Metal-CD-Review: MAEGI – Tales From The King’s Court (2016)

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Alben-Titel: Tales From The King’s Court
Künstler / Band: Maegi (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 20. September 2016
Land: Türkei
Stil / Genre: Progressive Power Metal
Label: Kardanadam Medya

Alben-Lineup:

Oganalp Canatan – Vocals, Guitars, Keyboards

Track-Liste:

1. Cold Is the Void (01:50)
2. Hallowed Are the Ori (06:46)
3. Coming Home (04:44)
4. The King Who Sold His Men (05:33)
5. (If You’re Gonna Drink) Drink Like a Dwarf (04:01)
6. The Queen and Her Lovers (03:27)
7. Make It Rain (04:35)
8. New Born Prince (04:08)
9. Armored Pride (04:01)
10. Fallen Angels (03:39)
11. Orcs! It’s Always Orcs (03:51)
12. Empires Rise, Empires Fall (05:33)

Von Königen, Zwergen und Orcs.

Auch wenn die Türkei nicht gerade als Ursprungsland vieler hochkarätiger Power Metal-Acts bekannt ist, schafft es so manche Band doch noch die großen Bühnen dieser Welt zu betreten. Zumindest, wenn man das heimische Wohnzimmer hinzuzählt – oder aber den Fakt einschließt, dass einige bereits bekannte internationale Musiker mit in ein entsprechendes Projekt involviert sind. Eben so verhielt und verhält es sich auch im Falle von MAEGI, einer noch recht jungen Ein-Mann-Combo aus Ankara – die im Jahr 2013 ihr Debütalbum SKIES FALL (Review) veröffentlicht hat. Doch auch wenn das Album eine Überraschung war und überdies zahlreiche Gast-Auftritte (etwa von Hansi Kürsch, Chris Boltendahl, Tim Ripper Owens oder Zak Stevens) vorgesehen waren, konnte es nicht wirklich überzeugen. Vor allem dann nicht, wenn man es im internationalen Vergleich betrachtete – was aber sicher auch genau so gewollt war.

Nun schreiben wir das Jahr 2016, und MAEGI respektive das einzige angestammte Mitglied Oganalp Canatan hat sich weiterentwickelt. So hört man auf seinem Zweitwerk TALES FROM THE KING’S COURT plötzlich gar keine Gaststimmen mehr – nur an der Instrumenten-Front hat er sich Unterstützung geholt. Und das zumeist von eher unbekannten, lokalen Gastmusikern – mit Ausnahme des in jedem Fall aus der Besetzungsliste herausstechenden Namens von Mike LePond (SYMPHONY X). Da MAEGI grundsätzlich als progressive Power Metal-Combo ausgelegt ist, handelt es sich diesbezüglich wohl um eine vorzügliche Wahl. Gleichzeitig ist es allemal respektabel, dass sich Oganalp Canatan abermals als waschechtes Multitalent erweist – und man sein an den Tag gelegtes Engagement auch immer wieder spürt. Dieses Mal vielleicht sogar noch etwas mehr als auf dem Debüt, zumal es dieses Mal allein an seiner Gesangsleistung liegt das Album entsprechend voranzubringen.

Bei derartigen Voraussetzungen und dem unbedingten Willen, TALES FROM THE KING’S COURT zu etwas großem zu machen; ist es eigentlich fast schon etwas unfair von einem bestenfalls mittelmäßigen Ergebnis zu sprechen. Doch leider hat das MAEGI-Zweitwerk nicht wirklich das Zeug zu mehr – dafür hapert es an noch zu vielen Ecken und Enden. Vor allem fällt auf, dass das Album schlicht keinen nennenswerten Tiefgang anzubieten weiß. Und das weder in musikalischer noch inhaltlicher Hinsicht. Von einem belanglos vor sich herdudelnden Album zu sprechen trifft es zwar nicht ganz, doch dass TALES FROM THE KING’S COURT einstweilen auffällig trivial klingt; ist wohl nicht gänzlich von der Hand zu weisen. Dieser Eindruck wird auch durch die recht schwachbrüstige Produktion und die wenig ausbalanciert wirkende Abmischung unterstützt. Abgesehen von einigen besonderen Momenten, in denen die Aufmerksamkeit voll und ganz auf die beiden Instrumente gelegt wird; gehen so vor allem die Drums und der Bass gerne mal in den Soundkulissen unter.

Jene Soundkulissen bieten überdies kaum nennenswertes, geschweige denn sensationelles an. Streckenweise klingt TALES FROM THE KING’S COURT so wie eine Light-Version beliebig hintereinander gereihter Titel von BLIND GUARDIAN – mit entsprechend tiefer stapelnden Texten; weniger Biss, weniger Kraft und weniger Inspiration. Selbst die progressiven Strukturen, oder eher der progressive Grundanstrich von TALES FROM THE KING’S COURT vermag es nicht, das Album mit einem ansprechenden Unterhaltungsfaktor zu versehen – dafür bewegt sich das Ganze eben doch viel zu weit entfernt von einer wie auch immer gearteten musikalischen Genialität. Und: auch wenn sich einzelne Gesangspassagen von Oganalp Canatan durchaus hören lassen, schafft es der engagierte Musiker einfach nicht ein ganzes Album auch noch in gesanglicher Hinsicht zu stemmen. Dafür agiert er einstweilen deutlich zu gleichförmig und in kräftigeren Passagen hörbar angestrengt. Vor allem aber hinterlässt auch sein Gesang einen absolut unspektakulären Eindruck. Im schlimmsten Fall wirkt es gar so, als würden lediglich einige relativ belanglose und für das Genre absolut typische Geschichten erzählt werden – und eben nicht so, als würde hier jemand mit Leib und Seele etwas verkörpern.

Immerhin: auch wenn man es hätte befürchten können, markieren Titel wie IF YOUR’RE GONNA DRINK DRINK LIKE A DWARF oder ORCS! IT’S ALWAYS ORCS gar nicht erst die Tiefpunkte des Albums – aber das ist nur ein schwacher Trost. TALES FROM THE KING’S COURT avanciert somit zu einem Album, welches mit Vorsicht zu genießen ist. Erst Recht, da letztendlich weder Freunde von technisch-vertrackten progressiven Elementen; noch Fans eines Power Metal der Marke BLIND GUARDIAN zufriedengestellt werden können. Und das nicht nur, da die Parallelen einstweilen überdeutlich sind. MAEGI geben sich hier schlicht etwas zu unentschlossen, und überzeugen so weder in dem einen noch dem anderen Bereich. Sollte ein weiteres Album kommen, sollte sich Frontmann Oganalp Canatan besser vermehrt auf den allgemeinen Sound des Albums konzentrieren, vielleicht noch Teile des Instrumentenspiels übernehmen – und in jedem Fall einen festen Sänger verpflichten.

Absolute Anspieltipps: /


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„Leider schlecht inszeniert und über weite Strecken austauschbar – spannend klingt und geht anders.“

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