Metal-CD-Review: SKYLARK – The Storm & The Horizon (2015)

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Alben-Titel: The Storm & The Horizon
Künstler / Band: Skylark (mehr)
Veröffentlichungsdatum: Juni 2015
Land: Italien
Stil / Genre: Melodic / Symphonic Power Metal
Label: Underground Symphony

Alben-Lineup:

Roberto „Brodo“ Potenti – Bass
Eddy Antonini – Keyboards, Piano, Harpsichord, Vocals (backing)
Max Ferri – Guitars
Mr. Steven – Drums
Ashley Watson – Vocals
Mai Shaira – Vocals
Fabio Dozzo – Vocals
Savannah Ferguson – Vocals

Track-Liste:

1. Eyes (06:28)
2. The Kiss That Never Happened (04:12)
3. Crystal Lake (06:48)
4. Just One Word (To Fall in Love) (04:48)
5. マジンガーZ (01:51)
6. Don’t Know What You Got (Till It’s Gone) (Cinderella cover) (05:45)
7. The Run Towards the Sun (03:35)
8. Shot Through the Heart (Bon Jovi cover) (04:07)
9. Tears (03:50)
10. Another Reason to Believe (05:46)
11. The Hardest Part Is the Night (Bon Jovi cover) (04:43)
12. 離したくはない (T-Bolan cover) (04:48)
13. Road to Heaven (05:04)
14. 会いたかった (AKB48 cover) (03:48)
15. Santa Fe (Bon Jovi cover) (05:34)
16. さんぽ (01:49)
17. Carrying You (03:01)
18. Bridges Are Burning (03:14)

Da kann man ruhig mal ein Auge drauf werfen… oder etwas ganz anderes.

Ja, auch im Bereich des Power Metal gibt es eine gewisse Form der Langlebigkeit. Und das nicht nur auf etwaige stilistische Ausrichtungen bezogen, denn gerade mit einzelnen Genre-Combos ist schon seit vielen Jahren immer wieder zu rechnen. Allerdings sagt das noch lange nichts über die Qualität einzelner Acts aus. So scheinen auch die Italiener von SKYLARK, die nun schon seit 1994 eine Genre-Mixtur aus Elementen des melodischen und symphonischen Power Metal kreieren; seit jeher dazu auserkoren die Gemüter zu spalten – und das wie kaum eine andere Genre-Formation. Doch ganz gleich, wie man etwa zu den frühen Alben a’la THE HORIZON AND THE STORM (Review) oder DRAGON’S SECRETS (Review) stehen mag – eines scheint im Falle der Italiener unausweichlich festzustehen. Denn wie man es auch dreht und wendet, viel hat sich wahrlich nicht getan im musikalischen Camp um die einzigen auch heute noch aktiven Gründungsmitglieder Eddy Antonini (Keyboards, Piano) und Roberto „Brodo“ Potenti (Bass) – zumindest, wenn man sich auf einen gewissen Lerneffekt bezieht. Erst Recht natürlich wenn man ganz offensichtlich Fehler gemacht hat – die Chance das nächste Level zu erreichen aber einfach nicht beim Schopfe packt.

Und so scheinen SKYLARK noch immer in einer merkwürdigen, und für das Genre sicherlich einmaligen Schockstarre zu verharren. Einer, die immerhin seit bald 20 Jahren anhält – und verhindert, dass die Band einen deutlichen Fortschritt in welche-Richtung-auch-immer (das wäre eigentlich zweitrangig) macht. Eine der Folgen, die sich zumindest auf diesem Blog hier bemerkbar macht; ist eine Ansammlung von geradezu kläglich bewerteten Alben – was die Diskografie von SKYLARK zur vermutlich unterirdischsten macht, die je auf diesem Blog behandelt wurde. Dabei hatte die Band zwischenzeitlich schon aufgezeigt, dass möglicherweise mehr in ihr steckt – die dreiteilige DIVINE GATES-Saga etwa beschreibt auch heute noch die beste Kreation der Italiener. Vielleicht können SKYLARK mit THE STORM & THE HORIZON, dem mittlerweile elften Studioalbum der Band; ja wieder an diese noch halbwegs akzeptablen Werke anknüpfen. Für alle Die-Hard-Fans der Band gibt es neben der regulären CD-Version sogar noch eine Deluxe-Edition mit sage und schreibe 4 Silberlingen in einem A5-Digibook. Die ist aber nicht Gegenstand dieser Rezension, zumal viele der hier enthaltenen Titel bereits bekannt sind.

Das Hauptaugenmerk gilt also der eigentlichen THE STORM & THE HORIZON-CD mit seinen üppigen 18 Titeln, sowie einer Spielzeit von satten 80 Minuten. Dabei fällt vor allem eines direkt auf: das Vorhandensein von mehr Material als üblich bedeutet leider nicht automatisch, dass auch die Qualität stimmt – erst Recht nicht im Falle von SKYLARK. Eher ist hier das Gegenteil der Fall: die Titel-Liste weist auf eine recht wirre Zusammenstellung höchst verschiedener Nummern hin, zwischen die sich auch immer wieder Cover-Versionen sowie komplett auf japanisch eingesungene Titel eingeschlichen haben. Dass wäre vielleicht gar kein allzu großes Problem, würde man SKYLARK anmerken dass sie tatsächlich eine halbwegs kontinuierliche Schiene fahren. Letztendlich aber probieren sie sich in derart viele Richtungen aus, dass es schmerzt – und beileibe nicht alle Nummern problemlos unter dem Oberbegriff des Heavy oder Power Metal fungieren können. Aber selbst das wäre noch kein KO-Kriterium, würden die Italiener nur ihr eigentliches Handwerk verstehen. Vielleicht tun sie das ja, es kommt ganz auf die Perspektive an – doch überträgt sich diese grundsätzliche Voraussetzung schlicht nicht auf den geneigten Genre-Hörer. Der erhält hier nicht viel mehr als ein auffällig müdes und uninspiriertes Genre-Album mit einem vergleichsweise hohen Nerv-Faktor – und sogar Momenten, die mehr als nur dezent zum Fremdschämen einladen.

Dabei geht die relative Misere schon im Auftakt los, obwohl EYES noch zu den stärkeren Titeln des Albums gehört. Doch schon hier, sowie noch deutlicher im folgenden THE KISS THAT NEVER HAPPENED zeigt sich, dass die eingesetzten Sängerinnen (das sind in diesem Falle gleich mehrere) einfach nicht das Zeug dazu haben eine stimmige Performance abzuliefern; geschweige denn im Vergleich mit anderen Bands mitzuhalten. Das Hauptproblem liegt aber ohnehin eher woanders begraben – und das seit vielen Jahren respektive vielen SKYLARK-Alben. So klingen gerade die instrumentalen Kompositionen nicht nur nach den ärgsten Genre-Klischees – sie sind darüber hinaus auch noch schlecht arrangiert, klingen auffällig kraftlos und laufen des öfteren ins Leere. Ausnahmen gibt es hier keine, selbst nicht bei 18 enthaltenen Titeln und den Stilwechseln. Anders gesagt: ob nun eher rockig, poppig, elektronisch oder auch mal explizit in Richtung Power Metal (CRYSTAL LAKE, CARRYING YOU) – wirklich gelungen klingt die Musik von SKYLARK zu keinem Zeitpunkt. Und schon gar nicht innovativ, was man anderen Bands aber viel eher geneigt ist zu verzeihen.

Der andere Aspekt bezieht sich auf die auch nach 20 Jahren noch immer unglaubliche schlechte Präsentation und Produktion des Albums – das gelinde gesagt wie eine schnell zusammengebastele Demo-CD respektive nach Hobbykeller klingt. Warum SKLYARK hier einfach nichts dazulernen können oder wollen, bleibt wohl für immer ein Rätsel. So klingt THE STORM & THE HORIZON in jedem Fall nur noch stumpfer, als es ohnehin schon ist. Anders gesagt: die SKYLARK-Originale sind kaum der Rede wert, während gerade die Cover-Versionen (mit Ausnahme des irgendwie passig klingenden AKB48-Covers) zusätzlich in den Gehörgängen schmerzen. Es bleibt demnach zu hoffen, dass SKYLARK mit ihrem THE STORM & THE HORIZON und seinen Bezügen auf die Band-interne Vergangenheit tatsächlich ein Kapitel abschließen – und zwar endgültig. Vielleicht ja, um sich daraufhin neu zu erfinden – was in jedem Fall bitter nötig wäre.

Absolute Anspieltipps: /


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„Eine minimale Steigerung im Vergleich zu Alben wie TWILIGHTS OF SAND, aber dennoch: viel schlechter geht es einfach nicht.“

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