Metal-CD-Review: DÜNEDAIN – Dünedain (2004)

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Alben-Titel: Dünedain
Künstler / Band: Dünedain (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 2004
Land: Spanien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Tony Delgado – Guitars (lead), Vocals
Jacin – Bass, Vocals
Maldito – Drums
Mariano Sánchez – Guitars (rhythm)

Track-Liste:

1. Alas de fuego (05:08)
2. Inmortal (05:39)
3. Lección de vida (04:06)
4. Aire (01:02)
5. Nuevo amanecer (05:27)
6. Cara al viento (04:47)
7. Retorno a Gondor (01:34)
8. Dünedain (04:37)
9. Oesternesse (01:29)
10. Padre sol (07:12)
11. La llegada (00:42)
12. Por los siglos de los siglos (05:22)

Auf des Feuers Schwingen.

Irgendwann muss jeder einmal anfangen. Das dachten sich wohl auch die spanischen Musiker von DÜNEDAIN, die sich eigentlich schon anno 1996 zusammengeschlossen hatten – daraufhin aber noch etwas brauchten, um mit einer ersten handfesten Veröffentlichung zu glänzen. 2002 war es dann aber endlich soweit – die Demo MAKETA erschien, und zeigte erstmals auf dass möglicherweise mit einer neuen Genre-Kraft aus Spanien zu rechnen war. Weitere 2 Jahre später folgte dann das heute behandelte Debütalbum DÜNEDAIN als Unterminierung des ersten Vorstoßes der Band. Dieses erschien als reines Independent-Release, da die Band noch kein Label gefunden hatte – und beinhaltet 12 Titel, von denen 5 bereits auf der Demo enthaltenen waren. Dabei fällt eines direkt auf: DÜNEDAIN standen hier noch ganz am Anfang ihrer Karriere. Und das hat sowohl einen expliziten Vorteil, als auch einen mehr oder weniger schwerwiegenden Nachteil.

In jedem Fall positiv hervorzuheben ist, dass das Debüt der Spanier in Sachen Energie und Spielfreude kaum zu bremsen ist. Das Tempo ist generell hoch, das Riffing schön schroff, der Leadgesang kräftig und ausdrucksstark, das Hymnen-Potential groß. Vermutlich wird der geneigte Genre-Hörer so – wenn schon nicht beim guten Opener ALAS DE FUEGO – spätestens mit dem hervorragenden INMORTAL gepackt werden. Überhaupt scheinen DÜNEDAIN ein großes Augenmerk auf besonders eingängige Melodien und Strukturen gelegt zu haben, und das ganz ohne dabei zu sehr dem Kitsch zu verfallen: Titel wie LECCION DE VIDA gehen direkt ins Ohr, und tendieren dazu auch genau dort zu bleiben. Sicher, das ruhige Interlude AIRA hätte man sich eventuell schenken können. Doch rauscht die Halb-Ballade NUEVO AMANECER schon wieder verdächtig kräftig durch die Boxen – besonders der geniale Refrain und eine spätere Soli-Passage machen sich hier positiv bemerkbar.

Überhaupt ist handwerklich nichts an den Spaniern auszusetzen – vor allem die tadellose Arbeit an den Gitarren sticht im Zusammenspiel mit dem nicht spektakulären, aber doch passig erscheinenden Leadgesang hervor. In Bezug auf das Drumming und den Bass gibt es ebenfalls nicht zu bemängeln, zumindest theoretisch. Doch hier kommt dann langsam aber sicher die schon etwas weiter oben angedeutete, dezente Schwäche des Albums zum Tragen: das Debütalbum der Spanier wird nicht immer vorteilhaft präsentiert. Hinsichtlich der Qualität der Aufnahme, dem Faktor der Abmischung und dem Feinschliff haben DÜNEDAIN schlicht noch etwas Luft nach oben gelassen. Besonders auffällig ist das etwa beim Titeltrack des Albums, bei dem zusätzlich noch einige ungünstig klingende Chor-Shouts eingestreut werden. Anders gesagt: nicht jeder wird sich mit dem somit noch etwas schrofferen, wenn man so will wilden Eindrucks des Albums identifizieren können; das insgesamt eher den Eindruck einer besser produzierten Demo entfaltet. Immerhin: es handelt sich um ein Independent-Release einer bis dato relativ unbekannten Band.

Wenn man sich jedoch nicht daran stört respektive gerade auf einen vergleichsweise ungeschliffenen, echten Sound aus ist – dann könnte DÜNEDAIN zu einem gefundenen Fressen werden. Schließlich wird das Qualitätsniveau des Alben-Auftakts auch weiterhin gehalten. Etwas schade ist dann nur, dass insgesamt sogar 4 Interludes enthalten sind – was neben dem weniger empfehlenswerten Titeltrack aber noch immer nicht verhindern kann, dass das Album an Faszinationskraft verliert. Denn die verbleibenden 7 Titel haben es alle in sich, und präsentieren die Spanier von einer wunderbar fesselnden Seite.

Absolute Anspieltipps: ALAS DE FUEGO, INMORTAL, LECCION DE VIDA, NUEVO AMANECER, CARA AL VIENTO


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„Ein rundum gelungener Karriere-Auftakt.“

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