Metal-CD-Review: ELIXIR – Where The Secret Lies (2016)

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Alben-Titel: Where The Secret Lies
Künstler / Band: Elixir (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 14. Oktober 2016
Land: Uruguay
Stil / Genre: Power Metal
Label: Maple Metal Records

Alben-Lineup:

Andres Duarte – Bass
Federico Fleitas – Drums
Matias Artecona – Guitars
Marcos Garcia – Guitars
Brunno Navarro – Vocals

Track-Liste:

1. World Is Not Over (03:20)
2. Broken Heart (03:38)
3. Beyond Dreams (04:30)
4. Everlasting Soul (03:50)
5. You’ll Never Walk Alone (03:14)
6. Rising Star (04:41)
7. The Sailor Song (04:36)
8. Where the Secret Lies (04:20)
9. Have You Ever Felt This Way (03:34)
10. Release Myself (03:24)
11. Southern Pride (04:41)

Von mächtigen ELIXIRen und anderen Gebräuen aus dem Hobbykeller.

Vermutlich ist es nicht allzu schlimm, wenn man bisher noch nichts von einer Power Metal-Combo namens ELIXIR gehört hat – auch wenn die Band bereits 2009 ins Leben gerufen wurde. Viele Gründe dafür, ein besonderes Augenmerk auf sie zu legen haben die aus Uruguay stammenden Musiker schließlich noch nicht geliefert – auch wenn ihr Debütalbum UNLEASH THE MAGIC (2012, siehe Review) im leicht gehobenen Genre-Durchschnitt einzuordnen war und ist. Nach einer 2013 veröffentlichten EP wurde es dann aber plötzlich recht still um die potentiell vielversprechende Band. Allerdings nur bis zum heutigen Tage, denn mit WHERE THE SECRET LIES ist nun doch das zweite Album von ELIXIR erschienen. Und das in zwei Versionen: einer rein digitalen, die von der Band selbst auf der hiesigen Bandcamp-Plattform vermarktet wird; und einer physikalischen CD-Edition über Maple Metal Records. Doch ganz egal für welche Version man sich entscheidet, viel wichtiger ist die Frage ob sich ELIXIR weiterentwickelt haben – und ob sie mit WHERE THE SECRET LIES endlich das Zeug haben, auch der internationalen Konkurrenz die Stirn zu bieten.

Dass das ein vergleichsweise schwieriges Unterfangen ist, liegt nicht zuletzt an den vielen hochkarätigen Genre-Veröffentlichungen aus diesem Jahr – aber auch davon unabhängig hat man das Gefühl, dass ELIXIR zum wiederholten Male reichlich Luft nach oben lassen. Und das betrifft nicht unbedingt den Fakt, dass man der Band nicht anhört dass sie aus Uruguay stammt; auch wenn es schön gewesen wäre, mal wieder etwas gänzlich anderes zu hören. Nein, von der stilistischen Ausrichtung her gibt man sich relativ angepasst an etwaige europäische Strömungen – was noch nichts Negatives bedeuten muss und theoretisch eine breite Masse an Power Metal-Fans ansprechen sollte. Doch was genau der Band respektive dem Verantwortlichen Sebastián Vera bei den Aufnahmen, der Abmischung und Produktion passiert ist; sollte zumindest Fragen aufwerfen. Fakt ist, dass WHERE THE SECRET LIES eher wie eine Demo-Veröffentlichung einer gerade erst gegründeten Band klingt – und nicht wie das Zweitwerk von Musikern mit mittlerweile mindestens 7 Jahren Erfahrung auf dem Buckel.

So leiden so gut wie alle Sound-Elemente an einer eher ungünstigen Inszenierung – wobei es den Leadgesang von Brunno Navarro mit am ärgsten erwischt hat. Der ist auch davon abgesehen keiner von jenen Kandidaten, der sich doch einen hohen Wiedererkennungswert oder besondere Fähigkeiten auszeichnet; leider. Ein wenig klingt das Ganze so, als würde man hier einer beliebigen italienischen Power Metal-Band der 90er Jahre lauschen – mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass ELIXIR vermehrt auf einen modernen Anstrich setzen. Und der trägt nicht immer nur gutes zu den Kompositionen bei. Sicher, ganz so wild wie bei 4TH DIMENSION oder SYNTPHONIA SUPREMA geht es nicht zu – aber die Tendenz ist gerade in Bezug auf das Keyboard klar erkennbar. So präsentiert das Album eine Mixtur aus in vielerlei Hinsicht übertriebenen, merklich künstlich klingenden Nummern (Der Opener WORLD IS NOT OVER, die Power-Ballade SAILOR SONG, aber insbesondere das so gesehen heftige RISING STAR), halbwegs akzeptablen Stampfern mit einem dezenten Kitsch-Alarm auch in Bezug auf die Textinhalte (BROKEN HEART, EVERLASTING SOUL) – und solchen, die dann doch noch ein wenig hervorstechen und zumindest theoretisch das Zeug so viel mehr hätten.

Das flotte BEYOND DREAMS beispielsweise macht gerade dank des verspielten Riffings Spaß, und YOU’LL NEVER WALK ALONE hat eine ansprechende progressive Struktur. Ähnliches gilt auch für einige der finalen Titel des Albums, die aber mindestens mit jeweils einem größeren Ärgernis daherkommen und so gesehen weiteres verhindern. Abgesehen vom spätestens jetzt arg eintönigen, schwachen Leadgesang können das auch Dinge wie ein durch ungünstige Background-Shouts verunstalteter Refrain (SOUTHERN PRIDE) sein – oder aber die wiederholt extremen Einflüsse des Keyboards mit seinen elektronischen Klängen (RELEASE MYSELF). Schlussendlich: mit der eher schwachen Präsentation, dem alles andere als spektakulären Leadgesang und den bestenfalls soliden handwerklichen Leistungen der anderen Mitglieder haben EXLIXIR momentan einfach nicht das Zeug dazu, größeres zu bewegen. Auch, da das Album generell keine sonderlich spannenden Wege einschlägt und wirkliche Highlights ausbleiben. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Band in Zukunft entwickeln wird – hoffentlich ist in Bezug auf ein potentielles nächstes Album ein größerer qualitativer Sprung drin.

Absolute Anspieltipps: BEYOND DREAMS, YOU’LL NEVER WALK ALONE


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„Hier liegt schlicht noch zu viel brach.“

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