Metal-CD-Review: WINGS OF DESTINY – Kings Of Terror (2016)

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Alben-Titel: Kings Of Terror
Künstler / Band: Wings Of Destiny (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 27. Mai 2016
Land: Costa Rica
Stil / Genre: Power Metal
Label: Power Prog Records

Alben-Lineup:

Edgardo Monge – Bass
Allan „Kalay“ Murillo – Guitars
Cristian Jiménez – Guitars
Alejandro Amador – Keyboards
Anton Darusso – Vocals
David Roda – Drums

Track-Liste:

1. We Bring You the Night (05:07)
2. Angels & Demons (05:58)
3. Kings of Terror (04:56)
4. Eye of the Storm (05:33)
5. Sea of Oblivion (Intro) (02:16)
6. Siren’s Song (04:12)
7. Holy Innocence (05:34)
8. Lie to Me (04:58)
9. Touch the Sky (05:23)
10. Eternity (03:26)
11. United We Stand (05:01)
12. Angels & Demons (05:55)

Solange der Terror rein musikalischer Natur ist…

Vor ziemlich genau eineinhalb Jahren wurde auf diesem Blog das Debütalbum einer bis dato unbekannten Power Metal-Formation aus Costa Rica vorgestellt – DESTINY. Das entsprechende Erstwerk TIME hat in der Analyse einen mehr als nur passablen Eindruck hinterlassen und machte zweifelsohne Lust auf mehr – woran sich bis heute nichts geändert hat (siehe Review). Nun schreiben wir das Jahr 2016, und aus DESTINY sind plötzlich die WINGS OF DESTINY geworden – vermutlich, um eine bessere Unterscheidung vornehmen zu können. Aber es hat sich offenbar noch weit mehr getan an und innerhalb der 6-köpfigen Band. KINGS OF TERROR, das überraschende zweite Studioalbum der Band; kommt schließlich mit einem wesentlich düstereren Anstrich und progressiveren Strukturen daher – und gerät gerade dadurch zu einer kleinen Herausforderung. Einer mit vielen positiven Attributen – aber eventuell auch einer Kehrseite der Medaille.

Zu allererst gilt es dabei zu verarbeiten, dass sich die WINGS OF DESTINY relativ zügig von ihrer ursprünglichen Spielart entfernt respektive eine ordentliche Schippe draufgelegt haben – und sich statt auf einen eher gradlinigen und hymnisch angelegten Power Metal nunmehr auf deutlich komplexere Strukturen stürzen. Das klingt zunächst gar nicht mal schlecht; zumal KINGS OF TERROR keines jener Alben ist, die man mal eben nebenbei verköstigen kann oder sollte – es verlangt dem geneigten Genre-Hörer etwas mehr Aufmerksamkeit ab. Hinzu kommt, dass man wohl auch nicht ganz so schnell warm werden wird mit den so gesehen erwachseneren Kompositionen und den gut in das aktuelle Weltgeschehen passenden Textinhalten. Das Album als eingängig zu bezeichnen wäre also nicht ganz richtig – wobei auch das alles andere als ein Negativkriterium ist. Schließlich kann das hier durchaus angebrachte Gewöhnen, Durcharbeiten und für-sich-entdecken in einer umso zufriedenstellenderen Belohnung münden – es dauert nur etwas länger, bis man die Atmosphäre von KINGS OF TERROR explizit in sich aufsaugen kann.

Und doch ist nicht alles Gold was glänzt, oder eher durch die Schwingen des Schicksals vermittelt wird. Denn obschon die Costa-Rikaner dem Titel des Albums alle Ehre machen und sich enorm wuchtig, vielfältig und inhaltlich gewichtig inszenieren; scheinen sie es einstweilen etwas zu wild zu treiben. So könnte man schon den Auftakt des Albums als dezent überladen bezeichnen, zumindest wenn man schlecht gelaunt ist. Nummern wie WE BRING YOU THE NIGHT, ANGELS & DEMONS und KINGS OF TERROR schöpfen klar aus dem instrumentalen Vollen, und kredenzen dem Hörer eine nicht wirklich leicht zu verdauende Bandbreite an wilden Drums inklusive zahlreicher Doublebass-Passagen, fetziger Soli-Strecken, einem massiven Keyboardeinsatz und teils heftigen Stimmungswechseln. Zum vermutlich größten Streitpunkt wird wohl aber der Leadgesang von Anton Darusso avancieren – der sich auf dem Debüt noch eher von seiner sanften Seite zeigte. Zumindest im direkten Vergleich – auf KINGS OF TERROR jedoch klingt er so kräftig, rau und auch kratzig wie niemals zuvor. Selbst aggressive Shouts und Growls sind einstweilen zu hören – wobei es beileibe nicht immer ganz gesund klingt, was hier Stimm-akrobatisch auf die Beine gestellt wurde. Seine regelrecht durchtriebene Darbietung in ANGELS & DEMONS dürfte hier wohl klar als Paradebeispiel fungieren.

Enorm abwechslungs- und facettenreich ist seine Darbietung aber allemal – denn in balladesken Nummern wie SIREN’S SONG oder ETERNITY zeigt sich der Sänger plötzlich wieder von einer ganz anderen Seite. Mit UNITED WE STAND gibt es dann sogar doch eine eher einfach gestrickte, hymnisch angelegte Uptempo-Nummer ohne größere Gesangsausbrüche – was der Band ebenfalls sehr gut zu Gesicht steht. Und auch wenn es es bisher vermieden wurde, potentielle Vergleichsbands zu Rate zu ziehen; übernehmen dies die WINGS OF DESTINY mit einem Titel wie HOLY INNOCENCE gleich selbst – mit einem geladenen Gast namens Roberto Tiranti (LABYRINTH). Und tatsächlich, ganz so abwegig erscheint der Vergleich nicht – auch wenn die WINGS OF DESTINY insgesamt etwas pompöser und symphonischer klingen. Auch von Fabio Lione (RHAPSODY OF FIRE) gibt es eine kleine Gastperformance – aber der ist ja bekannt dafür, dem ein oder anderen Genre-Künstler die Hand zu reichen. Und das lohnt sich auch hier, denn erst mit ihm wird die Bonus-Version von ANGELS & DEMONS zu einem Genuss. Somit würde sich sicher auch eben jener RHAPSODY-Frontmann wünschen, dass man den WINGS OF DESTINY und ihrem KINGS OF TERROR eine Chance gibt. Fest steht: es handelt sich schließlich weder um ein leichtgängiges noch um ein typisches Genre-Album. Ob man dennoch oder gerade deshalb mit ihm warm werden kann, muss ein jeder für sich selbst entscheiden. Das Angebot ist jedenfalls da.

Absolute Anspieltipps: WE BRING YOU THE NIGHT, KINGS OF TERROR, HOLY INNOCENCE, UNITED WE STAND


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„Ein überraschend kräftiges und etwas anderes Genre-Album, welches in keine Schublade passt und gerade deshalb einen gewissen Reiz entwickelt.“

2 Gedanken zu “Metal-CD-Review: WINGS OF DESTINY – Kings Of Terror (2016)

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