Metal-CD-Review: HAMMERFALL – Built To Last (2016)

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Alben-Titel: Built To Last
Künstler / Band: Hammerfall (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 04. November 2016
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Napalm Records

Alben-Lineup:

David Wallin – Drums
Oscar Dronjak – Guitars, Keyboards
Fredrik Larsson – Bass
Joacim Cans – Vocals
Pontus Norgren – Guitars, Keyboards

Track-Liste:

1. Bring It! (04:18)
2. Hammer High (04:37)
3. The Sacred Vow (04:11)
4. Dethrone and Defy (05:10)
5. Twilight Princess (05:03)
6. Stormbreaker (04:51)
7. Built to Last (03:52)
8. The Star of Home (04:47)
9. New Breed (05:02)
10. Second to None (05:29)

Das Harte Geschäft der Beständigkeit.

Ja, sie haben es schon wieder getan. Gute 2 Jahre nach ihrem letzten Streich (R)EVOLUTION (Review) veröffentlichen die Schweden von HAMMERFALL ihr neues Album BUILT TO LAST – welches das mittlerweile zehnte Hauptwerk in der hiesigen, vor allem dank zahlreicher kleinerer Veröffentlichungen gut bestückten Diskografie markiert. Doch so standfest sich die relative Genre-Institution HAMMERFALL auch gibt – und so gut sie dereinst mit Alben wie GLORY TO THE BRAVE (Review) oder LEGACY OF KINGS (Review) abgeliefert hat – gänzlich unangreifbar ist das Schaffen der Schweden schon lange nicht mehr. So könnte man HAMMERFALL durchaus eine Wiederholung des immergleichen Konzeptes sowie die absolute Ausreizung dessen, was man gemeinhin eher als zu vermeidenden Kitsch ansieht; vorwerfen. Sicher, viele Die-Hard-Fans der Band wird das nicht weiter stören, zumal HAMMERFALL im Großen und Ganzen solide Genre-Kost abliefern und vermutlich auch weiterhin abliefern werden. Mit ihrem neuen Alben-Titel BUILT TO LAST jedoch weisen die Schweden noch einmal selbst darauf hin, dass es nicht ewig so weitergehen könnte.

Und das ist eine Feststellung, die zumindest auf das neuere Material der Band zu beziehen ist. Während das Debütalbum und andere ältere Werke der Schweden also tatsächlich erschaffen wurden, um die Jahrzehnte (oder vielleicht sogar mehr) zu überdauern, sieht es für die 10 neuen Titel längst nicht mehr ganz so gut aus. Anders gesagt: wem bereits der Vorgänger (R)EVOLUTION etwas zu innovationsarm und ausgelutscht daherkam, der wird in Anbetracht von BUILT TO LAST möglicherweise endgültig verzweifeln. Und das auch ohne allzu utopische Maßstäbe anzusetzen oder die Band dafür abstrafen zu wollen, dass ihr nichts wirklich neues mehr einfällt. Nein, eine völlig neue Marschrichtung hätte sich wohl kaum jemand von einer Band wie HAMMERFALL gewünscht – doch ein wenig mehr spür- und hörbare Ansätze gegen den berühmt-berüchtigten Wiederholungseffekt wären sicher nicht verkehrt gewesen.

So schafft BUILT TO LAST vornehmlich eines: die alteingesessenen Fans der Band zu bedienen, sowie einige der auf den vorherigen Alben etablierten Stimmungen erneut aufzurufen. Mit mal mehr, mal weniger Erfolg. Der Opener BRING IT Beispielsweise klingt wie eine typische HAMMERFALL-Hymne – aber ohne wirklichen Bumms, wobei gerade der sehr simple Refrain den entsprechenden Ausschlag gibt. Ganz ähnlich ergeht es auch der Single-Auskopplung HAMMER HIGH, die im Refrain fast schon gelangweilt klingt. Gerade rhythmisch und textlich wird hier nichts geboten, was man nicht schon zigmal zuvor gehört hat. Böse Zungen, die behaupten dass HAMMERFALL ihr Liedgut lediglich aus unveränderlichen Bausteinen zusammensetzen; werden hier jedenfalls voll auf ihre Kosten kommen. Selbst das vielversprechende THE SACRED VOW überzeugt nicht wirklich – das Riffing scheint zu weiten Teilen aus HECTORS HYMN übernommen worden zu sein, der Refrain ist auffallend kraftlos. Erst mit der überraschend guten Uptempo-Hymne DETHRONE AND DEFY nimmt das Album plötzlich Fahrt auf – zumindest theoretisch. Denn auch wenn das folgende TWILIGHT PRINCESS nicht unbedingt zu den ärgsten Genre-Balladen gehört, ist die Wirkung allemal einschläfernd – und der sonst recht angenehme Leadgesang von Joacim Cans ausnahmsweise mal recht strapazierend.

Im hinteren Teil des Albums gehen HAMMERFALL dann noch einmal auf Nummer sicher, und präsentieren mit STORMBREAKER oder dem Titeltrack BUILT TO LAST solide Brecher. Auch hier gilt: es gibt nichts auf die Lauscher, was man nicht schon zuvor von der Band gehört hätte – knallharte Ausfälle bleiben aber auch aus. Das alles mag relativ hart klingen – ist aber keinesfalls dahingehend misszuverstehen, dass BUILT TO LAST ein absolut zu vernachlässigendes Genre-Album ist. Im Gegenteil, im Vergleich mit so manch anderer Combo haben die Schweden auch mit einem so gesehen schon einmal gehörten Album die Nase vorn. Doch nicht zuletzt aufgrund ihrer frühen Blütezeit und einigen hervorragenden Alben haben sich HAMMERFALL die Messlatte selbst recht hoch gelegt – und eine Differenzierung kann niemals schaden. Zu den besseren HAMMERFALL-Alben oder absoluten Genre-Must-Haves gehört das neue Werk demnach nicht – aber auch nicht zur unsäglichen Reihe von Veröffentlichungen, die einst großartigen Bands den Rest gegeben haben (siehe beispielsweise die neueren MANOWAR oder SONATA ARCTICA).

Absolute Anspieltipps: DETHRONE AND DEFY, STORMBREAKER, THE STAR OF HOME


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„Wo HAMMERFALL draufsteht, ist auch HAMMERFALL drin. Überraschend klingt anders, und die Ewigkeit wird es wohl nicht überdauern; aber: BUILT TO LAST ist kein schlechtes Genre-Album.“

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