Metal-CD-Review: ETERNUS – The Birth Of Time (EP, 2016)

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Alben-Titel: The Birth Of Time (EP)
Künstler / Band: Eternus (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 02. Juli 2016
Land: Chile
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Martin Muñoz – Bass
Omar Tabildo – Vocals
Joaquin Guitierres – Guitars
Nicolás Vargas – Drums

Track-Liste:

1. Phantom Chain (07:08)
2. Like Father Like Son (09:34)
3. Nemesis Of The Gods – Acoustic (07:02)

Von der Geburt der Zeit – und einer neuen Power Metal-Hoffnung ?

Es wäre wohl keine Schande, wenn man bisher noch nichts von ETERNUS gehört hat – trotz des durchaus einprägsamen Bandnamens. Die erst 2012 gegründete, sich der Spielart des Symphonic Power Metal verschriebene Formation kommt schließlich aus Chile; und damit einem Land das nicht unbedingt für viele hochkarätige Genre-Acts bekannt ist. Auch wenn die Band bis heute bei keinem Label unter Vertrag steht, hatte sie bereits im Jahre 2014 ihr Debütalbum LABYRINTH OF REASON veröffentlicht – das auch auf diesem Blog mit einer entsprechenden Rezension (Link) bedacht wurde. Damals sind vor allem zwei Dinge aufgefallen: zum einen, dass ETERNUS durchaus Potential haben und darüber hinaus über ein ganz spezielles Alleinstellungsmerkmal verfügen; und zum anderen, dass der Sound der Band insgesamt noch stark ausbaufähig war. Die kürzlich veröffentlichte neue EP der Band erlaubt es einem nun, den aktuelles Status Quo der Band zu begutachten – und einen Blick auf potentielle Fortschritte zu werfen.

Dabei kommt man kaum umher, auf das bereits erwähnte spezielle Alleinstellungsmerkmal der Band einzugehen – das eindeutig am Leadgesang von Omar Tabildo festzumachen ist. Der gibt sich schließlich nicht wie ein typischer Power Metal-Frontmann, sondern singt in einem tiefen Bariton (Link); der in dieser Form sonst am ehesten in der Oper anzutreffen ist. Gerade jener auffällige Leadgesang ist aber auch der eigentliche Knackpunkt der THE BIRTH OF TIME-EP, die man mit einer Gesamtspieldauer von knapp 24 Minuten (bei nur drei Titeln) als recht umfangreich bezeichnen könnte – denn zu 100 Prozent wird man nicht überzeugt. Omar Tabildo klingt eventuell etwas zu klassisch, und so als hätte er sich dem Genre des Power Metal kaum angepasst. Wirklich Disharmonisch klingt das Ganze zwar nicht, doch denkt man an Alternativen wie etwa einen ebenfalls klassisch ausgebildeten Mathias Blad von FALCONER; scheint klar wohin man eher tendieren würde.

Hinzu kommt eine leider nicht optimale Produktion der vorliegenden EP, die insgesamt etwas schwachbrüstig wirkt und die verschiedenen Sound-Elemente nicht wirklich gleichberechtigt behandelt. Speziell der Opener PHANTOM CHAIN klingt so etwas undifferenziert und aufgrund der ständigen Keyboard-Spielereien überladen. Und: die hie und da eingeworfenen Growl-Parts mögen zwar zeigen, dass Omar Tabildo noch mehr kann als klassisch zu singen – doch scheinen sie nicht wirklich zum Sound der Band zu passen. Da schneidet das folgende LIKE FATHER LIKE SON schon wesentlich besser ab – und das nicht nur, da es einige zusätzliche und deutlich angenehmere Sound-Elemente einführt. Hier klingen ETERNUS deutlich ausgewogener, kontrollierter und wenn man so will abenteuerlicher – eben so, wie man es sich gewünscht hat. Gerade in den ruhigeren Strophen geht das Gesangskonzept doch noch auf, die Metal-Instrumentierung harmoniert gut mit den symphonischen Einschüben. Was das Ganze perfekt gemacht hätte, wäre eventuell noch ein schmackiger Refrain – aber man kann wohl nicht alles haben.

Das abschließende NEMESIS OF THE GODS war in der originalen Fassung auch schon auf dem Debütalbum enthalten – hier gibt es nun also eine reine Akustik-Version. Die fokussiert sich verständlicherweise noch deutlicher auf den Leadgesang, an dem sich gerade hier die Geister scheiden werden. Für ein ausführlicheres Urteil reicht das hier gebotene Material allerdings noch nicht aus – was sich bei einem potentiellen zweiten Album der Band hoffentlich ändern wird. Die Chancen stehen jedenfalls in beide Richtungen offen – einmal gen Metal-Olymp, und einmal gen Resterampe. Was es letztendlich werden wird, liegt nun in den Händen von ETERNUS.

Absolute Anspieltipps: LIKE FATHER LIKE SON


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„Noch lange nicht perfekt, aber immerhin mit einem Highlight versehen – man darf gespannt sein, was ETERNUS in Zukunft wagen.“

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