Metal-CD-Review: FINAL CHAPTER – Legions Of The Sun (2016)

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Alben-Titel: Legions Of The Sun
Künstler / Band: Final Chapter (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 20. Januar 2016
Land: Deutschland
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Underground Symphony

Alben-Lineup:

Andreas Wimmer – Keyboards, Bass, Guitars
Michael Brettner – Guitars
Michael Stein – Drums
Oliver Strasser – Vocals

Track-Liste:

1. Trace of Fate (07:16)
2. Sail Away (05:32)
3. Garden of Fear (06:25)
4. Legions of the Sun (04:00)
5. Eternal Deep (06:10)
6. The Key (04:46)
7. The Journey (07:12)
8. The Battle (11:13)

Von der Sonne geküsst.

Auch wenn die aus Deutschland stammende Power Metal-Combo FINAL CHAPTER schon seit geraumer Zeit besteht, dürfte die Chance die Band nicht zu kennen relativ hoch ausfallen. Schließlich legte die aktuell bei UNDERGROUND SYMPHONY unter Vertrag stehende Formation kurz nach dem Debütalbum aus dem Jahre 2004 (THE WIZARD QUEEN) eine großzügige Pause ein – zumindest, was alle Band-internen Projekte betraf. Nachdem einige Mitglieder zwischenzeitlich in externen Bands wie etwa CIVILIZATION ONE oder CUSTARD untergekommen waren, schien man sich erst ab 2013 wieder auf die gemeinsame Arbeit in FINAL CHAPTER zu besinnen. Doch es gibt auch eine gute Nachricht – und die besteht daraus, dass endlich ein handfestes Ergebnis der wenn man so will 12-jährigen Band-Pause vorliegt. Das kürzlich erschienene lang erwartete zweite Studioalbum der Band horcht auf den vielversprechenden Namen LEGIONS OF THE SUN, beinhaltet 8 Titel – und hat allemal das Zeug dazu, die Rückkehr der Band musikalisch treffend zu untermauern.

Und das nicht nur theoretisch, denn wie sich zeigt haben sich FINAL CHAPTER tatsächlich mächtig ins Zeug gelegt. LEGIONS OF THE SUN ist ein recht vielfältiges und überraschend druckvolles Genre-Album geworden, das den Hörer mit einer jeweils ordentlichen Portion Symphonic- und Melodic Power Metal zu verwöhnen weiß – analog zu einem handwerklich und Sound-technisch beinahe perfekten Eindruck. Wenn man so will wirkt und klingt es ein wenig so, als hätten sich die nach 2008 leider verschollenen 7 SEALS (MORIBUND, Link) erneut zu einer Abenteuerfahrt geladen, und sich darüber hinaus mit den ebenfalls lange verschollenen Schweden von LOST HORIZON (Link) verbündet. Die breit gefächerte symphonische Komponente und der erzählerisch wuchtig wirkende Eindruck auf der einen, sowie die gleichzeitig beibehaltene Kraft und Geschwindigkeit auf der anderen Seite klingen in der nun von FINAL CHAPTER vorgelegten Kombination jedenfalls mehr als ordentlich. Eine gute Entscheidung war es auch, einige Gast- respektive Hintergrundsänger zu verpflichten – gerade die Chöre von FINAL CHAPTER erhalten so einen zusätzlichen Reiz und klingen angenehm voluminös.

Was bleibt, ist das insgesamt überaus unterhaltsame Album in seine einzelnen Momente zu zerlegen. Zumindest wenn man so will und auf (qualitative) Differenzierungen aus ist – sofern überhaupt entsprechende Feststellungen zu treffen wären. Fest steht, dass der Opener TRACE OF FATE wohl kaum stärker hätte ausfallen können; denn bereits hier zeigen FINAL CHAPTER ihre neu gewonnene Kraft und musikalische Bandbreite perfekt auf. Das folgende SAIL AWAY wirkt dagegen fast schon zurückhaltend, und auch der Refrain ist nicht ganz so stark – wobei es sich noch immer um eine höchst solide Uptempo-Nummer handelt. Mit GARDEN OF FEAR wird es zusätzlich interessant, da man einen größeren Raum für den weiblichen Gastgesang von Ulrike Esch vorsieht. Das Ergebnis ist gut, aber nicht grandios – schlicht, da das Ganze etwas zu länglich wirkt und des ein oder anderen markanten Höhepunktes entbehrt. Der Titeltrack LEGIONS OF THE SUN dagegen kombiniert erneut alle vorhandenen Stärken der Band, bis man mit ETERNAL DEEP den vorläufigen Höhepunkt des Albums erreicht. Nicht nur, dass hier erneut so gut wie alles stimmt – die zusätzliche emotionale Komponente spricht Bände. Der Refrain ist grandios, die Instrumental-Strecken furios; und der letzte Übergang vom Refrain hin zu einem Riff-geladenen Ausklang schier bemerkenswert.

Die letzten drei Titel schließen das Ganze dann recht rund ab. Hier setzen FINAL CHAPTER noch einmal deutlicher auf den weiblichen Gastgesang (THE KEY), geben sich auch mal etwas progressiver (THE JOURNEY), und präsentieren mit THE BATTLE sogar noch eine überlange Hymne der man einfach gerne lauscht. Mit Ausnahme des später folgenden Erzählparts vielleicht, der eher ein Atmosphäre-Killer denn ein -Booster ist. Schlussendlich: FINAL CHAPTER haben auf ihrem LEGIONS OF THE SUN alles vorgelegt, was das Genre und der geneigte Power Metal-Fan brauchen. Von knackigen Riffs und einer voll ausgeschöpften symphonischen Komponente über einen unverwechselbaren Leadgesang inklusive schmackiger Chöre bis hin zu erzählerisch ansprechenden Elementen wird fast durchgehend ein hoher Unterhaltungswert geboten – sodass die etwas schwächeren Momente kaum ins Gewicht fallen. Doch für den Genre-Thron reicht es insgesamt noch nicht. Dafür bräuchte es vermutlich noch mehr Über-Titel wie ETERNAL DEEP, und weniger Durststrecken in etwas komplexeren Nummern a’la GARDEN OF FEAR oder THE BATTLE. Dennoch: viel falsch machen kann man mit einem Album LEGIONS OF THE SUN nicht.

Absolute Anspieltipps: TRACE OF FATE, ETERNAL DEEP, THE BATTLE


75button

„Eine gleichermaßen überraschende wie super-solide Rückkehr.“

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