Metal-CD-Review: GAMMA RAY – To The Metal! (2010)

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Alben-Titel: To The Metal !
Künstler / Band: Gamma Ray (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 29. Januar 2010
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: earMUSIC

Alben-Lineup:

Kai Hansen – Guitars, Vocals
Henjo Richter – Guitars, Keyboards
Dirk Schlächter – Bass, Vocals (Track 10)
Dan Zimmermann – Drums

Track-Liste:

1. Empathy (05:04)
2. All You Need to Know (04:00)
3. Time to Live (04:48)
4. To the Metal (05:29)
5. Rise (05:05)
6. Mother Angel (05:20)
7. Shine Forever (03:53)
8. Deadlands (04:23)
9. Chasing Shadows (04:23)
10. No Need to Cry (05:56)

Die alten Hasen können es immer noch.

Nachdem die Hamburger Power Metaller von GAMMA RAY mit ihrem 2007’er Sequel-Album LAND OF THE FREE II (Review) für eher gemischte Gefühle gesorgt hatten, sollte es 2010 endlich wieder ein komplett eigenständiges Werk richten. Wobei das nicht ganz richtig ist, schließlich handelt es sich bei TO THE METAL! durchaus um ein Tribut-Album – aber glücklicherweise eines, dass an das gesamte Genre gerichtet ist und somit auch keinerlei Cover-Versionen enthält. Stattdessen servieren GAMMA RAY der geneigten Hörerschaft 10 neue Titel aus der heimischen Musikschmiede, wobei sie sich mit einer Gesamtspielzeit von knapp unter 50 Minuten recht kompakt inszenieren.

Wie so oft fällt dabei eines schnell auf: auch TO THE METAL! ist ein alles andere als schlechtes oder zu vernachlässigendes Genre-Album geworden. Das ist angenehm und spricht für das insgesamt großartige Schaffen der kultigen Band – und damit auch einer, die sich die Messlatte speziell um den Zeitraum der Jahrtausendwende selbst recht hoch gelegt hat. Dementsprechend muss wie schon bei LAND OF THE FREE II auch dieses Mal das kleine Wörtchen aber folgen, analog zu allen (und durchaus berechtigten) Lobhudeleien. Anders gesagt: TO THE METAL! ist kein schlechtes Album, aber mit den ganz großen Erfolgsalben a’la SOMEWHERE OUT IN SPACE (Review) oder NO WORLD ORDER (Review) kann es nicht mithalten.

Und das hat mehrere Gründe – von denen allerdings keiner im handwerklichen Geschick der Bandmitglieder, etwaigen Produktionsfragen oder der Gesamtpräsentation des Albums zu suchen ist. Doch auch bei derart guten Voraussetzungen oder einer wenn man so will höchst soliden Basis kann man sich schlicht nicht komplett gegen den Eindruck sperren, dass TO THE METAL! in einigen Momenten etwas uninspiriert oder auch ausgelaugt klingt. Das Gefühl eines vielschichtigen, großen und bombastischen Ganzen entsteht hier nicht mehr – vielmehr präsentiert das Album 10 Nummern, die in ihrer Aussage- und Wirkungskraft höchst unterschiedlich abschneiden.

Und das ist eine Entwicklung, die man bereits zum Auftakt des Albums gut nachvollziehen kann. So markiert der Opener EMPATHY ein grundsätzlich perfekt vorgetragenes, schwungvolles und rockiges Eröffnungsstück inklusive eines hervorragenden Riffings und eines grandiosen Soli-Parts – doch das gewisse Etwas fehlt. Das folgende ALL YOU NEED TO KNOW dagegen ist vermutlich einer der besten Titel des gesamten Albums – und einer, der sich dank seines Tempos und seiner Energie kaum aufhalten lässt. Und: ausnahmsweise sind es hier einmal die Strophen, die deutlich flotter daherkommen – während der Refrain eher den ruhigen Gegenpol bildet, und zudem mit einem Gastauftritt von Bandkumpel Michael Kiske brilliert. TIME TO LIVE und TO THE METAL aber schneiden als deutlich leichtgängigere Rocknummern mit einem gewissen Retro-Touch schon wieder deutlich schlechter ab – nicht nur die auffallend schwachen Refrains betreffend.

Dieses Wechselspiel zieht sich dann auch durch die restliche Spieldauer: während RISE, DEADLANDS oder CHASING SHADOWS noch recht hymnisch und GAMMA RAY-typisch durch die Boxen rauschen – wenn auch etwas schwächer als sonst und mit vergleichsweise schwachen Refrains und Hintergrundchören – erreicht die Band in MOTHER ANGEL oder NO NEED TO CRY eine so noch nicht gekannte Behäbigkeit. Bleibt eigentlich nur noch das wilde SHINE FOREVER mit seinen teils aggressiven Gesangsfetzen, das trotz der eher platten Lyrics und des FREEDOM CALL-angehauchten Refrains Spaß macht. Ein ganz und gar kultverdächtiges Album oder einen bemerkenswerten Genre-Tribut haben GAMMA RAY mit TO THE METAL schlussendlich nicht abgeliefert – aber von schlechten Eltern ist das Material insgesamt betrachtet auch nicht. Dennoch: für nächstes Mal wären etwas mehr Energie und Innovation sichern nicht verkehrt.

Absolute Anspieltipps: ALL YOU NEED TO KNOW, RISE, SHINE FOREVER, CHASING SHADOWS


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„TO THE METAL ist kein schlechtes Genre-Album – ist aber weniger kräftig und nicht ganz so kultverdächtig wie einige der anderen GAMMA RAY-Alben.“

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