Metal-CD-Review: ALESTORM – Black Sails At Midnight (2009)

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Alben-Titel: Black Sails At Midnight
Künstler / Band: Alestorm (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 27. Mai 2009
Land: Schottland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Napalm Records

Alben-Lineup:

Christopher Bowes – Vocals, Keyboards, Tin Whistle
Dani Evans – Bass, Guitars
Ian Wilson – Percussion, Vibraslap

Track-Liste:

1. The Quest (04:57)
2. Leviathan (05:56)
3. That Famous Ol‘ Spiced (04:46)
4. Keelhauled (03:42)
5. To the End of Our Days (06:23)
6. Black Sails at Midnight (03:31)
7. No Quarter (03:02)
8. Pirate Song (04:03)
9. Chronicles of Vengeance (06:25)
10. Wolves of the Sea (Pirates of the Sea cover) (03:34)

Es gilt, die Segel erneut zu hissen.

BLACK SAILS AT MIDNIGHT ist das zweite offizielle Studioalbum der Schottischen Pirate Power Metaller von ALESTORM – und eines jener musikalischen Sequels, bei denen man nicht das Gefühl hat als sei in der Zwischenzeit viel passiert. Doch das muss noch nichts negatives bedeuten, denn tatsächlich liegt das Debütalbum CAPTAIN MORGAN’S REVENGE (Review) gerade einmal ein Jahr zurück. Überhaupt sollte es gerade für eine recht spezifisch ausgerichtete Band wie ALESTORM schwierig sein, sich neu zu erfinden – sodass die Schotten auch dieses Mal wie der Schuster bei seinen Leisten bleiben, und der geneigten Hörerschaft einen rundum Party-tauglichen Power Metal der eher raubeinigen Art kredenzen.

Das bedeutet in erster Linie, dass ALESTORM auch auf BLACK SAILS AT MIDNIGHT eine möglichst gut funktionierende Symbiose aus einer schroffen Metal-Grundlage sowie zahlreichen verspielten Zutaten anpeilen – die sich in schunkelnden Männerchören, reichlich Keyboardeinsatz, tatsächlich gespielten traditionellen Instrumenten sowie ganz besonders der unverkennbaren Darbietung des hiesigen Leadsängers Cristopher Bowes widerspiegeln. Wie beim Vorgänger gilt dabei vor allem eines: man wird diese Mixtur entweder lieben oder hassen, für irgendetwas dazwischen scheint eigentlich kaum Platz. Immerhin zeigen ALESTORM auch auf ihrem Zweitwerk eines mit Nachdruck: dass sie das was sie da machen lieben, können und wohl auch weiterhin machen werden; komme was wolle. Gerade diese konsequente Einstellung vermag es im besten Fall auch, sich auf den Hörer zu übertragen – der sich bei vielen der auf BLACK SAILS AT MIDNIGHT enthaltenen Titel bei einem taktvollen Mitwippen ertappen könnte. Wenn das mal reicht – denn dass ALESTORM mehr als nur ordentlich Stimmung machen können, bewiesen sie schon auf ihrem Debüt.

Spaß macht das Album so allemal, auch wenn im zweiten Anlauf dieselben potentiellen Schwächen auftauchen die auch schon der Vorgänger mitbrachte. Da es sich aber um das zweite Album der Band handelt und es somit keinen vergleichbaren Überraschungseffekt mehr gibt, könnten diese nun etwas schwerwiegender ausfallen als noch zuvor. So klingt BLACK SAILS AT MIDNIGHT über weite Strecken auffällig gleichförmig, viel Abwechslung gibt es nicht. Es sei denn natürlich, man zählt Titel wie das ausnahmsweise mal deutlich langsamer inszenierte TO THE END OF OUR DAYS hinzu. Das Problem: auch wenn eine quasi-balladeske Nummer wie dieser im Alben-Kontext erfrischend erscheinend mag, klingt sie einfach nicht gut – sondern eher verdächtig langatmig. Selbst die potentielle Hymne des Albums, KHEELHAULED kann nicht wirklich überzeugen – hier klingen ALESTORM etwas zu hektisch und vor allem im refrain ernüchternd. Von kleineren Nuancen wie diesen abgesehen gibt es aber wenig spektakuläres zu vermelden, weder im positiven noch im negativen Bereich: es gibt weder klar erkennbare Highlights, noch absolut zu vernachlässigende Titel.

Das kann man zwar interpretieren wie man will – doch scheint diese Feststellung gut zum so gesehen nicht gerade aufregenden Eindruck des Albums zu passen. Im schlimmsten Fall avanciert BLACK SAILS AT MIDNIGHT so zu einem Power Metal-Album der Marke weder-noch. Eines, das durchaus Spaß macht – aber eben auch nur innerhalb eines bestimmten Rahmens, wenn die Dosierung stimmt – und wenn man das deutlich bessere und frischere Debütalbum nicht zu Vergleichszwecken heranzieht.

Absolute Anspieltipps: CHRONICLES OF VENGEANCE


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„Schon jetzt klingt die Musik von ALESTORM verdächtig abgenutzt – zumindest, wenn man dieses Album mit dem erst ein Jahr zurückliegenden Vorgänger vergleicht.“

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