Metal-CD-Review: STRATOVARIUS – Elysium (2011)

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Alben-Titel: Elysium
Künstler / Band: Stratovarius (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 12. Januar 2011
Land: Finnland
Stil / Genre: Melodic Power Metal
Label: earMusic

Alben-Lineup:

Timo Kotipelto – Vocals
Matias Kupiainen – Guitars
Jens Johansson – Keyboards
Lauri Porra – Bass
Jörg Michael – Drums

Track-Liste:

1. Darkest Hours (04:11)
2. Under Flaming Skies (03:52)
3. Infernal Maze (05:33)
4. Fairness Justified (04:21)
5. The Game Never Ends (03:54)
6. Lifetime in a Moment (06:39)
7. Move the Mountain (05:34)
8. Event Horizon (04:24)
9. Elysium (18:07)

Ein Album wie ein gut gemachter Blockbuster.

Mit STRATOVARIUS ist eigentlich schon seit den frühen 90er Jahren stets zu rechnen – wobei sich die Band als eine der wenigen Power Metal-Combos bis heute treu geblieben ist. Grundsätzlich kann man im Falle der Finnen sogar von einer kontinuierlichen qualitativen Steigerung sprechen – oder zumindest von einem gehaltenen Qualitätsniveau seit dem vermutlich besten Alben der Band, dem 1998’er Werk DESTINY (Review). Dabei weicht die Marschrichtung nur selten von der ursprünglich eingeschlagenen ab, und Experimente wie die auf dem müden 2005’er Album STRATOVARIUS (Review) bleiben glücklicherweise die Ausnahme. In der unmittelbaren Folge taten STRATOVARIUS aber auch hier das einzig richtige: sie haben sich quasi selbst korrigiert, und mit dem wuchtigen POLARIS (Review) wieder auf den richtigen Kurs befördert. Umso entspannter kann man nun ELYSIUM angehen, das mittlerweile vierzehnte Studioalbum der Band – das mit nur 9 Titeln, dafür aber einem überlangen Opus (der Titeltrack ELYSIUM mit einer Spielzeit von 18 Minuten) aufwartet. Und noch etwas fällt direkt auf: das gleichermaßen schmucke wie symbolische Cover-Artwork, welches explizit auf das von POLARIS Bezug nimmt. So könnte man im Falle von ELYSIUM tatsächlich von einer Fortsetzung ausgehen, die eine groß angelegte Story respektive Bandgeschichte sinnig fortführt – ob nun im inhaltlichen oder aber atmosphärischen Sinne.

So oder so ähnlich müssen auch die Gedanken der Mitglieder von STRATOVARIUS ausgesehen haben, die sich auf ELYSIUM nun wieder ein wenig düsterer und schwermütiger inszenieren als noch auf dem Hymnen-geladenen POLARIS – doch scheint gerade das eine ganz und gar hervorragende Entscheidung gewesen zu sein. Auch wenn der Einstieg in das Album unter Umständen etwas zäh ausfallen kann, und man mehrere Anläufe benötigen könnte um vollends in die Welten von ELYSIUM einzusteigen; so machen die Finnen eines gleich direkt klar: sie haben sich ein weiteres Mal gefunden und ein wunderbar ausgewogenes Genre-Album auf die Beine gestellt, welches wuchtiger nicht hätte ausfallen können. Das besondere ist, dass jene Wucht aber nicht nur durch die unmittelbare musikalische Wirkungskraft generiert wird – sondern vornehmlich durch die behandelten Inhalte und die schier gewaltige Atmosphäre. Anders gesagt: alle auf ELYSIUM enthaltenen Titel klingen nicht nur auffallend gewichtig oder auch bedeutungsschwer, sie sind es auch. Im Zusammenspiel mit den ohnehin herausragenden Leistungen aller Beteiligten – was die seit Jahren keine Wünsche offenlassende Darbietung von Timo Kotipelto selbstverständlich mit einschließt – führt dies zu einem höchst runden Eindruck.

Und auch zu der Feststellung, dass sich STRATOVARIUS abermals ordentlich ins Zeug gelegt haben – und das in jeder Hinsicht. Das merkt man natürlich auch den einzelnen Titel an, die trotz ihrer relativen Ausgewogenheit reichlich Abwechslung an den Start bringen. Auffallend ist in diesem Zusammenhang, dass alle getroffenen Entscheidungen und eingebrachten Ideen komplett aufgehen – sei es in Bezug auf die so bei STRATOVARIUS noch nicht gehörten Chor-Elemente, die sporadischen elektronischen Einschübe oder aber die in diesem Fall unverzichtbaren orchestralen Arrangements. Die Textinhalte sind ansprechend und laden zu Gedankenspielen ein, die Refrains sind zumeist hervorragend, die handwerklichen Leistungen so wie die Produktion schier perfekt. Was nun noch fehlt, sind ein oder mehrere Momente die wirklich hervorstechen – und auch die gibt es. INFERNAL MAZE beispielsweise ist einer dieser Titel, die es vermögen den Hörer komplett überraschen. Was als Ballade beginnt, entwickelt sich über ein episch angelegtes Konstrukt doch noch zu einer relativ flotten und stampfenden Hymne mit Anspruch – und mit kongenialen Gitarren-Intermezzi. Eine weitere gesonderte Erwähnung sollte wohl auch LIFETIME IN A MOMENT erhalten – eine seltenerweise mal enorm Bass-lastige Nummer mit einem außergewöhnlichen Intro und einem emotionalen Aufbau, der seinesgleichen sucht.

Was bleibt, sind vor allem viele sehr gute Titel. Ob FAIRNESS JUSTIFIED als ansprechende Power-Ballade, das vergleichsweise typische aber angenehm auflockernde THE GAME NEVER ENDS, das superflotte EVENT HORIZON oder der starke Auftakt aus DARKEST HOURS und UNDER FLAMING SKIES – hier bleiben keine oder zumindest kaum Wünsche offen. Lediglich MOVE THE MOUNTAIN scheint als weitere Ballade ein wenig auf dem verlorenen Posten zu stehen – und auch über die Qualitäten des Rausschmeißers ELYSIUM könnte man sich streiten. Schließlich schaffen es STRATOVARIUS nicht wirklich, die ganzen 18 Minuten sinnig und gehaltvoll zu füllen – und das auch noch ohne dass sich Langeweile einschleicht. Alles in allem handelt es sich bei ELYSIUM aber um ein Album, welches man in jedem Fall in seiner Sammlung haben sollte – ob nun als STRATOVARIUS-Fan oder genereller Genre-Enthusiast.

Absolute Anspieltipps: UNDER FLAMING SKIES, INFERNAL MAZE, LIFETIME IN A MOMENT, ELYSIUM


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„STRATOVARIUS machen auch dieses Mal so gut wie alles richtig.“

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