Metal-CD-Review: TITANIUM – Titanium (2013)

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Alben-Titel: Titanium
Künstler / Band: Titanium (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 20. April 2013
Land: Polen
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Karol Mania – Guitars, Vocals (backing)
Filip Gruca – Drums
Jarek Bona – Guitars
Maciej „Rocker“ Wróblewski – Vocals (lead)
Paweł „Bombel“ Gębka – Bass

Track-Liste:

1. We Come to Rock (04:23)
2. Dogmatic Mind (04:11)
3. Far Beyond the Skies (00:44)
4. Another Chance (05:46)
5. Only One (04:52)
6. Sacred Dreams (04:20)
7. Here and Now (04:18)
8. Forever Mine (05:16)
9. An Ever Flowing Stream (03:12)
10. Nowhere to Run (05:43)
11. In the Night (05:34)
12. Titanium (07:30)
13. Riffs of Steel (02:39)
14. Curse of the White Flag (04:36)

Mann muss sich ja nicht immer allzu ernst nehmen…

… was sich eventuell auch die Jungs von TITANIUM dachten, um diesen Gedankengang daraufhin auch nicht gerade dezent auf dem Cover-Artwork ihres gleichnamigen Debütalbums festzuhalten. Tatsächlich existiert die erst 2010 gegründete Combo noch nicht allzu lange, doch mindestens zwei Dinge fallen einem schnell ins Auge. Zum einen stammt die Band aus Polen, und ist damit nicht unbedingt eine alltägliche Erscheinung im Dickicht der zahlreichen Power Metal-Bands – und zum anderen zeichnet sich niemand geringeres als der PATHFINDER-Gitarrist Karol Mania für die Gründung verantwortlich. Der bringt bekanntlich genügend Erfahrung mit um etwas großartiges auf die Beine zu stellen, und auch seine Kollegen waren oder sind alle in verschiedenen Genre-Bands aktiv. Somit scheint es, als wäre TITANIUM ein kleines aber feines Neben- respektive Spaßprojekt aller Beteiligten; die sich neben ihren regulären Tätigkeiten auch mal etwas austoben wollen. Ganz unverfänglich versteht sich – und glücklicherweise ohne ihre Fähigkeiten über Bord zu werfen.

So entfaltet TITANIUM schnell den Charme eines dezent frechen Melodic Metal-Albums mit einer spürbar lockeren, ungezwungen Note – wofür der Opener WE COME TO ROCK nicht besser hätte Pate stehen können. An den relativ stumpfen Text kann man sich gewöhnen, oder auch nicht – doch dafür stimmt das, was Karol Mania und seine Kollegen hier an den Instrumenten vorgeben. Mit dem stampfenden DOGMATIC MIND und dem gleichermaßen flotten wie hymnischen ANOTHER CHANCE kann man daraufhin schon tiefer in das Album einsteigen – und weitere Elemente entdecken die das Pendel mal in die eine, mal in die andere Richtung ausschlagen lassen. So erscheint der Einsatz einer doch recht präsenten symphonischen Komponente mitsamt zahlreicher Spielereien des Keyboards gewagt, macht aber eine überraschend gute Figur – wohl auch, da die entsprechende Unterstützung der wunderbar inszenierten Gitarren für den nötigen Druck sorgt. Als dezent problematisch könnte man hingegen den Leadgesang bezeichnen.

Denn der klingt nicht wirklich aussagekräftig, zumal Maciej „Rocker“ Wróblewski relativ festgefahren zu agieren scheint. Viel Variation gibt es nicht, ebenso wenig wie markante Kraftausbrüche. Die Verwechslungsgefahr ist jedenfalls groß, und seinen stets in hohen Lagen anzusiedelnder Gesang könnte man irgendwann auch als dezent anstrengend bezeichnen. Was ebenfalls eher stört, ist die anberaumte Mixtur aus völlig verschiedenen Stimmungen und Marschrichtungen – auch wenn Vielfalt generell gerne gesehen ist. Doch wenn sich der im Opener noch recht ungesittet ausdrückende Sänger (auch ein Fuck ist hie und da mal zu hören) plötzlich Liebesschnulzen wie ONLY ONE oder dem vor Kitsch nur so triefenden FOREVER MINE hingibt; wirkt das schon dezent komisch. Da stehen der Band kräftigere Nummern wie SACRED DREAMS schon wesentlich besser zu Gesicht, auch wenn gerade die Chorgesänge mit gemischten Gefühlen zu betrachten sind. Spätestens in grundsätzlich furiosen Nummern wie HERE AND NOW zeigt sich dann auch noch einmal, dass der Leadgesang nicht wirklich mit den flotten instrumentalen Kompositionen mithalten kann.

Die reinen Instrumentalstücke AN EVER FLOWING STREAM und RIFFS OF STEEL sind wiederum höchst interessant – zumal die angestrebte Abwechslung hier voll aufgeht. Während der eine Titel noch sanft, aber enorm atmosphärisch vor sich hinplätschert; gibt es beim anderen genau das was drauf steht. Mit dem eingängigen und schier unaufhaltsamen NOWHERE TO RUN sowie CURSE OF THE WHITE FLAG (der eigentlich ein reiner Spaßtitel ist, aber mit einer unglaublichen Wucht daherkommt) gelingen TITANIUM dann sogar noch weitere Highlights. Da das Album relativ vielfältig daherkommt und viele verschiedene Eindrücke ermöglicht, fällt es vergleichsweise schwer ein abschließendes Urteil zu fällen. Doch fest steht, dass es ohne den etwas zu plumpen Opener, die ein oder zwei balladesken Ausuferungen oder ein sinnloses Interlude wie FAR BEYOND THE SKIES noch besser hätte abschneiden können. Dennoch: viel falsch machen kann man hier nicht. Es scheint sich jedenfalls zu lohnen, die Band weiterhin im Auge zu behalten.

Absolute Anspieltipps: DOGMATIC MIND, ANOTHER CHANCE, SACRED DREAMS, NOWHERE TO RUN, CURSE OF THE WHITE FLAG


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„Ein überraschendes  Album mit einigen Highlights – und einem hohen Unterhaltungsfaktor.“

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