Metal-CD-Review: MORIFADE – Possession Of Power (1999)

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Alben-Titel: Possession Of Power
Künstler / Band: Morifade (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 22. November 1999
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Loud n‘ Proud

Alben-Lineup:

Stefan Petersson – Vocals
Jesper Johansson – Guitars
Henrik Weimedal – Bass
Kim Arnell – Drums

Track-Liste:

1. Possession of Power (00:48)
2. Dragonlord (04:45)
3. Cast a Spell (04:33)
4. Ending of Time (05:32)
5. The Signs (04:12)
6. My Own Majesty (04:05)
7. To Live Forever (04:44)
8. The Vision and the Temple (06:48)
9. World of Steel (03:54)
10. A Northern Rhyme (04:22)
11. Ancient Prophecy (07:40)

Darf es auch mal wieder etwas klassisches sein ?

Geht es um die aus Schweden stammende Power Metal-Formation MORIFADE, so sind mindestens zwei wichtige Feststellungen zu treffen. Zum einen handelt es sich um eine jener zumindest potentiell legendären Combos, die das um die Jahrtausendwende herum erneut erblühende Genre des europäischen Power Metal mehr oder weniger entscheidend mitgeprägt haben – und deren Musik wohl niemals gänzlich verstummen wird. Zum anderen handelt es sich aber auch um eine jener nicht gerade langlebigen Combos, deren Blütezeit auf einen ganz speziellen Zeitraum festzumachen ist – und die sich danach nie wieder so richtig erholte. Und so bleibt einem aus heutiger Sicht nicht viel mehr übrig, als sich mit eben dieser Blütezeit zu befassen – erst Recht, da die Band seit 2011 nichts mehr veröffentlicht hat und mittlerweile sogar als aufgelöst gilt.

Doch im Jahre 1999 sah die Sache noch etwas anders aus, denn hier setzten MORIFADE erstmals zu einem allemal bemerkenswerten Rundumschlag an. Der horcht auf den Namen POSSESSION OF POWER, kommt mit 11 frischen und energiegeladenen Titeln daher – und erinnert mit seiner Spielfreude an andere frühe, längst kultige Debüt-Alben wie dem der CRYSTAL EYES (WORLD OF BLACK AND SILVER, Review) oder aber dem ein Jahr später erschienenen QUEST FOR GLORY der italienischen Kollegen von DRAKKAR (Review). Wobei es sich um einen gar nicht mal so abwegigen Vergleich handelt – schließlich kann man ihn nicht nur in Bezug auf den Stil der Bands, sondern auch die letztendlich offerierte Wertigkeit von POSSESSION OF POWER anwenden. Anders gesagt: qualitativ steht das Debütalbum von MORIFADE in etwa zwischen denen der eben genannten Partner-Bands, wobei das Niveau der früheren CRYSTAL EYES nicht erreicht werden konnte – aber dass der früheren DRAKKAR durchaus.

Und das liegt vornehmlich an der recht zeitlosen Wirkungskraft von POSSESSION OF POWER, das trotz seiner eher minimalistischen Inszenierung mit einem angenehm hymnischen Anstrich (DRAGONLORD, THE SIGNS, TO LIVE FOREVER) aufwarten kann. Entsprechend unvermittelt fällt der Einstieg, entsprechend groß der Spaßfaktor aus – zumal der Sound und die meist zutiefst melodischen Kompositionen von MORIFADE klassischer nicht hätte ausfallen können. Doch muss sich auch ein Album wie POSSESSION OF POWER Kritik gefallen lassen – wobei sich die relative Einfachheit des Albums als Segen und Fluch zugelich ehrausstellt. Sicher mag es so enorm eingängig ausfallen und das Genre in einer angenehm unkomplizierten Weise zelebrieren – doch eignet sich POSSESSION OF POWER so auch nicht als Dauerbrenner. Dafür sind die offerierten Zutaten dann doch etwas zu typisch und vorhersehbar.

Und so ist POSSESSION OF POWER gefangen in einem Strudel aus einer angenehmen Eingängigkeit und einer zumindest potentiell ärgerlichen EIntönigkeit. Gerade der sehr hohe Leadgesang von Stefan Petersson fällt in diesem Zusammenhang eher strapazierend aus (besonders in Gesangs-betonteren Nummern wie ENDING OF TIME) – wobei das Album auch alles andere als perfekt produziert und abgemischt wurde. In erster Linie fehlt es der Soundkulisse wohl an Druck – im tiefen Frequenzbereich geht hier auffällig wenig. Davon abgesehen gibt es indes kaum Kritikpunkte zu nennen: MORIFADE gelingt es die Balance zwischen eher verspielten und von manchen gern als kitschig bezeichneten Elementen (CAST A SPELL) sowie ihrem antreibenden Metal-Kern zu halten, die Chöre klingen einfach aber wirksam; und selbst eine Ballade wie MY OWN MAJESTY macht eine vergleichsweise gute Figur. Fans des Genres sollten sich dieses Stück Metal-Geschichte also durchaus sichern.

Absolute Anspieltipps: DRAGONLORD, CAST A SPELL, THE SIGNS, TO LIVE FOREVER


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„Ein klassisches Genre-Album mit vielen Vorzügen – aber auch kleineren Schwächen.“

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