Metal-CD-Review: VEONITY – Into The Void (2016)

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Alben-Titel: Into The Void
Künstler / Band: Veonity (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 23. September 2016
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Sliptrick Records

Alben-Lineup:

Kristoffer Lidre – Bass
Joel Kollberg – Drums
Samuel Lundström – Guitars
Anders Sköld – Vocals, Guitars

Track-Liste:

1. When Humanity Is Gone (05:16)
2. Frozen (05:15)
3. A New Dimension (04:40)
4. Awake (04:56)
5. Insanity (01:51)
6. Solar Storm (03:36)
7. Until the Day I Die (03:58)
8. In the Void (05:06)
9. Warriors of Time (04:02)
10. Astral Flames (04:46)
11. Heart on Fire (05:50)
12. Winds of Faith (06:01)

Der Griff nach den Sternen.

Was ist denn nur im September los ? Nachdem sich kürzlich schon POWER QUEST, IRON FIRE, NARNIA oder auch die alten Hasen von ALMAH mit neuem Material zurückgemeldet haben, hätte man meinen können dass mit dem neuem SYMPHONITY-Album KING OF PERSIA erst einmal Schluss ist mit den potentiellen und in jedem Fall lang erwarteten Highlights… doch dann kommen plötzlich VEONITY mit einem neuen Studioalbum daher. Wären die beiden ebenfalls in diesem Monat veröffentlichten Singles WARRIORS OF TIME und IN THE VOID nicht gewesen, hätte man eigentlich kaum mit den Schweden rechnen können. Ihr Debütalbum GLADIATORS TALE (Review) erschien schließlich erst 2015. Doch offenbar wollen VEONITY es noch einmal wissen, wobei man ihre Voraussetzungen etwas im Genre zu bewegen nicht von der Hand weisen kann. Schon GLADIATORS TALE war alles andere als von schlechten Eltern – und überzeugte nicht nur mit einem recht erfrischenden und kräftigen Sound, sondern auch mit einigen handfesten Alleinstellungsmerkmalen.

Für ihr zweites Album bewegen sich VEONITY allerdings weit weg vom staubigen Schlachtfeld der Gladiatoren – und wagen einen Blick zu den Sternen. INTO THE VOID beinhaltet 12 Titel und kommt mit einem gleichermaßen hübschen wie stimmigen Cover-Artwork daher – was schnell dazu führt, dass man geneigt ist an potentielle Vergleichswerke zu denken. Auf den ersten Blick böten sich hier etwa IRON FIRE’s sehr gutes VOYAGE OF THE DAMNED (Review), ein Klassiker wie GAMMA RAY’s SOMEWHERE OUT IN SPACE (Review); oder auch das Schaffen von KELDIAN als Meister der sphärischen Erzählkunst an. Doch VEONITY wären nicht VEONITY, wenn sie auch dieses Mal darauf bedacht wären etwas möglichst eigenständiges zu kreieren. Und das ist den Schweden über weite Strecken auch gelungen: ein derart temporeiches, kräftiges, verspieltes und mit vielen hymnischen Momenten gespicktes Album gab es schon länger nicht mehr; zumindest wenn es um Genre-Alben mit einer gewissen Affinität zur Science Fiction geht. Und so nehmen VEONITY die schon auf GLADIATORS TALE an den Tag gelegte Kraft innerhalb eines ohnehin wuchtigen Soundgewandes, packen sie in einen neuen thematischen Zusammenhang – und erreichen damit tatsächlich schnell höher gelegene Sphären.

Schließlich geht vor allem das äußerst knackige Riffing schnell ins Ohr – und auch die Soli und Refrains wissen zu überzeugen. Hinzu kommt ein gleichermaßen bestimmter wie dezenter Einsatz des Keyboards, der die energetischen Kompositionen hier und da unterstützt. Schon der Opener WHEN HUMANITY IS GONE schöpft diesbezüglich klar aus dem Vollen: es klingt schlicht unglaublich gut, wenn VEONITY erstmals richtig loslegen und ihre volle instrumentale Bandbreite ausspielen. Hier von einer extrem mitreißenden Wirkung zu sprechen, trifft es wohl recht genau.

Und doch hat INTO THE VOID einen potentiellen Knackpunkt, der gar nicht mal auf das möglicherweise wenig innovativ anmutende Konzept oder die entstehenden musikalischen Parallelen zu anderen Bands (IRON SAVIOR oder auch THE STORYTELLER wurden noch nicht genannt) zurückzuführen ist. Nein, vielmehr geht es um die gesanglichen Leistungen der schwedischen Truppe. Diese muss man allerdings in zwei Bereiche aufteilen: während es in Bezug auf die schmackigen Chor- und Backgroundgesänge gut aussieht – und das sogar derart, dass man geneigt ist von einem Genre-Maßstab zu sprechen – sieht es hinsichtlich der Darbietung von Leadsänger Anders Sköld nicht ganz so gut oder zumindest durchwachsen aus.

Die erste Auffälligkeit ist, dass er sich auf INTO THE VOID deutlich weniger rau und kratzig inszeniert als noch auf dem Vorgänger – wobei die generell etwas höheren Gesangslagen noch recht gut zum Konzept des Albums passen. Das ändert allerdings nichts daran, dass seine Aussprache und Akzentuierung hie und da Schwächen aufweist. Oder anders gesagt: man hört stellenweise deutlich, dass Englisch nicht seine Muttersprache ist. Damit kann sich arrangieren, erst Recht wenn man ganz andere Gratwanderungen etwa aus den japanischen Genre-Gefilden gewöhnt ist – doch es fällt auf, gerade in den sonst so perfekten instrumentalen Kompositionen. Somit ist seine Darbietung mit gemischten Gefühlen zu betrachten – zumal man klar das Gefühl hat, als wäre hier noch deutlich mehr drin gewesen, analog zu den nicht immer optimalen Textinhalten. Das ändert zwar nicht viel am allgemeinen Spaß- und Unterhaltungsfaktor des Albums, der vor allem in Hymnen wie IN THE VOID ganz und gar großgeschrieben wird – doch einen kleinen Dämpfer versetzt es dem Album durchaus.

Schlussendlich: INTO THE VOID ist ein lohnenswertes Power Metal-Album geworden. Vielleicht keines, welches größere Chancen hat sich den Genre-Thron des Jahres 2016 zu sichern – doch allemal eines, welches sich außerordentlich gut macht in der noch jungen VEONITY-Diskografie. Die Schweden haben somit fast alles richtig gemacht – und sollten mit ihrem neuen Werk vor allem Freunde eines gleichermaßen kräftigen wie melodischen Power Metal ansprechen können.

Absolute Anspieltipps: WHEN HUMANITY IS GONE, FROZEN, AWAKE, IN THE VOID, WINDS OF FAITH


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„Macht Spaß – und das nicht zu knapp.“

2 Gedanken zu “Metal-CD-Review: VEONITY – Into The Void (2016)

    1. Hi & kein Problem, zumindest bei den Kommentaren wird nicht so sehr auf Rechtschreibung geachtet. Aber da Du die Korrektur gleich mitgeliefert hast, habe ich das mal eben angepasst😉

      Habe mir WINDS OF FAITH auch gerade noch einmal gegeben… stimmt wohl, zumindest zu den Anspieltipps könnte ich das Ganze packen. Ist somit geschehen !🙂

      Und: es freut mich, dass Dir die Seite gefällt. Viele Power Metal-Fans haben sich hier ja noch nicht zu Wort gemeldet, da ist jede einzelne Rückmeldung umso gewichtiger.

      Hoffentlich auf bald & MfG, Oliver

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