Metal-CD-Review: DÜNEDAIN – Pandemonium (2016)

dunedain-pandemonium_500

Alben-Titel: Pandemonium
Künstler / Band: Dünedain (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 16. Oktober 2016
Land: Spanien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Tony Dünedain – Gitarre, Backup-Gesang
Carlos Sanz – Leadgesang
Izko – Bass
Miguel Arias – Schlagzeug
Mariano Sánchez – Gitarre

Track-Liste:

1. Eón (05:12)
2. Legado (03:55)
3. Bola de cristal (04:38)
4. Vuela (04:42)
5. Conquistar el cielo (05:03)
6. Hechizo (06:14)
7. Confía en el amanecer (04:18)
8. Vivir en pecado (04:55)
9. Luna y Sol (08:02)
10. Tu sueño (04:38)
11. El beso (03:18)

Huldigt den alten Herren Aus Dem Westen.

Nanu, wer oder was waren doch gleich DÜNEDAIN ? In der Tat handelt es sich bei den frei nach einem Begriff aus dem TOLKIEN-Universum benannten Musikern um eine Power Metal-Combo aus Spanien, deren Gründung bereits 20 Jahre zurückliegt. Sicher, ganz so bekannt wie TIERRA SANTA mögen die Jungs nicht sein – und doch haben sie mit kleinen aber feinen Alben wie BUSCANDO EL NORTE II einiges lostreten können. Das letzte Release der Band liegt indes schon über 4 Jahre zurück – und war dabei lange nicht das beste, was die Band bis dato fabriziert hatte (siehe Review). Danach folgten eigentlich nur zwei leicht zu übersehende Singles, und es wurde eher still um die Band – die sich aber offenbar fleißig um ihr mittlerweile fünftes Studioalbum gekümmert hat. Dieses horcht auf den Namen PANDEMONIUM, beinhaltet 11 Titel (wobei die vorherigen Singles nicht enthalten sind) – und ist zweifelsohne eines der überraschenderen Genre-Releases des späten Metal-Jahres 2016. Und im besten Fall vielleicht sogar eines der besseren.

Tatsächlich sieht es diesbezüglich alles andere als schlecht aus für DÜNEDAIN und ihr PANDEMONIUM – das übrigens als reines Independent-Release erscheint. Schließlich macht schon das mit einer Spielzeit von über 5 Minuten ungewöhnlich lange Intro EÓN klar, welche Marschrichtung die Band anno 2016 einschlagen würde: eine mutige und selbstbewusste. Eventuell ist das unter anderem auch auf die Neubesetzung von Carlos Sanz zurückzuführen, den die Band als echten Glücksgriff bezeichnen kann. Seine Gesang besticht durch eine angenehme Klarheit, eine beeindruckende Kraft, eine formidable Ausdrucksstärke – und das richtige Timing sowohl in gefühlvollen als auch geradezu explodierenden Momenten. Somit hieven sich DÜNEDAIN nicht nur gesanglich auf ein gänzlich neues Niveau – denn auch die Präsentation des Albums im allgemeinen, das heißt vor allem das an den Tag gelegte Handwerk und die schier perfekte Produktion überzeugen auf Anhieb. So kann man bereits bevor man sich intensiver mit den auf PANDEMONIUM enthaltenen Titeln beschäftigt hat davon ausgehen, dass sich die Band markant weiterentwickelt hat – und das ist allemal ein gutes Zeichen.

Steigt man dann näher ein, so fallen dem geneigten Genre-Hörer vornehmlich zwei Dinge auf. Zunächst ist festzustellen, dass PANDEMONIUM alles andere als ein auf modern getrimmtes Album ist – und DÜNEDAIN stattdessen auf einen angenehm klassischen Sound setzen. Einen, der sich unter anderem durch einen großzügigen Fokus auf die Gitarren auszeichnet – und dadurch, dass das Keyboard grundsätzlich kaum etwas zu melden hat. Das ist angenehm, und sorgt schnell für den nötigen Drive. Andererseits aber, und hier wird der Bogen zur Gesamtwirkung der einzelnen Titel geschlagen; kann man sich nicht des Gefühls erwehren dass die Band noch so viel mehr aus PANDEMONIUM hätte machen können – was nach dem mutigen und hervorragend inszenierten Intro EÓN definitiv nicht zu erwarten war. Doch schon die darauf folgenden Nummern LEGADO, BOLA DE CRISTAL und VUELA klingen relativ deckungsgleich, und wurden merkwürdigerweise mit absolut handzahmen Refrains ausgestattet.

Immerhin kommt ab und mit dem Doppelpack aus CONQUISTAR EL CIELO und HECHIZO wieder etwas Spannung in die Sache. Das Tempo steigt, der Hymnen-Faktor wird dezent angehoben, es gibt mehr interessante Ausbrüche hinsichtlich der Soli sowie der Gesangsdarbietung des Leadsängers. Noch interessanter wird es dann mit dem dezent sphärischen CONFIA EN EL AMANECER, das als quasi-Ballade des Albums fungiert – die vermutlich sogar noch besser abgeschnitten hätte, wären die anderen Nummern etwas bissiger ausgefallen. Schließlich sind die drei noch verbleibenden Titel ebenfalls stark von balladesken Strömungen durchzogen. Vermutlich beschreibt das längste Stück LUNA Y SOL am besten, wie es sich mit dem Album verhält. Grundsätzlich als Riff-geladener Titel mit einem ansprechenden Spannungsbogen, einer netten Soli-Passage und einer enormen gesanglichen Variation ausgestattet; ist der Refrain eher schwach und gerät schnell repetitiv. Und: die balladesken Einschübe machen auch hier Sinn, zumal sie einen gewissen Kontrast erzeugen – doch muss man schlicht fragen ob es diesbezüglich nicht doch etwas zu viel des Guten war. Zusammenfassend kann PANDEMONIUM aber noch immer als überdurchschnittliches Genre-Werk bezeichnet werden – zumindest für alle, die kein Problem mit einem spanischen Leadgesang und eine große Portion Gefühl haben.

Absolute Anspieltipps: EÓN, CONQUISTAR EL CIELO, HECHIZO, CONFIA EN EL AMANECER


70button

„Trotz kleinerer Durchhänger eine freudige Überraschung.“

Zögert bitte nicht, einen Kommentar zu hinterlassen.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s