Metal-CD-Review: SKYLARK – 全部 / Zenbu (2010)

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Alben-Titel: 全部  / Zenbu / Quanbu
Künstler / Band: Skylark (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 27. Oktober 2010
Land: Italien
Stil / Genre: Melodic / Symphonic Power Metal
Label: Rubicon Music

Alben-Lineup:

Kiara – Vocals
Eddy – Keyboards, Piano, Vocals (backing)
Brodo – Bass, Guitars (rhythm)

Track-Liste CD 1:

1. Symbol of Freedom (07:23)
2. The Final Answer (04:16)
3. The Triumph (09:02)
4. Song for a Day (03:18)
5. Summer of 2001 (05:15)
6. Lady of the Sky (10:22)
7. Escape from the Dark (04:44)
8. Sun (Keeper of the Dreams) (07:41)

Track-Liste CD 2:

1. Welcome (06:06)
2. The Princess‘ Day (04:07)
3. A Rose in Her Hand / Rainbow in the Dark (03:55)
4. A Tale That Wasn’t Right (Helloween cover) (02:58)
5. The Triumph (05:01)
6. Dying Inside (04:03)
7. Creature of the Devil (05:03)
8. Twilight (06:03)
9. The Final Countdown (Europe cover) (04:33)
10. Fear of the Moon / Belzebú (08:17)

Man wird doch wohl mal frech sein dürfen.

Was, ja was sollte man als schon viele Jahre bestehende Power Metal-Formation tun, wenn man es allen noch einmal richtig zeigen möchte – aber eine eher durchwachsene Diskografie (siehe hier) im Gepäck hat ? Eine vorgefertigte Antwort hierauf gibt es wohl nicht. Vielleicht aber sollte man zumindest versuchen, aus bereits begangenen Fehlern zu lernen – und ein Album auf die Beine zu stellen, welches die der Vergangenheit in jedem Fall schlägt. So oder so ähnlich müssen wohl auch die Gedankengänge der Mitglieder von SKYLARK ausgesehen haben, die sich für ihr mittlerweile neuntes Studioalbum etwas eher ungewöhnliches ausgedacht haben. Das 2010 veröffentlichte 全部 (oder auch ZENBU) kommt schließlich als Doppel-CD mit nur zwei gänzlich neuen Titeln, dafür aber einigen neu aufgenommenen alten Hits sowie einer Bonus-Live-CD daher. Damit handelt es sich um ein Album, welches zumindest theoretisch das Zeug dazu hätte sowohl alteingesessene Fans der Italiener; als auch allgemein am Genre interessierte Hörer zufriedenzustellen.

Wie so oft, und gerade im Fall von SKYLARK aber zeigt sich; dass Theorie und Praxis nicht immer nah beieinander liegen müssen. SKYLARK, das sind jene Italiener um Band-Frontmann Eddy Antonini; die sich schon 1995 aufmachten um ihre ganz eigene Interpretation eines melodischen und symphonischen Power Metal zu inszenieren. Und das mit einem mal mehr, zumeist aber deutlich weniger erfreulichen Ergebnis. Wie sich 全部 schlägt, bleibt demnach auch nicht lange ein Geheimnis – denn eine positive Überraschung gibt es nicht. SKYLARK haben die Gelegenheit schlicht abermals verpasst, mehr aus sich selbst und ihrer Musik zu machen – auf dass sie der Welt schon wieder ein Power Metal-Album kredenzen, welches diese Bezeichnung eigentlich kaum verdient. Das kuriose oder auch bemerkenswerte dabei ist, dass es den Italienern nicht einmal gelungen ist ihre alten Nummern in irgendeiner Art und Weise aufzupeppen geschweige denn ansprechender zu präsentieren – obwohl gerade das mit einem Konzept wie dem hier an den Tag gelegten quasi unmissverständlich versprochen wurde. Viel eher ist das Gegenteil der Fall: so gut wie alle hier vertretenen Nummern klingen abgedroschener und plumper als jemals zuvor.

Dementsprechend muss man sich schon beim Opener SYMBOL OF FREEDOM mit seinen zusätzlich makaberen Gesangseinwürfen (die am ehesten nach wilden Tiergeräuschen klingen) die Frage stellen, ob SKLYLARK das hier präsentierte wirklich ernst meinen. Doch ganz egal, wie die Antwort darauf ausfällt – wirklich zumutbar klingt das Ganze in keinem Fall. Denn ob man sich nun auf die alten oder die beiden neuen Titel bezieht, die Probleme sind die ewig gleichen. SKYLARK bringen die wohl mit Abstand am miesesten produzierten und abgemischten Genre-Alben auf den Markt, die aufgrund eben dieser Schludrigkeit gar nicht erst die Lust entstehen lassen sich intensiver mit ihnen zu befassen. Ein gutes Beispiel dafür findet sich auch in einem der beiden neuen Titel, dem leider nur theoretisch emotionalen SONG FOR A DAY. Während der weibliche Gesangspart hier sogar vergleichsweise gut abschneidet, sorgt der männliche Gegenpart (vertreten von einem gewissen Bob Gramm) eigentlich nur für eine gehörige Portion Fremdschämen – aufgrund der an den Tag gelegten Leistungen, aber eben auch nicht unwesentlich durch die unterirdische Abmischung. Das Urteil fällt entsprechend vernichtend aus: selbst bei einer rein akustischen Nummer wie dieser gelingt es SKYLARK nicht, ein halbwegs akzeptables Handwerk zu verrichten.

Das ist natürlich auch – und absolut uneingeschränkt – auf den Leadgesang in den anderen Nummern zu beziehen. Was die hiesige Gesangsakrobatin Kiara beispielsweise in Titeln wie THE FINAL ANSWER fabriziert, geht schlicht auf keine Kuhaut – sodass ein Album wie das vorliegende am ehesten noch als reine Instrumental-Version funktionieren könnte. Doch selbst dann erwarten einen nur relativ stumpfe, in Versatzstücken schon zigmal gehörte Kompositionen; die sowohl das nötige Fingerspitzengefühl als auch dringend benötige gute Ideen vermissen lassen. Es wirkt am ehesten, als würden SKYLARK immer wieder dasselbe schlechte Programm durchlaufen lassen – und das nicht erst seit gestern, was der Sache eine zusätzliche Brisanz verleiht. ZENBU ist somit gleich in mehrerlei Hinsicht eine gnadenlose Enttäuschung – wobei klar ist, dass es als mit anderen Werken in Konkurrenz stehendes Einzelwerk komplett versagt. Dass es aber selbst für SKYLARK-Verhältnisse einen echten Rückschritt markiert, war nicht unbedingt zu erwarten. ZENBU kann demnach nicht einmal in der Wertungsnähe eines schon hanebüchenen Vorgängers wie Wings (2.0 von 10) oder gar FAIRYTALES (1.5 von 10) verortet werden. Schließlich sollte die Tatsache, dass es sich hier fast ausschließlich um fragliche Nauaufnahmen und einen dezent irreführenden Alben-Titel handelt; ebenfalls mit in die Wertung einfließen. SKYLARK schaffen somit das bisher unmögliche – und fahren die bisher niedrigste aller auf diesem Blog vergebenen CD-Wertungen ein. Ob hier ein herzlicher Glückwunsch angebracht erscheint, ist aber eine ganz andere Frage…

Absolute Anspieltipps: /


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„Eine einzigartige Frechheit – aber immerhin vermag es ein Album wie dieses, selbst etablierte Wertungssysteme komplett neu auszuloten.“

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