Metal-CD-Review: GAMMA RAY – Majestic (2005)

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Alben-Titel: Majestic
Künstler / Band: Gamma Ray (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 11. Oktober 2005
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Mayan Records

Alben-Lineup:

Kai Hansen – Guitars, Vocals
Henjo Richter – Guitars, Keyboards
Dirk Schlächter – Bass
Dan Zimmermann – Drums

Track-Liste:

1. My Temple (04:57)
2. Fight (03:24)
3. Strange World (05:03)
4. Hell Is Thy Home (04:46)
5. Blood Religion (06:53)
6. Condemned to Hell (04:56)
7. Spiritual Dictator (05:38)
8. Majesty (06:23)
9. How Long (04:06)
10. Revelation (08:30)

Auch wenn man den Thron schon innehat, kann es nie schaden ihn zu verteidigen…

… ob nun gegen die Illuminaten oder andere potentielle Widersacher. In der Tat handelt es sich hier nur um eine der Kampfansagen von MAJESTIC, dem achten offiziellen Studioalbum von GAMMA RAY – und damit einer gut und gerne legendären Power Metal-Formation, die zuvor mit Alben wie LAND OF THE FREE (Review), SOMEWHERE OUT IN SPACE (Review) oder NO WORLD ORDER (Review) Geschichte geschrieben hatte. Doch auch wenn die Blütezeit von GAMMA RAY gerne im entsprechenden Zeitraum von 1995 bis 2001 verortet wird, büßte die Band auch im weiteren Karriere-Verlauf nichts von ihrer vorherigen Genialität ein. Wohl auch, da man sich eher nicht auf den vorangegangenen Lorbeeren ausruhte – sondern stattdessen weiterhin an äußerst hochkarätigen Genre-Alben feilte.

Das 2005 erschienene MAJESTIC beispielsweise beschrieb den auch weiterhin höchst interessanten Werdegang der Band, und knüpfte mit seiner vergleichsweise düsteren inhaltlichen Komponente sowie den hervorragenden Leistungen aller Beteiligten Musiker direkt an das legendäre NO WORLD ORDER an. Gleichzeitig handelt es sich um eines jener selten Genre-Alben, die als Paradebeispiel angesehen werden können. Als Paradebeispiel für das hervorragende Schaffen einer Band, die es wie kaum eine zweite versteht; vergleichsweise anspruchsvolle und in jedem Fall interessante Inhalte mit einer exzellenten musikalischen Verpackung zu versehen. Viele Bands schaffen eben doch nur das eine oder das andere.

Und so prescht MAJESTIC von der ersten Sekunde an markant nach vorn. Schon mit dem mächtigen Opener MY TEMPLE sowie dem kurzen aber knackigen FIGHT legen GAMMA RAY ordentlich vor – und das mit den für die Band längst typischen, deswegen aber nicht minder effektiven Alleinstellungsmerkmalen. Solchen, zu denen sicher auch der markant-kräftige Leadgesang von Kai Hansen gehört; oder die grundsätzlich unvergleichlich antreibenden, herrlich stampfenden Power Metal-Kompositionen. Und die sind gerade im Falle von GAMMA RAY alles andere als vorhersehbar oder simpel – MAJESTIC stapelt oftmals mehrere Schichten aus zünftigen Power Metal-Elementen übereinander, und das auch gänzlich ohne dabei überladen zu klingen.

So lohnt es sich nicht nur, die Titel auf eine durchaus vorhandene Hymnen-Tauglichkeit zu untersuchen – denn auch in unzähligen Einzel-Momenten gibt es einiges zu entdecken. Gerade die Gitarren klingen äußerst lebendig, angenehm schroff und variabel. Im Zusammenspiel mit den zahlreichen, stets gut durchdacht und perfekt aufeinander abgestimmten Spielereien auch seitens des hervorragenden Drumming-Parts entsteht so ein überraschend vielschichtiger Klangteppich – der Laune macht und den Hörer auch nach mehreren Durchläufen noch perfekt unterhalten wird. Zumal der wirksame Gegensatz aus direkten und antreibenden Brechern a’la HELL IS THY HOME, nicht nur inhaltlich höchst interessanten Stampfern a’la BLOOD RELIGION oder auch mal deutlich düstereren Momenten wie im Titeltrack MAJESTIC für sich spricht.

Demnach ist es keine große Überraschung, dass MAJESTIC locker mit den bis dato besten Veröffentlichungen von GAMMA RAY mithalten kann. Gründe dafür gibt es einige: das an den Tag gelegte Handwerk ist geradezu phänomenal, das Songwriting bemerkenswert, der Faktor der Abwechslung enorm – und auch die perfekte Abmischung und die druckvolle Produktion lassen keine Wünsche offen.

Absolute Anspieltipps: MY TEMPLE, FIGHT, HELL IS THY HOME, BLOOD RELIGION


90button

„Ein erstklassiges und zutiefst unterhaltsames Genre-Album.“

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