Metal-CD-Review: GRIMGOTTS – Extenditus Playus (EP, 2016)

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Alben-Titel: Extenditus Playus
Künstler / Band: Grimgotts (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 27. Juni 2016
Land: Großbritannien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Andy Barton – Vocals/Keys
David Hills – Guitars
Kristoffer Wirch – Bass
Lord Fleshtomb Weeping Weasley – Drums

Track-Liste:

1. He That Lived (00:52)
2. I am the Hero (04:17)
3. Liquid Luck (02:13)
4. Through the Ages (03:55)
5. Down the Hatch (02:51)
6. Nightmare on the Sea (04:54)

Von potentiellen Gipfelstürmern und Power Metal-Piraten.

Neben vielen groß angekündigten und in gewisser Form auch zu erwartenden Genre-Veröffentlichungen gibt es hie und da auch solche, die eher unverhofft und überraschend daherkommen. Glücklicherweise, muss man wohl sagen – wie aktuell etwa bei den GRIMGOTTS aus Großbritannien. Jene Symphonic Power Metal-Combo wurde erst 2015 gegründet und hat sich der Welt bisher erst mit einer EP offenbart – HERE BE DRAGONLORDS (Review). Doch schon mit jener gerade einmal 4 Titel starken EP konnten die Engländer, deren Band-Name absichtliche Parallelen zum HARRY POTTER-Universum anberaumt; bereits überzeugen. Nun also gibt es die zweite EP mit dem etwas kuriosen Namen EXTENDED PLAYUS – wobei dieses Mal sogar 6 Titel enthalten sind.

Und die präsentieren sich vor allem angenehm frisch, oder anders gesagt: die GRIMGOTTS haben es trotz der gewaltigen Masse an Konkurrenzbands irgendwie geschafft, ein ganz eigenes Soundgewand zu kreieren. Das liegt sicher auch am vergleichsweise außergewöhnlichen Leadsänger Andy Barton, der sich recht variabel inszeniert. Hier und da erinnert er dezent an Dario Vallesi (VEXILLUM), doch andererseits wechselt er immer wieder zwischen verschiedenen Stimmlagen – selbst ein klassischer Tenor kommt einstweilen durch. Große Stärken offenbaren die GRIMGOTTS auch in instrumentaler Hinsicht – vor allem, da die Kompositionen vielfältig und abwechslungsreich sind. Mal dominieren die Elemente eines flotten und melodischen Power Metal, mal übernehmen die symphonischen Arrangements die Regie – wobei der Wechsel meist innerhalb eines einzelnen Titels stattfindet, was dem Unterhaltungswert sehr zugute kommt.

Bereits das kurze Intro HE THAT LIVED macht so reichlich Laune, und schwört den Hörer auf die zu erwartende Stimmung der EP ein – bis I AM THE HERO dann vollends durchstartet und die gesamte Bandbreite der GRIMGOTTS präsentiert. Wobei das ein gutes Stichwort ist, denn: die EP ist alles andere als vorhersehbar. Bereits LIQUID LUCK kommt als etwas anderer Titel daher, und zeigt die Fähigkeiten der Band sich auch in gänzlich anderen Bereichen zurechtzufinden. Immerhin: wenn ein Titel wie dieser anstatt einer handelsüblichen Ballade für die emotionale Seite der Band steht, stehen alle Zeichen auf grün. THROUGH THE AGES ist wie schon der Opener eine weitere Hymne der Band – der Refrain ist stark, die Melodien kompakt und mitreißend. Eine kontinuierliche Schiene wird indes nicht gefahren, denn DOWN THE HATCH fällt so gesehen schon wieder aus dem Rahmen. Hier inszenieren die GRIMGOTTS plötzlich eine fidele Trinker-Hymne mit ALESTORM-Piratenstimmung – und auch der Rausschmeißer NIGHTMARE ON THE SEA spielt mit einer ganz ähnlichen Atmosphäre. Nur, das in diesem Fall auch noch die entsprechend episch angelegten Elemente hinzukommen. Der Gesamteindruck fällt demnach nicht ganz eindeutig aus – aber vielleicht ist das ja auch ganz gut so.

Natürlich sind auf der EXTENDITUS PLAYUS-EP viele der für das Genre typischen Elemente enthalten, aber letztendlich scheinen in diesem Fall nicht die einzelnen Zutaten den Ausschlag zu geben – sondern das vielfältige Gesamtbild. Das mag zunächst etwas gewöhnungsbedürftig daherkommen, zumal man nie so genau weiß was die GRIMGOTTS nun ernst meinen und was nicht. Andererseits wäre das Ganze unter Umständen sogar in Bezug auf die ganz großen des Genres (wie etwa DRAGONLAND oder TWILIGHT FORCE) konkurrenzfähig – zumindest wenn sich endlich ein Label findet und die GRIMGOTTS ein vernünftig präsentiertes und vor allem auch gut produziertes Studioalbum abliefern. Vielleicht ja auch in Form eines Konzeptalbums, oder zumindest mit einem strukturierten Aufbau. Denn wenn etwas an der EP störend auffällt ist das die nicht optimale Präsentation, sowie sicherlich auch die Abmischung sowie die letztendliche Qualität der Produktion. Doch wer weiß schon, was die Zukunft bringt ? Bis dahin gilt es, mit den zwei EP’s der Band Vorlieb zu nehmen – und in  Anbetracht des schier gewaltigen Potentials in die eine oder andere Richtung zu Bangen und zu hoffen. Denn eines ist klar: wenn da nicht noch etwas großes und im besten Fall noch aussagekräftigeres kommt, wäre das reichlich schade.

Absolute Anspieltipps: I AM THE HERO, THROUGH THE AGES, NIGHTMARE ON THE SEA


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„Eine sehr gute, vielfältige und vor allem vielversprechende EP mit kleineren Schwächen – hoffentlich kommt da noch mehr.“

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