Metal-CD-Review: PARSIFAL – Heavy Duty (2016)

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Alben-Titel: Heavy Duty
Künstler / Band: Parsifal (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 04. Oktober 2016
Land: International
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Bjarte Alræk – Guitars
Oscar Pelin – Vocals
Victor Pelin – Bass
Bram Trommelen – Drums
Martine Due Sivertsen
James Chancé – Guitars

Track-Liste:

1. Storming the Reaper (05:47)
2. The Volunteer (04:45)
3. One Wish (03:58)
4. Loyalty (05:52)
5. Heavy Duty (04:25)
6. The Battle Conundrum (04:20)
7. The Seven Sorrows (08:44)
8. Imposter (05:59)
9. No Man’s Land (03:20)
10. The Flying Dutchman (04:04)
11. Row (04:15)

Von schweren, aber auch edlen Pflichten.

Auch wenn sich die Musiker von PARSIFAL nach einem wohl bekannten Werkstück von Richard Wagner benannt haben, geht es im Falle des vorliegenden neuen Albums HEAVY DUTY weniger um einen Ausflug in die klassische Kultur – sondern vielmehr um die Entdeckung einer vielversprechenden Power Metal-Combo. Dabei wurden PARSIFAL schon 2012 gegründet, und hatten mit HERE FROM THE PAST (siehe Review) schon kurz darauf ein durch und durch respektables Debüt abgeliefert. Gute drei Jahre später ist es für die aus internationalen Mitgliedern zusammengesetzte Band nun endlich wieder an der Zeit, einen hoffentlich ebenso angenehmen Genre-Beitrag zu leisten. Wieder mit von Partie ist das schon auf dem Debüt etablierte Lineup, wobei vor allem der hiesige Leadsänger Oscar Pelin einigen bekannt vorkommen dürfte – als Tributorious hatte er schon vor Jahren bekannte Genre-Songs auf Youtube gecovert. HEAVY DUTY beinhaltet 11 Titel, und erscheint wie der Vorgänger als auf den ersten Blick unscheinbares Independent-Release – welches die Band potentiell interessierten aktuell sogar komplett kostenlos zur Verfügung stellt, etwa auf ihrer offiziellen Seite.

Wie schon beim Vorgänger fällt dabei eines direkt auf: PARSIFAL klingen beileibe nicht wie eine schnell zusammengewürfelte Combo aus noch unerfahrenen Mitgliedern, die sich mit suboptimalen Demo-Veröffentlichungen auf die Suche nach einem Label begeben. Ganz im Gegenteil: auch HEAVY DUTY lebt von einer spürbaren Passion der einzelnen Mitglieder, die ihr bestes geben um auch aus dem Zweitwerk von PARSIFAL weit mehr als ein ausgelutscht anmutendes Hobby-Projekt zu machen. Glücklicherweise hat das Album auch einige diesbezügliche Vorzeige-Titel anzubieten – wie etwa das wunderbar schmackige THE VOLUNTEER, oder die nicht minder mitreißenden Brecher THE BATTLE CONUNDRUM und IMPOSTER. Aber auch das etwas längere THE SEVEN SORROWS mit seinem dezent progressiven Anstrich macht eine gute Figur, während NO MAN’S LAND als heimliche Hymne des Albums fungiert – nicht zuletzt dank des hervorragenden Refrains.

Dabei ist HEAVY DUTY trotz allem nicht perfekt. Ein potentieller Kritikpunkt ist, dass es insgesamt noch etwas ungeschliffen klingt – zumindest im direkten Genre-Vergleich. In Sachen Aufnahme, Abmischung und Produktion ist also definitiv noch Luft nach oben, gerade was einen etwas differenzierteren Sound sowie die Inszenierung des Leadgesangs betrifft. Anders gesagt: die auf HEAVY DUTY enthaltenen Titel könnten mit etwas mehr Feinschliff schlicht noch besser zur Geltung kommen; doch momentan nimmt man eben was man bekommt. Auch könnte man bemängeln, dass dem Hörer kaum wirklich spektakuläre Anhaltspunkte gegeben werden. Das wiegt in momentan noch nicht ganz so schwer, aber in Zukunft könnte man auch diesbezüglich noch etwas Arbeit investieren. Ein reguläres Intro oder ein Zwischenspiel hie und da wäre vermutlich ebenfalls nicht verkehrt gewesen, auch wenn vollwertige Titel generell immer gerne gesehen sind – doch ein wenig mehr Abwechslung oder sinnige Ruhepausen können eben auch echte Atmosphäre-Booster sein, gerade bei einem Album wie diesem.

Andererseits fällt es merklich schwer, sich Titel herauszupicken auf die man eventuell gänzlich hätte verzichten können – einen wirklichen Ausfall gibt es grundsätzlich nicht. Dennoch bleibt das Gefühl, dass PARSIFAL aus manchen Titeln noch weitaus mehr hätten machen können – wie etwa in Bezug auf das gute aber leider nicht sehr gute ONE WISH; das instrumentell flotte, gesanglich aber eher eintönige LOYALTY oder den ungewöhnlich symphonischen Titeltrack HEAVY DUTY mit seinen teils heftigen Drum-Attacken. Überaus interessant ist dagegen wieder der dezent an FALCONER erinnernde Rausschmeißer ROW.

Schlussendlich: HEAVY DUTY mag nicht allzu viel Abwechslung bieten, doch als herrlich unkomplizierte und unterhaltsame Werkschau von PARSIFAL funktioniert das ganze allemal. Auch, da es gerade in handwerklicher Hinsicht über viele Zweifel erhaben ist – während die produktionsrelevanten Aspekte noch verbessert werden könnten. Insbesondere das Zusammenspiel aus der direkt mitreißenden, kraftvollen und antreibenden Wirkung; sowie einer gewissen, stets im Hintergrund schwebenden Melancholie kommt aber jetzt schon sehr gut auf dem Album zur Geltung. Wenn man bereit ist kleinere Abstriche zu machen, könnte HEAVY DUTY allemal zu einer lohnenswerten Entdeckung werden. In jedem Fall bleibt es spannend zu beobachten, was die Band in Zukunft noch bereithalten wird.

Absolute Anspieltipps: STORMING THE REAPER, THE VOLUNTEER, THE BATTLE CONUNDRUM, NO MAN’S LAND


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„Wie man sieht lebt der Power Metal – und treibt so manch ungeahnte Blüte. Und wenn das Picken einer eben solchen nicht einmal in Rechnung gestellt wird, kann man eigentlich nicht viel falsch machen.“

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