Metal-CD-Review: DAREWOLF – Ep. II-I (EP, 2016)

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Alben-Titel: EP. II-I (EP)
Künstler / Band: DareWolf (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 03. September 2016
Land: Portugal
Stil / Genre: Heavy / Power Metal, Hard Rock
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Bernardo Fernandes – Bass
João Filipe Antunes – Drums
Rui Pinto – Guitars
Rui Baia – Guitars, Vocals (backing)
Gonçalo Baia – Vocals (lead)

Track-Liste:

1. Welcome (01:40)
2. Freakshow (04:15)
3. Poison Kiss (03:58)
4. Paraíso (04:42)
5. Keep Holding On (05:05)
6. Silent Cry (10:36)

Trau dich doch mal was.

Nanu, wer oder was sind denn DAREWOLF ? Tatsächlich handelt es sich um eine erst kürzlich gegründete Heavy- respektive Power Metal-Formation aus Portugal, die mit der merkwürdig betitelten EP II-I ihren Genre-Einstand feiert. Diese beinhaltet 6 Titel, und ist vorerst nur in rein digitaler Form auf der Bandcamp-Plattform (siehe Link) verfügbar. Ob irgendwann noch etwas handfesteres folgt, wird sich wohl zeigen. Zunächst aber gilt es, sich dem ersten Anschauungsmaterial der Band zu widmen. Wobei vor allem eines direkt auffällt, denn: interessanterweise klingen DAREWOLF überhaupt nicht so wie zunächst erwartet. Das gilt insbesondere für den Opener FREAKSHOW sowie das folgende POISON KISS – zwei Titel, die direkt den besten 80er Jahren entsprungen scheinen und demnach erstaunlich klassisch klingen. Wobei hier sicher auch die Produktionsqualität ein Wörtchen mitzureden hat – die bei weitem nicht perfekt erscheint, was sich hier aber nicht unbedingt als störend erweist. So bringt die EP II-I eine noch intensiveren Retro-Charme mit – und sollte speziell jene Metaller ansprechen, die nichts gegen eine Priese Hardrock einzuwenden haben.

Hinzu kommt, dass DAREWOLF in einem moderaten Tempo spielen, sich instrumentell eher bedeckt halten, die Gitarren und das Drumming aber klar in den Vordergrund rücken – und gleich komplett auf den Einsatz eines Keyboards verzichten. Im Zusammenspiel mit dem Songwriting entsteht so eine angenehm unverschnörkelte, gradlinige und zutiefst klassische Gesamtwirkung – bei der man am ehesten an die melodischen Hardrocker von PRAYING MANTIS denken wird. Erst Recht, da die besungenen Inhalte ebenfalls nah beieinander liegen. Ein potentielles Alleinstellungsmerkmal aber haben DAREWOLF zweifelsohne – und damit sind nicht die hie und da eingeworfenen, allerdings höchst dezenten Growls in FREAKSHOW gemeint. Nein, vielmehr geht es um den hiesigen Leadsänger Gonçalo Baia – der eine überraschend raue, rockig-kratzige und unverwechselbare Stimme hat – und diese recht gut in Szene zu setzen weiß.

Zumindest immer dann, wenn es vergleichsweise fetzig und kraftvoll zugeht – wie etwa zu Beginn der EP. Im balladesken Bereich, sowie in Nummern mit vermehrten Stil- und Tempowechseln sieht es dagegen schon nicht mehr ganz so gut aus – erst Recht, wenn noch andere Sänger hinzukommen. Und so mutieren gerade das balladeske PARAÍSO und KEEP HOLDING ON zu einem reinen Glücksspiel für den Hörer – der sich mit einigen gelungenen, aber mindestens auch ebenso vielen missratenen Gesangspassagen, nicht immer stilsicheren Textinhalten und nicht gerade wirkungsvollen Backgroundgesängen konfrontiert sieht. Stichwort Backgroundgesänge: offenbar scheinen DAREWOLF in irgendeiner Art und Weise mit den Kollegen von WATERLAND zusammenzuarbeiten. Auch wenn man das interpretieren kann wie man will, ist es zumindest in Bezug auf etwaige qualitative Fragen eher von Nachteil – WATERLAND haben nicht zu Unrecht eine der am niedrigsten bewerteten Diskografien auf diesem Blog.

Vielleicht wäre es also das beste, wenn sich DAREWOLF voll und ganz auf ihr eigenes Ding konzentrieren; sowie einen noch stärkeren Fokus auf ihre klassischen Soundelemente legen würden. Wenn die Band auch in Zukunft nicht auf Balladen verzichten möchte, muss sich allerdings irgendetwas ändern – das hier vertretene PARAÌSO klingt alles andere als gut, sowohl gesanglich als auch in Bezug auf die recht kitschige instrumentale Komposition. Nummern wie KEEP HOLDING ON und das wandelbare SILENT CRY (das dezent an das grandiose Schaffen von AETHRA erinnert) haben dagegen Potential – das hier aber noch lange nicht voll ausgeschöpft wurde.

Absolute Anspieltipps: FREAKSHOW, POISON KISS


50button

„Eine interessante Entdeckung, doch was die Band wirklich draufhat wird wohl erst die Zukunft zeigen.“


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