vergleichsbands nicht abgeneigt ist; der sollte DREAMTALE in jedem Falle eine Chance geben. Uneingeschränkt gilt das zumindest für die gesamte bisherige Diskografie der Finnen, die nicht nur auf diesem Blog mit einem der höchsten Wertungs-Durchschnitte überhaupt auftrumpfen kann.

Umso spannender ist es daher natürlich herauszufinden, wie sich SEVENTHIAN diesbezüglich schlägt – das eigentlich als Doppelalbum konzipiert wurde. In der Tat finden sich auf der zweiten CD MEMORIES OF TIME einige bereits bekannte, ältere DREAMTALE-Nummern – die allerdings noch einmal komplett neu eingespielt wurden. Hierbei handelt es sich – wobei DREAMTALE wieder einmal die Ausnahme bilden – um eine ganz und gar vorzügliche Entscheidung; und das aus zwei Gründen. Zum einen, da ein separates Release schnell nach hinten hätte losgehen können – und zum anderen, da DREAMTALE ihre alten Nummern in sinniger Weise neu interpretieren. Mit einer überraschend erschreckenden 15-Jahre-Jubiläumsedition von SONATA ARCTICA’s ECLIPTICA (Review) hat das ganze also weniger am Hut – DREAMTALE erhalten den ursprünglichen Glanz ihrer Hits, fügen ihnen aber auch speziell für Fans interessante neue Aspekte hinzu.

Das ist schon einmal nicht schlecht – doch sicherlich gilt das eigentliche Augenmerk SEVENTHIAN und den 12 neuen Titeln. Neben der bereits erwähnten Feststellung, dass sich DREAMTALE rein Sound-technisch absolut treu bleiben und ihre Diskografie nicht unbedingt spannend aber doch qualitativ weiterführen; ist hier allerdings noch etwas festzustellen. Und das ist etwas nicht ganz so erfreuliches, wenngleich die Kritik auf einem vergleichsweise hohen Niveau stattfindet. Doch: der recht poppige Einschlag im Opener DREALITY, der fehlende Druck in einer dezent symphonisch angehauchten Nummer wie FOR OUR FUTURE oder das für DREAMTALE-Verhältnisse doch etwas ungewöhnlich aufgemachte PICNIC INFERNO hinterlassen einen leicht faden Beigeschmack. Oder zumindest den Wunsch nach mehr – der erst in den klaren Alben-Highlights a’la CABAL TOYBOY, dem ruhigen aber intensiven TRUE LIFE oder dem furiosen FUSION ILLUSION gestillt wird.

Gegen Ende wirkt das Album ohnehin etwas runder: NAMES ON THE WALL, GREENBACK HUNTER oder MORAL MESSIAH sind hier drei der typisch starken DREAMTALE-Titel, die man sofort unter Hunderten anderen wiedererkennen würden. Etwas schade, aber in Bezug auf das Album im gesamten dennoch einen positiven Ausschlag gebend ist dann der Rausschmeißer EMBRACE MY SCARS als eine der vielleicht besten Nummern, die DREAMTALE je geschrieben und aufgenommen haben. Schlussendlich bleibt so – und das erstmals – ein leicht gemischtes Gefühl zurück. Anders gesagt: SEVENTHIAN ist weit davon entfernt, das beste bisherige DREAMTALE-Album zu sein – doch im Vergleich mit anderen Bands haben die Finnen noch immer klar die Nase vorn.

Absolute Anspieltipps: CABAL TOYBOY, TRUE LIFE, FUSION ILLUSION, EMBRACE MY SCARS


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„Ein typisches und somit in vielerlei Hinsicht hörenswertes DREAMTALE-Album.“

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