Metal-CD-Review: NEOGENESIS – Desde Las Cenizas (2016)

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Alben-Titel: Desde Las Cenizas
Künstler / Band: Neogenesis (mehr)
Veröffentlichungsdatum: August 2016
Land: Chile
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Raymundo Meza – Bass
Patricio García – Drums
Ricardo Martínez – Guitars
Carlos Silva – Keyboards
Daniel Sandoval – Vocals

Track-Liste:

1. Intro
2. Cy
3. Volviendo a nacer
4. Tolerancia
5. Oscura soledad
6. Arrecife
7. Sin mirar atrás
8. Sonidos del Metal
9. Aferrado a todo
10. Desde las cenizas

Wenn die Musik so gut ist wie der Bandname, ist die Sache geritzt.

NEOGENESIS ist eine vom Namen her dezent an das EVANGELION-Franchise erinnernde Power Metal-Formation aus Chile – die bereits im Jahre 2007 gegründet wurde, es bisher aber noch nicht zu allzu viel Ruhm gebracht hat. Mit ein Grund dafür könnte sein, dass es immerhin ganze 7 Jahre brauchte bis die Band überhaupt eine erste offizielle Veröffentlichung vorweisen konnte. In diesem Fall wäre das die nicht unbedingt auffallende 2014’er Single VOLVIENDO A NACER, die lediglich digital veröffentlicht und dabei von den meisten übersehen wurde. Verpasst hat man aber dennoch nichts, zumal es erst jetzt – und damit gen Herbstanfang 2016 – richtig interessant wird. Der Grund dafür liegt auf der Hand: nach beinahe 10 Jahren steht endlich das Debütalbum der Band in den Startlöchern. Dieses horcht auf den Namen DESDE LAS CENIZAS (etwa: AUS DER ASCHE), beinhaltet 10 Titel – und wird abermals nur in digitaler Form veröffentlicht. Und das sogar komplett kostenlos, zumindest bisher – auf der entsprechenden Portaldisc-Seite kann man sich selbst ein Bild machen.

Eines fällt dabei direkt auf: DESDE LAS CENIZAS klingt bei weitem nicht wie ein beliebiges oder gar lieblos herunterproduziertes Genre-Release. Ganz im Gegenteil, von den hervorragenden Leistungen an den Instrumenten über die vertretene musikalische Bandbreite bis hin zu einer überraschend satten Produktion stimmt hier vieles. Nicht zuletzt aufgrund des markanten Leadgesangs von Daniel Sandoval entsteht so ein Eindruck, der irgendwo zwischen sehr guten klassischen Genre-Combos aus Spanien (wie etwa TIERRA SANTA) und der angenehmen Spielfreude und Energie von aufstrebenden Bands a’la ALBERTO RIONDAS ALQUIMIA anzusiedeln ist. Im Falle von NEOGENESIS kommen aber noch weitere Einflüsse hinzu, sodass man kein allzu vorhersehbares oder typisches Release erwarten sollte. Schon das stimmungsvolle Intro und der darauf folgende Brecher CY zeigen schließlich auf, dass man die Band nicht vorschnell in eine einzelne Schublade stecken sollte. Neben dem immer gerne gesehenen und unbedingt erwünschtem spanischen Feuer im Leadgesang kommen in instrumenteller Hinsicht so auch einige markante symphonische Elemente zum Einsatz, zumeist ohne dass dabei zu dick aufgetragen wird. Gerade in CY klingen NEOGENESIS daher fast so wie eine chilenische Version von BALFLARE – was hier absolut positiv gemeint ist.

Was folgt, ist eine Ansammlung von weitestgehend gelungenen Titeln – wobei speziell das flotte und in Bezug auf die technisch höchst versierte Gitarrenarbeit herausstechende Instrumental ARRECIFE einen wuchtigen Eindruck hinterlässt. Recht variable Nummern wie TOLERANCIA oder OSCURA SOLEDAD profitieren dagegen besonders durch die zahlreichen Stimmungswechsel und ihre teils progressiven Strukturen, während man bei SIN MIRAR ATRAS erstmals auf eine reine Ballade trifft. Die mag zwar gewissermaßen obligatorisch sein und zunächst auch so wirken, doch schneiden NEOGENESIS auch hier vergleichsweise gut ab – das Ganze wirkt trotz potentieller Sprachbarrieren wenig gekünstelt und angenehm emotional. Lediglich mit dem eher einfach gestrickten SONIDOS DEL METAL und dem etwas zu überladenen AFERRADO A TODO (das Drumming und die symphonische Komponente klingen hier schlicht etwas zu wuchtig) bleibt die Band dezent hinter ihren Möglichkeiten zurück. Umso schöner ist, dass man mit dem Rausschmeißer und Titeltrack DESDE LAS CENIZAS noch einmal alles auffährt, was möglich ist – und man dem geneigten Hörer so eine Genre-Hymne der besonderen Art kredenzt.

Höchst variable Instrumentierungen, furiose Soli allüberall, ein markanter und stilsicherer Leadgesang und nur kleinere Dämpfer; die den Hörgenuss dezent schmälern – alles in allem ist das Debütalbum von NEOGENESIS eine echte Entdeckung und es allemal wert, Gehör geschenkt zu bekommen. Und überhaupt: wenn schon das Debütalbum derart versiert klingt, wie soll es dann erst in Zukunft aussehen ? Demnach dürfte man kaum etwas falsch machen, wenn man NEOGENESIS im Auge behält.

Absolute Anspieltipps: CY, VOLVIENDO A NACER, OSCURA SOLEDAD, ARRECIFE, DESDE LAS CENIZAS


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„Frisch, verspielt und abwechslungsreich – eine echte Überraschung.“

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