Metal-CD-Review: WINTERSTORM – A Coming Storm (2010)

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Alben-Titel: A Coming Storm
Künstler / Band: Winterstorm (mehr)
Veröffentlichungsdatum: April 2010
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Peter C. – Bass
Seb A. – Drums, Vocals
Armin H. – Guitars
Alex S. – Vocals
Michi L. – Guitars

Track-Liste:

1. A Coming Storm (Intro) (03:16)
2. The Final Rise (04:30)
3. A Wizard’s War (05:40)
4. March on the Peaks (00:40)
5. Winterheart (04:40)
6. Fortune’s Blood (03:54)
7. Climb the Highest Mountains (05:02)
8. Battlecry (06:21)
9. Winterhumppa (03:41)
10. Thirst of Revenge (06:20)

Von Stürmen und solchen, die noch folgen sollten.

A COMING STORM ist das Debütalbum einer bis 2010 noch nicht in Erscheinung getretenen, heute aber umso bekannteren Power Metal-Formation aus Bayern. Und damit auch einer Band, der man seit jeher eines mit Sicherheit unterstellen konnte: einen enormen Tatendrang. So sprach und spricht das hiesige und innerhalb eines Jahres verwirklichte WINTERSTORM-Debütalbum nicht nur für sich – sondern deutete bereits dezent an, dass auch in Zukunft mit einer neuen musikalischen Naturgewalt zu rechnen wäre. Einer, die es sich allemal lohnt zu entdecken – was insbesondere auf die heute behandelte, erste Werkschau der Band zu beziehen ist. A COMING STORM beinhaltet 10 respektive 8 vollwertige Titel (abzüglich des Intros und eines Zwischenspiels), von denen der Opener A FINAL RISE bereits vorab als Videosingle ausgekoppelt wurde. Und das zu Recht; denn auch wenn es sich um eine vergleichsweise einfach gestrickte Nummer handelt, geht sie dank ihres Hymnen-Potentials direkt ins Ohr. Das an den Tag gelegte Handwerk, die überraschend runde Produktion und die spürbare Treue zu typischen Genre-Trademarks vermögen es jedenfalls allemal, den geneigten Genre-Hörer zu begeistern.

Im weiteren Verlauf des Albums zeigt sich dann vor allem eines: WINTERSTORM klangen schon in dieser frühen Phase ihrer Karriere außerordentlich stilsicher und gefestigt. Auch, oder gerade wenn es um die nicht direkt zündenden und damit etwas vielschichtigeren Nummern geht. Das episch angelegte A WIZARD’S WAR beispielsweise braucht trotz des eingängigen Refrains etwas Zeit, sich zu entfalten – doch dann setzt sich auch diese dezent melancholische, stilistisch irgendwo zwischen dem Schaffen von CRYSTALLION und ORDEN OGAN zu verortende Nummer in den Gehörgängen fest. Sicher auch, da WINSTERSTORM ein gutes Gespür für ihre Soundkulissen mitbringen: das Riffing ist knackig und im Mix zumeist angenehm vordergründig; das Keyboard ist über weite Strecken präsent, klingt aber niemals aufdringlich oder allzu künstlich – während sich das Drumming und der Bass zwar nicht als herausragende, aber eben doch absolut unverzichtbare Sound-Elemente in den WINTERSTORM-Kompositionen herausstellen.

Einen sehr guten Eindruck vom Sound der Bayern erhält man so auch im überraschenden WINTERHEART, das mit rhythmischen Folk-Anleihen und starken Backing-Vocals daherkommt – und im späteren Verlauf eine gleichermaßen markante wie explizit symphonisch angehauchte Instrumentalstrecke präsentiert. An Abwechslung mangelt es jedenfalls nicht, auch wenn diese teilweise mit gemischten Gefühlen zu betrachten ist. Die Power-Ballade des Albums, CLIMB THE HIGHEST MOUNTAINS beispielsweise ist einerseits mehr als die typisch-obligatorische Herzschmerz-Ballade; und vermag es durchaus eine nennenswerte Atmosphäre zu erschaffen. Andererseits aber – und trotz der grundsätzlich ansprechenden Gesangsdarbietung des Band-Drummers Seb A. – kann man sich das Schmunzeln zumindest stellenweise nicht verkneifen. Schuld daran ist nicht nur die allgemein großzügige Portion Kitsch, sondern vor allem einige aufgrund des Leadgesangs unfreiwillig komisch wirkende Passagen.

In eine ganz ähnliche Kategorie fällt dann wohl auch das launige WINTERHUMPPA, dass trotz seiner beschwingten Folk-Melodie nicht so Recht zünden will – der Text und die Gesangsdarbietung wirken schlicht etwas zu plump. Mit BATTLECRY und dem Rausschmeißer THRIST OF REVENGE erwarten den Hörer dann aber noch einmal zwei hymnische Brecher, zu denen man immer gerne zurückkehren wird – und auch das bisher noch nicht erwähnte Intro und das Zwischenspiel MARCH ON THE PEAKS sind nicht zu verachten. Schlussendlich: A COMING STORM kann problemlos als Genre-Geheimtipp einer vielversprechenden Newcomer-Band bezeichnet werden – zumal hier handwerklich und Sound-technisch schon so gut wie alles stimmt. Als minimal störend erweisen sich nur die nicht immer perfekt inszenierten Lead-Vocals, der kaum hörbare Bass sowie das eher hintergründige Drumming. Davon, und von ein oder zwei Nummern die man sich hätte schenken können einmal abgesehen; haben WINTERSTORM hier fast alles richtig gemacht.

Absolute Anspieltipps: THE FINAL RISE, A WIZARD’S WAR, WINTERHEART, BATTLECRY


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„Ein gelungener Karriere-Auftakt.“

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