Metal-CD-Review: EQUILIBRIUM – Turis Fratyr (2005)

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Alben-Titel: Turis Fratyr
Künstler / Band: Equilibrium (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 14. Februar 2005
Land: Deutschland
Stil / Genre: Epic Folk- / Viking Metal
Label: Black Attakk Records

Alben-Lineup:

Helge Stang – Vocals
René Berthiaume – Guitars
Andreas Völkl – Guitars
Sandra Völkl – Bass
Julius Koblitzek – Drums

Track-Liste:

1. Turis Fratyr (00:34)
2. Wingthors Hammer (06:40)
3. Unter der Eiche (04:50)
4. Der Sturm (03:45)
5. Widars Hallen (08:15)
6. Met (02:23)
7. Heimdalls Ruf (01:50)
8. Die Prophezeiung (05:18)
9. Nordheim (05:11)
10. Im Fackelschein (01:58)
11. Tote Heldensagen (09:10)
12. Wald der Freiheit (03:00)

Entdecke die sagenumwobene Welt von TURIS FRATYR.

Es war einmal vor einer handvoll Jahren, als ein neues Jahrtausend anbrach – und eine höchst interessante deutsche Metal-Band wie aus dem Nichts auftauchte, um die Bühnen dieser Welt im Sturm zu erobern. Denn schon bald nachdem die offizielle Bandgründung im Jahre 2001 vollzogen und eine erste Demo veröffentlicht wurde, hagelte es rege Begeisterungsstürme – von Genre-Fans und Kritikern gleichermaßen. Eine der unmittelbaren Folgen war, dass die Band schlagartig in aller Munde war – und die andere, dass sie direkt einen Plattenvertrag von BLACK ATTAKK RECORDS angeboten bekam.

Die Rede ist natürlich von EQUILIBRIUM, einer der heute bekanntesten Folk- und Viking Metal-Combos überhaupt. Seinerzeit nutzten die talentierten Musiker um Band-Mastermind René Berthiaume den Rückenwind der ersten Demo, um mit dem Debütalbum TURIS FRATYR aus dem Jahre 2005 erstmals vollends durchzustarten – wobei es sich um ein Unterfangen handelte, welches zweifelsohne bis heute nachhallt. Gründe dafür gibt es mehrere – wie etwa die Tatsache, dass das Album einen enorm frischen Wind ins Genre brachte und so nicht nur für eingefleischte Genre-Fans; sondern eben auch musikalische Neu- oder Quereinsteiger interessant war.

Irgendwo anbiedern wollten sich EQULIBRIUM aber nicht – vielmehr setzten sie schon früh auf eine ganz eigene Interpretation des Genres. Eine, bei der man sich einerseits auf ein respektables musikalisches Handwerk und Geschick berief; andererseits aber auch ganz spezielle und in jedem Fall unverkennbare Trademarks etablierte. TURIS FRATYR setzte so gesehen also nicht nur Maßstäbe, indem alle beteiligten Musiker eine herausragende Leistung ablieferten – sondern auch durch die zahlreichen guten Ideen und Elemente, die es in dieser Zusammenstellung so noch nicht wirklich gegeben hatte.

Und so klang und klingt das Debütalbum entsprechend frisch, unverbraucht, wild und energetisch. Schon der Auftakt weiß durch die allgemein aggressive Gangart mit einem flotten Tempo, schroffen Growls und einer breiten Gitarrenwand auf der einen, aber eben auch dezent auflockernden symphonischen Elementen, beschwingten Rhythmen und bunten Synth-Klängen auf der anderen Seite zu punkten. Die sich daraus ergebende Symbiose mag zunächst etwas gewöhnungsbedürftig wirken und klingen, im Endeffekt verfehlt sie aber nicht ihre Wirkung. Einzelne Nummern wie WINGTHORS HAMMER oder UNTER DER EICHE avancieren so zu kleinen Entdeckungsreisen für den Hörer, der auf TURIS FRATYR mit vielen verschiedenen Stimmungen und Emotionen konfrontiert werden wird. Mal geht es geradezu brachial und episch zu, mal verschwörerisch oder leicht angeheitert – und mal sind die verschiedenen Elemente gar nicht so leicht auseinanderzuhalten.

Das mag nicht auf vergleichsweise einfach gestrickte, extrem eingängige und schlicht reichlich Laune machende Nummern wie DER STURM oder etwa die lust’ge Honigwein-Hymne MET gelten – doch spätestens mit dem mächtigen WIDARS HALLEN, einem der vielleicht herausragendsten Titel des Albums; katapultieren sich EQUILIBRIUM in ungeahnte Höhen. Bei einer Über-Nummer wie dieser gilt es schlicht, sich zurückzulehnen und zu genießen – zumal die erzählerisch-emotionale Komponente ebenfalls nicht zu kurz kommt und Leadsänger Helge Stang eine zutiefst denkwürdige Darbietung abliefert. Vieles von dem, was noch folgt ist dann ebenfalls stark auf eine möglichst dichte Atmosphäre getrimmt – wie etwa die geradezu andächtigen Zwischenspielen HEIMDALLS RUF und IM FACKELSCHEIN, oder das dezent exotisch angehauchte DIE PROPHEZEIUNG. Ausfälle gibt es jedenfalls keine – nur noch wirkungsvollere Titel, wie etwa den episch angelegten Rausschmeißer TOTE HELDENSAGEN.

TURIS FRYTR hat alles, was ein hervorragendes Metal-Album braucht: ein vorzügliches Handwerk aller Beteiligten, eine satte Produktion, viele gute Ideen, reichlich Abwechslung und einen ganz speziellen Charme. Ein Charme, der vornehmlich aus der ureigenen Atmosphäre des Albums entsteht – die irgendwo zwischen einem typischen Genre-Werk, einer so noch nie dagewesenen Verspieltheit und Experimentierfreude (und das bei einer gleichbleibenden Stilsicherheit) sowie einem geradezu poetisch-monumentalen Eindruck anzusiedeln ist. EQUILIBRIUM mögen noch einiges vorhaben – doch mit TURIS FRATYR hat sich die Band selbst eine verdammt hohe Messlatte gesetzt. doch ganz unabhängig davon, was noch passieren wird – TURIS FRATYR gehört in jede anständige Metal-Sammlung und wird auch in vielen Jahren nichts oder zumindest wenig von seinem Reiz verlieren.

Absolute Anspieltipps: Alle


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„Nicht weniger als ein Meilenstein der Metal-Geschichte.“

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