Metal-CD-Review: GAMMA RAY – Empire Of The Undead (2014)

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Alben-Titel: Empire Of The Undead
Künstler / Band: Gamma Ray (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 28. März 2014
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: earMUSIC

Alben-Lineup:

Kai Hansen – Guitars, Vocals
Dirk Schlächter – Bass
Henjo Richter – Guitars
Michael Ehré – Drums

Track-Liste:

1. Avalon (09:21)
2. Hellbent (05:22)
3. Pale Rider (04:23)
4. Born to Fly (04:31)
5. Master of Confusion (04:54)
6. Empire of the Undead (04:25)
7. Time for Deliverance (05:10)
8. Demonseed (06:38)
9. Seven (05:07)
10. I Will Return (06:55)

Hellbend For Leather… And Metal.

Sich mit der Diskografie von einer Band wie GAMMA RAY zu befassen, ist eine spannende Angelegenheit – und das nicht nur, da die Hamburger Combo schon seit unzähligen Jahren als absolute Kult- und Vorreiterband in Bezug auf das Genre des Power Metal gilt. Und das sicher zu Recht (Reviews zu allen Studioalben findet man über die hier verlinkte Tag-Suche), wobei man bestenfalls ein kleines aber einstreuen könnte. Das bezieht sich indes nicht auf das insgesamt großartige und wichtige Schaffen der Band, sondern vielmehr auf einzelne Momente in der illustren Diskografie. Dabei hat es insbesondere die letztaktuellen Werke LAND OF THE FREE II oder TO THE METAL erwischt, die zwar allemal als solide bezeichnet; aber eben auch nicht zu den besten Outputs der Band gezählt werden können. Aber was soll man auch machen, wenn man immer wieder an seinen eigentlichen Erfolgsalben gemessen wird, die nun schon einige Jahre zurückliegen ? Im Falle von GAMMA RAY könnte man sagen, dass sie entweder etwas völlig neues versuchen müssten – oder aber doch noch einmal den Versuch starten könnten, an die Blütezeit von 1995 bis 2001 (oder eventuell auch 2005) anzuknüpfen.

Doch wer würde sich schon etwaige und potentiell befremdliche Experimente wünschen, wenn er genau weiß wo die Stärken von GAMMA RAY seit jeher liegen ? Glücklicherweise dachten sich das wohl auch die Bandmitglieder um Frontmann Kai Hansen selbst – was für den Hörer ein mehr als nur zufriedenstellendes Ergebnis zur Folge hat. anders gesagt: nach den beiden weniger starken Vorgängern ist EMPIRE OF THE UNDEAD endlich wieder eines jener GAMMA RAY-Alben, welches sofort zündet – und dabei schnell einen ganz und gar kultverdächtigen Charme versprüht. Mit ein Grund dafür ist, dass die Band das exakt richtige Dosierungsverhältnis von neuen und erfrischenden Eindrücken auf der einen, sowie den klassischen GAMMA RAY-Trademarks auf der anderen Seite gefunden hat. Das hat zur Folge, dass die Nummern überraschend unverbraucht klingen – andererseits aber auch klar als Material aus der in Hamburg heimischen GAMMA RAY-Musikschmiede zu erkennen sind. Zwei der vielleicht wichtigsten Voraussetzungen für das Gelingen von EMPIRE OF THE UNDEAD haben GAMMA RAY also schon einmal abgeliefert.

Umso schöner ist es, dass es nicht nur bei eben jenen Vorzügen bleibt – denn das Album hat noch wesentlich mehr zu bieten. Sicher, in Bezug auf etwaige Produktions-relevanten Fragen, die handwerklichen Leistungen an den Instrumenten und das Geschick von Kai Hansen gibt es seit jeher keinen Anlass zur Kritik – doch dieses Mal scheinen alle Beteiligten noch einmal eine Schippe draufgelegt zu haben. Zwar geht es generell etwas gemäßigter, wenn man so will erwachsener zu – doch gleichzeitig gewinnen die Kompositionen auch an Variabilität und Größe. Stichwort Variabilität: gerade Kai Hansen inszeniert sich auf EMPIRE OF THE UNDEAD so erfrischend und vielseitig wie lange nicht mehr – wofür bereits der Auftakt zu AVALON ein hervorragender Anhaltspunkt ist. Überhaupt wirkt das Album wesentlich eigenständiger und atmosphärischer als noch ein TO THE METAL, wo man eher geneigt war nach vereinzelten Highlights Ausschau zu halten. EMPIRE OF THE UNDEAD macht es endlich wieder genau andersherum: ein Großteil der Titel ist enorm stark, viele Möglichkeiten einen Titel zu skippen offenbaren sich nicht.

Sei es der mächtige und überaus gesangsstarke Opener AVALON, das kultig anmutende HELLBENT mit seiner angenehm schroffen Gangart, das klassisch-rockige PALE RIDER oder das flott-hymnische BORN TO FLY mit seinen Referenzen hinsichtlich der frühen Blütezeit des Genres in Deutschland (siehe HELLOWEEN) – das Album macht Laune, und brennt sich schnell in die Gehörgänge. Stichwort Referenzen: auch dieses Mal machen GAMMA RAY nicht davor Halt, an diverse Genre-Größen zu erinnern – allerdings völlig unverschleiert und als Form der Tributzollung. Das kann man werten wie man will, beispielsweise indem man der Band unterstellt hie und da Material von Bands wie BLACK SABBATH, DIO, ACCEPT, JUDAS PRIEST oder gar QUEEN (TIME FOR DELIVERANCE) zu kopieren. Doch vermutlich wäre es besser, hier von einer Inspiration zu sprechen – mit einem völlig neuen und absolut eigenständigen Ergebnis. GAMMA RAY lieben das Genre, in dem sie sich bewegen; inklusive all seiner Ursprünge – dass man das hört, ist ein grundsätzlich positiver Faktor.

Schlussendlich: es ist schon zu hören, dass GAMMA RAY wieder zu ihrer alten Stärke gefunden haben – und das ohne sich bloß zu wiederholen. EMPIRE OF THE UNDEAD klingt angenehm frisch, knackig, kräftig; und bietet überdies eine perfekte Symbiose aus zutiefst klassischen, dezenten modern und ganz und gar zeitlosen Klangeindrücken.

Absolute Anspieltipps: AVALON, HELLBENT, BORN TO FLY, EMPIRE OF THE UNDEAD, SEVEN, I WILL RETURN


90button

„Das beste GAMMA RAY-Album seit Jahren.“

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