Metal-CD-Review: WONDERONCE – Freedom Odyssey (2016)

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Alben-Titel: Freedom Odyssey
Künstler / Band: WonderOnce (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 30. Mai 2016
Land: Spanien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Nel Löse – Bass
Andrea Montalbetti – Drums, Vocals, Keyboards
Drakon Nahr – Vocals
Liss Eventide – Vocals
Gabriel Contreras – Guitars

Track-Liste CD 1:

1. Freedom Odyssey (02:25)
2. Dragon Valley I – The Journey (04:03)
3. Morrigu (04:44)
4. Dragon Valley II – Frozen Fire (07:32)
5. Aftermath of the Frozen Flame (02:03)
6. The Hero (05:47)
7. Dawn (02:59)
8. Final Aurora (04:30)
9. Wolfmoon (06:38)
10. Baba Yaga (06:48)
11. Slay the Kraken (07:06)
12. Dragon Valley III – Mt. Freedom (08:20)

Staune doch mal wieder.

Es gibt sie immer wieder – neue Power Metal-Bands, die versuchen sich mit reichlich Elan und Tatkraft aus der Versenkung direkt an die Spitze zu katapultieren. Im besten Fall versteht sich, und wenn die diesbezüglichen Chancen überhaupt realistisch erscheinen. Auch die spanischen Musiker von WONDERONCE scheinen dementsprechend mit etwas durchaus wuchtigem im Gepäck die Bühnen oder zumindest Wohnzimmer dieser Welt erobern zu wollen – schließlich klingt ihr Debütalbum FREEDOM ODYSSEY wie eine wohl überlegte Kampfansage. Eine, die nicht nur vieles richtig macht – sondern darüber hinaus auch noch mit einigen nicht unwichtigen Alleinstellungsmerkmalen daherkommt. Und so kann man WONDERONCE wohl nur auf den ersten Blick als eine der mittlerweile unzähligen Genre-Combos aus dem Bereich des symphonischen Power Metal betrachten. Bei näherem Hinsehen zeigt sich dagegen schnell, dass die Spanier sehr gute Voraussetzungen haben sich tatsächlich auf dem unübersichtlichen Metal-Markt zu profilieren.

In erster Linie liegt das am insgesamt sehr runden und überraschend atmosphärischen Eindruck von FREEDOM ODYSSEY – einem Album das nach vielem klingt, nur nicht nach einem Debüt einer unbekannten oder untalentierten Band. Neben der starken Produktion und den sehr guten handwerklichen Leistungen der Mitglieder fällt dabei vor allem eines auf: die symphonische Komponente wird im Falle von WONDERONCE wirklich groß geschrieben, und erinnert einstweilen an eine Mixtur der musikalischen Ergüsse von DRAGONLAND, VISIONS OF ATLANTIS, XANDRIA und den ANCIENT BARDS. Mit etwas Fantasie würden eventuell noch Combos wie DAWN OF DESTINY oder gar HAGGARD hinzukommen – die allerdings schon immer dezente Probleme hatten, wenn es um die möglichst perfekte Inszenierung ihres außergewöhnlichen Sounds ging. Eine positive Überraschung, und in jedem Fall ein großer Vorteil von WONDERONCE dagegen ist; dass die symphonischen Klangwelten perfekt mit den starken Metal-Elementen harmonieren – und keine der beiden Seiten zu kurz kommt. Schon früh auf dem Album präsentierte Nummern wie DRAGON VALLEY I – THE JOURNEY kommen so mit einer Form der musikalischen Raffinesse daher, von der sich manch etablierte Genre-Band vielleicht noch eine Scheibe abschneiden könnte.

Im weiteren Verlauf zeigt sich, dass WONDERONCE auch daran interessiert sind mit allgemein gängigen Genre-Konventionen zu brechen. Schon MORRIGU fällt mit seinen überraschend düsteren Growl-Parts dezent aus dem Rahmen, und schmettert dem Hörer eine wahre Wand an symphonischen Elementen entgegen – wobei nicht nur der gut inszenierte Sound der Instrumente eine gute Figur macht, sondern speziell der Gesang. In der Tat sehen WONDERONCE einen zweistimmigen respektive dreistimmigen Leadgesang vor, was nicht gerade üblich ist. So wechseln sich weibliche und männliche Klargesänge mit den bereits genannten Growl-Parts ab – und ein eigens aufgestellter Chor sorgt für Unterstützung. Auch hierbei fällt etwas auf: die Chöre von WONDERONCE klingen schlicht angenehm wuchtig und erhaben. Und dass in einem solchen Ausmaß, dass sie theoretisch in der Lage dazu wären einen Großteil der oftmals eher kraftlosen (und schlecht abgemischten) Konkurrenz verstummen zu lassen.

Langweilig wird es auf FREEDOM ODYSSEY jedenfalls nicht. Dafür sorgen nicht nur die guten handwerklichen Leistungen und der allgemein perfekt abgestimmte Sound, sondern auch die enorme Variabilität. Eine Nummer wie DRAGON VALLEY II – FROZEN FIRE avanciert so tatsächlich zu einem kleinen vielschichtigen Epos mit vielen Stimungswechseln, wobei es sich zweifelsohne um einen der härteren Titel handelt. MIT THE HERO, FINAL AURORA oder WOLFMOON zeigen sich WONDERONCE dagegen von ihrer balladesken Seite, was ebenfalls tadellos funktioniert – nicht zuletzt aufgrund der eingesetzten Instrumente und den starken, wenn man so will explosiven Refrains. Selbst das Intro, das apokalyptisch inszenierte Zwischenspiel AFTERMATH OF THE FROZEN FLAME sowie das rein instrumentale DAWN mit seiner dezent folkloristischen Note zeugen von einem offenbar gewaltigen Engagement, das Album auch in den eher unscheinbaren Momenten atmosphärisch zu gestalten. Kurzum: WONDERONCE sind DIE Neuentdeckung des Jahres 2016; und haben mit ihrem Debütalbum vielleicht sogar die Chance, sich einen Titel zu holen. Und damit ist nicht weniger als der für das beste Genre-Album des Jahres gemeint…

Absolute Anspieltipps: DRAGON VALLEY I + II + III, THE HERO, DAWN


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„Ein höchst abwechslungsreiches, gerade gesanglich erhabenes und rundum perfekt produziertes Genre-Album – WONDERONCE sind DIE Überraschung des Metal-Jahres 2016.“

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