Metal-CD-Review: FREEDOM CALL – Master Of Light (2016)

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Alben-Titel: Master Of Light
Künstler / Band: Freedom Call (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 11. November 2016
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Steamhammer

Alben-Lineup:

Chris Bay – Vocals, Guitars, Keyboards
Lars Rettkowitz – Guitars
Ilker Ersin – Bass
Ramy Ali – Drums

Track-Liste:

1. Metal Is for Everyone (04:52)
2. Hammer of the Gods (03:11)
3. A World Beyond (05:54)
4. Masters of Light (05:29)
5. Kings Rise and Fall (04:02)
6. Cradle of Angels (05:03)
7. Emerald Skies (03:39)
8. Hail the Legend (03:58)
9. Ghost Ballet (03:07)
10. Rock the Nation (03:11)
11. Riders in the Sky (04:15)
12. High Up (03:03)

Für Fans uns solche, die es warum-auch-immer noch nicht sind.

Ja, auch die alten Hasen von FREEDOM CALL melden sich 2016 mit etwas handfestem im Gepäck zurück. Dabei hatte die schon seit 1998 bestehende Power Metal-Institution aus bayrischen Gefilden erst vor gut 2 Jahren gezeigt, dass noch immer mit ihr zu rechnen ist: das überraschend gute BEYOND (Review) orientierte sich nicht nur deutlicher an den eigentlichen Ursprüngen der Band, sondern überzeugte auch ganz unabhängig als eines der vielleicht besten Genre-Alben des Jahres 2014. Nun sind schon wieder zwei Jahre wie im Flug vergangen, wobei eines mit Sicherheit feststeht: FREEDOM CALL werden einfach nicht älter. Und das ist nicht nur auf die durchweg sympathischen Band-Mitglieder selbst, sondern vor allem auch auf ihre ureigene Spielart und Interpretation eines europäischen Power Metal zu beziehen. FREEDOM CALL präsentieren und inszenieren sich schließlich auch im Jahre 2016 so engagiert, feucht-fröhlich und verspielt wie eh und je – auch wenn es bis zum offiziellen Releasetermin am 11. November 2016 noch etwas hin ist.

Doch glücklicherweise kann hier auf OLIVERDSW schon jetzt ein exklusiver Blick auf das Album geworfen werden. MASTER OF LIGHT kommt mit einem eher unscheinbaren Cover-Artwork im Comic-Look und 12 neuen Titeln daher – und macht gleich von den ersten Takten an klar, dass der geneigte Genre-Hörer hier auf den typischen FREEDOM CALL-Sound in Reinkultur treffen würde. Der packend-schmackige Opener METAL IS FOR EVERYONE ist schließlich eine jener Hymnen, wie sie auch schon auf BEYOND enthalten war. Damals horchte sie auf den Namen UNION OF THE STRONG und wurde als Videosingle ausgekoppelt – sodass es nicht weiter verwunderlich wäre wenn sich FREEDOM CALL dieses Mal für eben jenes, von der etablierten Atmosphäre her relativ deckungsgleiche METAL IS FOR EVERYONE entscheiden würden. Zumindest, wenn es um ein erstes offizielles Musikvideo zum Album geht. Die Titel-Nummer #2 des Albums, HAMMER OF THE GODS wurde indes schon als ofizielle Single und Lyric-Video veröffentlicht.

In der Tat präsentieren sich FREEDOM CALL auch im weiteren Verlauf des Albums genau so, wie man sie kennt und im besten Fall auch lieben gelernt hat. Etwaige Grundsatzdiskussionen über einen generell etwas zu fröhlichen und leichtgängigen Sound der Band sind dabei nichts neues – aber in jedem Falle etwas müßig. FREEDOM CALL stehen schließlich schon seit ihrem Debütalbum STAIRWAY TO FAIRYLAND (Review) für einen enorm hymnischen, eingängigen, alles andere als aggressiven Power Metal – wobei es natürlich dennoch nicht an einer gewissen Portion Kraft, Tempo und Ausdrucksstärke fehlen darf. Und mit dieser Rezeptur sind FREEDOM CALL eigentlich immer gut gefahren, auch wenn ihre Diskografie nicht nur unantastbare Highlights aufweist. Würde man MASTER OF LIGHT ein potentielles Problem ankreiden wollen, so fände sich dies ohnehin nicht in ihrer Spielart begründet – und schon gar nicht in Bezug auf das an den Tag gelegte, in jedem Falle formidable Handwerk oder die wie so oft keine Wünsche offenlassende Produktion.

Und doch gibt es etwas, was den Gesamteindruck des neuen Albums etwas zu schmälern weiß. Wobei es sich zweifelsohne um einen Umstand handelt, der von Hörer zu Hörer mit einer unterschiedliche Gewichtung versehen werden könnte. Vor allem aber wird es eine Rolle spielen, in wie weit und wie intensiv man die bisherige Diskografie der Bayern verinnerlicht hat. Anders gesagt: als regelrechter Dauer-Konsument der Band wird man die selbst auferlegte Treue von FREEDOM CALL ein weiteres Mal feiern und sich womöglich schon auf etwaige Live-Auftritte freuen, denn dafür eignen sich die Titel auf MASTER OF LIGHT mal wieder vorzüglich. Doch könnte man sich gleichzeitig am insgesamt nicht mehr ganz so frischen Soundeindruck des Albums stören, welches im Grunde als inhaltliche und musikalische Fortsetzung von BEYOND fungiert. Viele der von Fans geliebten Trademarks der Band sind dabei natürlich wieder mit von der Partie – aber eventuell ohne, dass diese noch für eine ähnliche Begeisterung sorgen könnten wie dereinst.

Die Befürchtung, dass die Band langsam aber sicher droht sich nur noch zu wiederholen; ist also nicht gänzlich unberechtigt. Gleichzeitig aber ist der allgemeine Spaßfaktor des Albums enorm – und das zumindest aktuell noch derart, dass man geneigt ist über einen sich potentiell anbietenden Déjà-Vu-Effekt hinwegzusehen. Es bleibt demnach nur noch abzuwägen, was man von einem Album wie MASTER OF LIGHT erwartet. Fest steht: wer sich eine musikalische Revolution in Bezug auf die Band oder das Genre im allgemeinen erhofft; ist hier definitiv an der falschen Adresse. In erster Linie können sich Fans und Freunde der alten FREEDOM CALL-Alben angesprochen fühlen – die auch auf dem mittlerweile neunten Album der Band keine gewagten Experimente erleben; sondern nur noch mehr von der typischen FREEDOM CALL-Essenz kredenzt bekommen möchten.

Absolute Anspieltipps: METAL IS FOR EVERYONE, KINGS RISE AND FALL, HAIL THE LEGEND


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„Ein Muss für FREEDOM CALL-Fans.“

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