Metal-CD-Review: A HERO FOR THE WORLD – The Other Side (EP, 2016)

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Alben-Titel: The Other Side (EP)
Künstler / Band: A Hero For The World (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 28. Oktober 2016
Land: Philippinen
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Andy Gentile – Drums
David Sivelind – Guitars, Bass
Jacob Kaasgaard – Vocals, Keyboards

Track-Liste:

1. The Other Side (Power Version) (05:14)
2.Unforgiven In Rio Bravo (03:36)
3.The Other Side (05:18)
4.Unforgiven In Rio Bravo (Acoustic Version) (03:48)
5.The Other Side (Acoustic Version) (05:56)
6.The Other Side (Power Instrumental Version) (05:15)
7.Unforgiven in Rio Bravo (Instrumental Version) (03:36)
8.The Other Side (Instrumental Version) (05:18)
9.Unforgiven in Rio Bravo (Acoustic Instrumental Version) (03:48)
10.The Other Side (Acoustic Instrumental Version) (05:56)
11.The Other Side (Chipmunk Version) (04:44)

Auch ein Held braucht mal ’ne Pause.

Und sie haben es schon wieder getan. A HERO FOR THE WORLD – jene von den Philippinen stammende Power Metal-Formation, die seit der Veröffentlichung eines der wohl besten Weihnachts-Alben des Genres überhaupt (WINTER IS COMING, siehe Review) auf so mancher Beobachtungsliste stehen – haben eine neue EP am Start. Wobei, ganz klar fällt die Deklaration respektive Zuordnung nicht aus – denn THE OTHER SIDE kann unter Umständen auch aus Single betrachtet werden. Schließlich handelt es sich wie schon beim ebenfalls in diesem Jahr veröffentlichten CHAMPION (Review) um ein rein digital vertriebenes Songpaket, dass aus lediglich zwei eigenständigen Titeln besteht – der Rest der immerhin 11 Titel sind Alternativ- und Bonus-Versionen. Und auch wenn sich A HERO FOR THE WORLD wohl nicht ohne Grund für diese eher besondere Veröffentlichungsform entscheiden haben, stimmt gerade diese etwas nachdenklich. Und das nicht nur, da es für die durchaus talentierten Musiker mal wieder an der Zeit wäre ein neues und im besten Fall komplettes Studioalbum zu veröffentlichen – sondern auch, da der Sinn und Zweck von THE OTHER SIDE bestenfalls fraglich ist.

Sicher fühlt es sich gut an zu sehen (und zu hören), dass A HERO FOR THE WORLD weiterhin aktiv sind. Und der offizielle Verkaufspreis von gerade einmal 2 Dollar ist ebenfalls alles andere als zu hoch gegriffen, zumal sich der fast schon allein für die reguläre Version des guten Titeltracks THE OTHER SIDE lohnt. Eine Frage aber bleibt: braucht es wirklich eine solche Anzahl von Bonusversionen, und wer kann tatsächlich etwas damit anfangen ? Denn eines steht schon nach dem ersten Durchhören unweigerlich fest: am besten klingen THE OTHER SIDE und die andere neue Nummer UNFORGIVEN IN RIO BRAVO eben in ihren Originalversionen – wobei die zweitgenannte Nummer schon deutlich schlechter abschneidet. Schuld daran sind der relativ penetrante Doublebass, die fehlende Variation und das Gefühl; als wären Gesang und Instrumental nachträglich zusammengefügt worden – eine wirkliche Einheit entsteht nicht.

Und diese Feststellung sollte man definitiv im Hinterkopf behalten, wenn es um die Bonusversionen geht – von denen bereits die erste, nämlich die sogenannte Power-Version von THE OTHER SIDE; geradezu erschreckend ausfällt. Sicher, das Tempo ist theoretisch mitreißend; und die symphonische Komponente fällt gerade noch erträglich aus – doch in Bezug auf das Timing des Gesangs und sieht es düster aus – der Gesangspart wurde einfach aus der anderen (regulären) Version übernommen. Dabei hat Jacob Kassgard eigentlich eine unverkennbare und angenehme Stimme – doch scheint er aktuell nicht unbedingt in Bestform zu sein. Doch das ist noch nicht alles, denn auch die instrumentalen Kompositionen von A HERO FOR THE WORLD haben reichlich Federn gelassen. Gerade das Drumming klingt arg simpel und repetitiv, die Gitarren halten sich zurück respektive sind in der Kulisse der etwas zu kitschigen Keyboardarrangements kaum zu hören. Somit erübrigen sich auch die auf der EP enthaltenen Instrumental-Versionen, die so gut wie keine Wirkung erzielen.

Das es leider Gottes noch schlimmer geht, zeigen dann allerdings die sogenannten Akustik-Versionen; die eher nach Kirmes oder Fahrstuhlmusik klingen als nach dem Produkt einer Power Metal-Band. Hier haben sich A HERO FOR THE WORLD wahrlich keinen Gefallen getan – was auch für die absolut unsägliche Chipmunk-Version von THE OTHER SIDE gilt. Derartige Ausuferungen kennt man eigentlich nur von beliebigen Musikfans auf Youtube, die das Material bekannter Künstler einmal kräftig durch die Bearbeitungsmaschinerie zwirbeln – aber doch nicht von einer Band selbst. Somit kommt es wie es kommen muss: THE OTHER SIDE ist eine absolut zu vernachlässigende, wenn nicht gar dezent peinliche Veröffentlichung einer einst hoffnungsvollen Newcomer-Band. Sicher, es handelt sich um ein reines Independent-Release und eventuell ein Spaßprojekt – aber darauf hätte man lieber verzichten sollen.

Absolute Anspieltipps: THE OTHER SIDE (Original)


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„Alles andere als eine Heldentat, leider.“

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