Metal-CD-Review: 4TH LEGACY – Tribulations Of Time (2016)

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Alben-Titel: Tribulations Of Time
Künstler / Band: 4th Legacy (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 04. Oktober 2016
Land: Serbien
Stil / Genre: Heavy / Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Stefan Mijalković – Drums
Boban Pejčić – Guitars
Aleksandar Pejčić – Vocals
Dušan Vasov – Guitars

Track-Liste:

1. Ouroboros (03:53)
2. Garden of Lies (03:49)
3. Almost Home (07:11)
4. The Revelations of the Chimera I: Ancient (05:15)
5. The Revelations of the Chimera II: Against Tyranny (05:02)
6. The Revelations of the Chimera III: Fallen (03:37)
7. Run into the Night (05:10)
8. Strange Aeons (03:30)
9. Requiem (03:52)
10. At the End of Time (05:20)

Die Zeit heilt alle Wunden – hoffentlich.

Nein, man muss die Serben von 4TH LEGACY nicht unbedingt auf dem Schirm gehabt haben, wenn es um die potentiell hochkarätigsten Genre-Releases des Jahres 2016 geht. Dafür ist die bereits 2002 gegründete Combo schlicht zu unbekannt, und hatte wohl auch intern mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass bald nach dem Debütalbum TRUST ein regelrechtes Hick-Hack um das Bestehen der Band begann –  und auch das Lineup immer wieder wechselte. Doch nun, und damit ganze 8 Jahre nach dem Debütalbum; haben die Serben ihr Zweitwerk TRIBULATIONS OF TIME im Gepäck. Dabei bleibt zu hoffen, dass sich jene Tribulations (also Beschwerlichkeiten) hoffentlich nur einen Hinweis auf das inhaltliche Konzept geben – und sich nicht auch im musikalisch-handwerklichen Sinne widerspiegeln. Doch tatsächlich ist genau das der Fall – wenn auch in einer so eher nicht erwarteten Form.

Denn eigentlich spricht vieles für das Album: als Heavy- und Power Metal-Album aus Serbien ist die direkte Konkurrenz eher überschaubar, und das Interesse an der Band so schnell geweckt. Auch das Artwork macht ordentlich was her – und die Titel-Liste mit 10 vollwertigen Tracks ohne Zwischenspiele verspricht, dem Hörer hier in jedem Fall ein volles Brett zu servieren. Dass es im Falle von 4TH LEGACY ausgerechnet den Leadgesang von Aleksandar Pejčić trifft, ist eher ungewöhnlich – aber nicht minder ärgerlich und enttäuschend. Zumal es diesbezüglich gleich in mehrerlei Hinsicht Probleme gibt. Es beginnt damit, dass sein Organ ganz generell gesprochen nur schwerlich als Ursprung einer besonders markanten oder angenehmen Genre-Stimmen zu bezeichnen ist – auch wenn er hörbar bemüht ist, seiner Performance ein gewisses Volumen einzuverleiben. Doch das klingt über weite Strecken eher angestrengt als wirklich versiert – wobei das noch nicht das schlimmste ist. Hinzu kommt schließlich ein mehr als deutlich hörbarer Akzent, der in diesem Fall vieles verhindert. Zumal jene Ausflüge hinsichtlich eines Versuches englische Texte einzusingen nicht einmal besonders charmant klingen – sie sind schlicht störend, und sollten 4TH LEGACY gerade im internationalen Vergleich einen herben Dämpfer verpassen.

Was dem Album so bleibt, sind vor allem seine instrumentellen Qualitäten. Tatsächlich lässt sich der vergleichsweise Gitarren-lastige Sound hören, zumal sich das Riffing als angenehm schroff und variabel erweist. Zusätzlich bekommen die Gitarren immer wieder den nötigen Freiraum, und sorgen so für die ein oder andere unterhaltsame Instrumentalstrecke innerhalb der einzelnen Titel. Auch das Drumming überzeugt, was nicht zuletzt an der Abmischung und Produktion von Srdjan Brankovic liegt. Die ist dem Serben in beinahe jeder Hinsicht gelungen und lässt so gesehen keine oder kaum Wünsche offen. TRIBULATIONS OF TIME klingt schön druckvoll, alles andere als klinisch – und verzichtet außerdem auf etwaige kitschige Elemente. Zumindest, wenn man vom plötzlich doch etwas blümeranten Rausschmeißer AT THE END OF TIME absieht. Das sorgt einstweilen für einen recht ordentlichen Drive – gerade im Hinblick auf den flotten Dreier des Albums, den REVELATIONS OF THE CHIMERA.

Alles andere geht ebenfalls in Ordnung, doch bis auf ein oder zwei weitere Anspieltipps gibt es nicht mehr ganz so viel zu holen. Natürlich aufgrund des erwähnten Leadgesangs (der gerade die Ballade RUN INTO THE NIGHT zu einem absoluten Tiefpunkt des Albums macht), aber auch da es dem Album insgesamt ein wenig an Spannung fehlt. Dennoch: für ein Independent-Release macht das ganze eine allemal annehmbare Figur – sodass es sich lohnen könnte, die Band weiterhin im Auge zu behalten.

Absolute Anspieltipps: OUROBOROS, ALMOST HOME, THE REVELATIONS OF THE CHIMERA I-III


60button

„Ein solides Genre-Album aus Serbien – abgesehen vom Gesang, leider.“

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