Metal-CD-Review: TITANIUM – Atomic Number 22 (2016)

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Alben-Titel: Atomic Number 22
Künstler / Band: Titanium (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 28. September 2016
Land: Polen
Stil / Genre: Power Metal
Label: Avalon

Alben-Lineup:

Szymon „Saimon“ Szydłowski – Bass
Filip Gruca – Drums
Jarek Bona – Guitars
Karol Mania – Guitars, Vocals (backing), Keyboards
Konstantin Naumenko – Vocals

Track-Liste:

1. Atomic Number 22 (05:50)
2. World of Contradictions (04:45)
3. Torn Reality (05:57)
4. Defusive Skies (05:13)
5. Time Is Out (04:00)
6. One Single Night (05:37)
7. Guardians of Might (04:50)
8. Future of Mankind (08:52)
9. The Way of the White Flag (04:01)
10. Eagleheart (Stratovarius cover) (05:30)

Eine neue Kraft im Kampf der Elemente ?

Wer oder was waren doch gleich TITANIUM ? In der handelt es sich nicht nur um ein chemisches Element, sondern auch um eine erst 2010 gegründete Power Metal-Combo aus Polen – die 2013 ihr Debütalbum veröffentlichte, und sicher noch nicht allzu bekannt ist. Aber vielleicht ist es der Name des Bandgründers schon eher, schließlich zeichnet sich hier niemand geringeres als der PATHFINDER-Gitarristen Karol Mania verantwortlich. Für sein Projekt versammelte er einige ebenfalls mit einer einschlägigen Berufserfahrung versehene Landeskollegen um sich – und konnte kürzlich sogar Konstantin Naumenko (SUNRISE, DELFINIA, Ex-CONQUEST) für den Leadgesangsposten gewinnen. Das interessant anmutende ATOMIC NUMBER 22 ist so gesehen die erste Veröffentlichung unter der neuen, man möchte meinen tadellosen und endgültig vollständigen Besetzung. Doch auch wenn alle Mitglieder bereits in anderen Bands tätig waren oder es noch immer sind, scheint man bei TITANIUM auf einen möglichst eigenständigen Sound bedacht. Und tatsächlich: eine Verwechslungsgefahr, beispielsweise mit PATHFINDER oder SUNRISE; besteht nicht. Viel eher versprüht ATOMIC NUMBER 22 schnell einen vergleichsweise frischen und energetischen Charme.

Einen, der sich zwar nicht auf etwas so noch nie gehörtes bezieht – aber eventuell mit den Outputs der in vielerlei Hinsicht überraschenden englischen Combo DAMNATION ANGELS oder auch PELLEK vergleichbar ist. Auch TITANIUM setzen auf eine möglichst ausgewogene Symbiose aus knackigen Metal-Elementen mit reichlich Gitarreneinsatz auf der einen, sowie allerlei verzierenden symphonischen Elementen auf der anderen Seite. Eine gewisse Vorliebe für entsprechende Spielereien sollte man also durchaus mitbringen – sonst kann es auch ganz schnell wieder vorbei sein mit dem alles andere als düsteren Metal-Musikgenuss. Was den geneigten Hörer auf dem Album erwartet, veranschaulicht schließlich schon der Opener und Titeltrack ATOMIC NUMBER 22; sowie auch das folgende WORLD OF CONTRADICTIONS. Schon hier hat man das Gefühl, dass sich die Gitarren und der Einfluss des Keyboards geradezu zu duellieren scheinen. Immer dann, wenn Karol Mania und sein Kollege Jarek Bona die Führung übernehmen; klingen TITANIUM wunderbar antreibend und kräftig – und wenn die symphonische Komponente in den Vordergrund rückt (wie etwa in den Refrains), lockert sich das Ganze spürbar auf.

Das muss man nicht mögen, wobei es einstweilen tatsächlich so scheint als würden es TITANIUM ein klein wenig übertreiben – doch durch das allgemein hohe Tempo, die druckvolle Produktion und die hervorragenden Leistungen an den Gitarren sowie ganz besonders auch das höchst organische, variable Drumming entsteht auch kein allzu weichgespülter Eindruck. Leadsänger Kontantin Naumenko gibt dann einen weiteren Anhaltspunkt, um die Band entweder zu lieben oder doch eher zu vernachlässigen. Einerseits ist seine Stimme angenehm und scheint perfekt zum Projekt TITANIUM zu passen – andererseits kann man aber auch nicht wirklich von einer durch und durch bemerkenswerten Darbietung sprechen. Gerade das relativ konsequente Voranpreschen auf nur einer gesanglichen Ebene (Naumenko singt bekanntlich recht hoch) kann auf Dauer den Eindruck einer gewissen Monotonie entstehen lassen. Immerhin: die guten und passigen Hintergrundgesänge und diverse Überlagerungstechniken wie etwa im stampfenden TORN REALITY machen sich gut, und sorgen zumindest für etwas Abwechslung.

Und auch wenn man gerade bei einer Nummer wie DELUSIVE SKIES klar den potentiellen Einfluss in Sachen STRATOVARIUS heraushört (passenderweise gibt es am Ende der CD ein Bonus-Cover von EAGLEHEART), macht ATOMIC NUMBER 22 schlicht einen Heidenspaß. Sicher, nennenswerte Innovationen klingen anders – doch manchmal sind sie gar nicht nötig. TITANIUM scheinen mit Herzblut bei der Sache zu sein, und verstehen es allemal packende Power Metal-Nummern zu schreiben. Nennenswerte Ausfälle gibt es demnach keine – nur höchst solide Nummern (TIME IS OUT, GUARDIANS OF MIGHT) und solche, die noch ein stückweit mehr herausragen. Hier wären unter anderem das atmosphärische ONE SINGLE NIGHT mit seiner Mixtur aus antreibenden und balladesken Elementen, sowie sicher auch das mächtige FUTURE OF MANKIND zu nennen. Lediglich das zwar ebenfalsl recht energetische, textlich aber eher gewöhnungsbedürftige THE WAY OF THE WHITE FLAG als nicht ganz ernstgemeinte Genre-Hymne fällt hier dezent aus dem Rahmen.

Schlussendlich: wer das Genre des Power Metal sowie gerade einige der bekannteren Combos aus dem hohen Norden (STRATOVARIUS, CAIN’S OFFERING, SONATA ARCTICA) liebt, der wird vermutlich auch TITANIUM lieben. Die haben mit ihrem Zweitwerk fast alles richtig gemacht – und können sich so vielleicht sogar Chancen auf den Titel des besten in diesem Jahr veröffentlichten Genre-Albums ausrechnen. Weiter so !

Absolute Anspieltipps: ATOMIC NUMBER 22, DELUSIVE SKIES, ONE SINGLE NIGHT, FUTURE OF MANKIND


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„Eine ganz und gar titanische Überraschung.“

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