Filmkritik: „Arrival“ (2016)

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Originaltitel: Arrival
Regie: Denis Villeneuve
Mit: Amy Adams, Jeremy Renner, Forest Whitaker u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 116 Minuten
FSK: ab 12 freigegeben
Genre: Science Fiction
Tags: Zukunft | Aliens | Außerirdische | Kontaktaufnahme

Wenn die Antworten (nicht) auf der Hand liegen.

Kurzinhalt: Als die Erde Besuch von insgesamt zwölf außerirdischen Raumschiffen in riesiger Gesteinsform bekommt, ist das Chaos und eine groß angelegte Panik vorprogrammiert. Doch es scheint, als würden die Besucher nicht in feindlicher Absicht kommen. Immerhin verhalten sie sich ruhig, und versuchen mit den Menschen zu kommunizieren – weshalb die Regierung Colonel Weber (Forest Whitaker) beauftragt, die erfahrene Linguistin Louise Banks (Amy Adams) sowie den Physiker Ian Donnelly (Jeremy Renner) ins Boot zu holen. Beide machen sich daraufhin mit höchst unterschiedlichen Erwartungen auf nach Montana – und landen in einem Camp, welches ganz in der Nähe des Landungsplatzes eines der schwebenden Schiffe liegt. Die ersten Kontaktversuche erweisen sich jedoch als schwierig. Hinzu kommt, dass die Regierungen anderer Länder ähnliche Projekte führen – sich aber offenbar schon für eine handfeste Auseinandersetzung rüsten. Dabei scheint sich nur Louise für die fremdartigen Wesen sensibilisieren zu können. Langsam aber sicher entwickelt sie ein Verständnis für die fremdartigen Kreaturen und ihre wahren Absichten…

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Kritik: Einer der überraschenderen Neuveröffentlichungen des Kinojahres 2016 horcht auf den Namen ARRIVAL. Das Science Fiction-Epos von Denis Villeneuve, der sich für sein Werk auf eine Kurzgeschichte des US-Amerikanischen Genre-Autors Ted Chiang gestützt hat; ist schließlich kein pompös angelegtes Effektspektakel – sondern ein eher ruhiges, atmosphärisches und in seinen besten Momenten dezent an INTERSTELLAR (zur Filmkritik) oder gar an 2001 – A SPACE ODSYSEE (zur Filmkritik) erinnerndes Werk. Und damit auch eines, welches einen vergleichsweise starken Fokus auf seine inhaltliche und stilistische Komponente legt – und nicht bei jedem Zuschauer gleichermaßen gut ankommen wird.

Tatsächlich dauert es auch einige Zeit, bis der Film vollständig an Fahrt aufnimmt. Zunächst gibt man sich eben doch eher formelhaft – und beweist mit der eindeutigen Fehlbesetzung von Forest Whitaker als Colonel Weber, sowie dem wenig aussagekräftigen Auftritt von Jeremy Renner als Ian Donelly überraschend wenig Fingerspitzengefühl. Und auch in Bezug auf den Soundtrack respektive die Soundkulisse des Films gibt es dezent störende Faktoren – an einigen Stellen legt es ARRIVAL einfach zu sehr darauf an, mit lauten akustischen Mitteln um Aufmerksamkeit zu buhlen. Das wirkt nicht selten arg prätentiös, was in einem deutlichen Gegensatz zu den allgemein eher zurückhaltenden optischen Aspekten steht. Anders gesagt: ARRIVAL sieht schlicht atemberaubend gut aus – und das auch ohne allzu dick aufzutragen.

Richtig stimmig wird das Bild aber erst, wenn ARRIVAL auch inhaltlich anzieht. Das geschieht vornehmlich im letzten Drittel, in dem die gesamte vorangegangene Handlung gehörig auf den Kopf gestellt wird – und der Zuschauer erstmals explizit dazu angehalten wird, mitzudenken. Im Mittelpunkt steht hierbei die Themen Kultur und Kommunikation, allerdings in einem etwas größeren Ausmaß als sonst üblich – sodass neben der sogenannten Sapir-Whorf-Hypothese (Wikipedia-Link) auch die Zeit als vierte und in diesem Fall nur vermeintlich unkontrollierbare Dimension eine Rolle spielen wird. Etwas schade bleibt, dass derlei Ambitionen vergleichsweise spät kommen, der Zuschauer nach einigen Durststrecken plötzlich überrumpelt wird – und der Film so insgesamt weniger rund wirkt als es eigentlich möglich gewesen wäre. Das gilt ansatzweise auch für das dezent halbgare Finale, bei dem man das Gefühl hatals bliebe der ein oder andere Aspekt auf der Strecke.

Immerhin: gerade Amy Adams überzeugt als eigentliche Hauptdarstellerin in der Rolle von Dr. Louise Banks – mit dem kleinen aber in Form einer etwas eingeschränkten emotionalen Bandbreite – und die intelligenten Denkanstöße vermögen es, den Zuschauer auch über die Laufzeit des Films hinaus zu beschäftigen. Ein zeitloser Paukenschlag der Science Fiction mag ARRIVAL zwar nicht geworden sein – doch um einen der angenehmeren Genre-Vertreter der letzten Jahre handelt es sich allemal.


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„Vergleichsweise substanzielle und hervorragend gefilmte Science Fiction speziell für Genre-Fans.“

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