Metal-CD-Review: GREAT MASTER – Lion & Queen (2016)

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Alben-Titel: Lion & Queen
Künstler / Band: Great Master (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 15. Juni 2016
Land: Italien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Underground Symphony

Alben-Lineup:

Max Bastasi – Vocals
Jahn Carlini – Guitars
Shuai Xia – Guitars
Marco Antonello – Bass
Max Penzo – Drums

Track-Liste:

1. Voices (01:00)
2. Another Story (04:12)
3. Oldest (03:51)
4. Prayer in the Wind (04:27)
5. Traveller of Time (04:40)
6. Stargate (04:53)
7. Holy Mountain (04:01)
8. Time After Time (04:14)
9. The Other Side (05:26)
10. Walking on the Rainbow (04:48)
11. Lion and Queen (07:15)

Ein Kätzchen für die Prinzessin.

Mit LION & QUEEN melden sich überraschend GREAT MASTER zurück – eine bereits 1993 gegründete Power Metal-Formation aus Italien. Und damit auch eine Band, deren Veröffentlichungen sich interessanterweise in einem sehr überschaubaren Rahmen bewegen. Nach dem späten Debütalbum UNDERWORLD (2009) kam schließlich nur noch SERENISSIMA (2012), woraufhin es erst einmal wieder verdächtig still wurde um die Band. Doch offenbar gönnen sich die Italiener gerne mal die ein oder andere Pause – was nur gut und richtig ist. Zumindest; und das ist der Knackpunkt – solange das so gesehen exklusive Material auch entsprechend überzeugt.

Der Alben-Titel und das Artwork des neuen GREAT MASTER-Albums lassen dann aber erst einmal arges vermuten – die hier versprochene Geschichten von Löwen und Königinnen haben allemal das Zeug dazu, etwaige Hörer bereits im Vorfeld markant abzuschrecken. Andererseits muss das noch nichts gravierendes bedeuten. Eine dezente Portion Kitsch, sowie einige immer wieder aus der vergoldeten Holzkiste der altbackenen Genre-Klischees gezogenen Schätze gehören schließlich auch irgendwie zu einem funktionierenden Power Metal dazu. Wobei sich im Falle der neu aufgestellten Italiener von GREAT MASTER dieses Mal sogar noch eine unüberhörbare symphonische Komponente hinzu gesellt.

Ebenfalls interessant ist, dass sich wieder einmal ein gewisser Max Bastasi für den Leadgesang verantwortlich zeichnet. Zwar hatte er die Band im Jahre 1993 mitbegründet, doch kehrte er ihr auch schon das ein oder andere Mal den Rücken zu – nur um rechtzeitig zu den jeweiligen Alben zurückzukehren. Und das ist schon ein kleines Kuriosum, wobei die Besetzungsliste von GREAT MASTER auch davon abgesehen in einem recht steten Wandel zu sein scheint. Es bleibt zu hoffen, dass sie erst einmal so bleibt wie sie ist – ein wenig Kontinuität hat wohl noch niemandem geschadet.

Auch wenn es entsprechend schwer zu sagen ist, ob sich diese Form der Wandelbarkeit auf das neue Album ausgewirkt hat oder nicht – LION & QUEEN ist definitiv nicht die eventuell von manchen erhoffte musikalische Offenbarung geworden. Sicher, GREAT MASTER geben sich nicht unbedingt die Blöße und bieten letztendlich mehr, als es der ungünstige Alben-Titel und das plumpe Artwork versprechen – doch wirkt ihr hier präsentierter Power Metal schlicht ein wenig ziellos und verwechselbar.

Denn: so wenig einzigartig sich das hier offerierte Material darstellt, so unspektakulär klingt es gerade im Vergleich mit anderen Genre-Combos. Die haben im besten Fall noch das ein oder andere markante Alleinstellungsmerkmal, GREAT MASTER jedoch nicht – oder nicht wirklich. Vielmehr wird eine arg standardisierte Genre-Kost geboten, die zwar nicht als schlecht zu bezeichnen ist; unter Umständen aber durchaus etwas ermüdend wirken kann. Und gerade das war nach dem noch vergleichsweise erfrischenden Auftakt mit dem symphonischen Intro VOICES sowie dem darauf folgenden Opener ANOTHER STORY nicht unbedingt zu erwarten.

Doch entbehrt vieles von dem was folgt, schlicht des ein oder anderen Highlights. Zumeist schleichen sich unverhofft Längen ein, Refrains erweisen sich als eher einschläfernd (TIME AFTER TIME), oder aber die Leistung von Max Bastasi reicht einfach nicht aus (frappierend: HOLY MOUNTAIN). Anders gesagt: sowohl auf der instrumentellen als auch der gesanglichen Ebene (hier vielleicht noch etwas mehr) sind GREAT MASTER am ehesten im Mittelfeld des Genres zu verorten. Natürlich ist das eine vergleichsweise undankbare Position, doch ist daran momentan wenig zu drehen. Es gilt eben, dass man vieles von dem hier dargebotenen schon einmal gehört hat – in anderer, ähnlicher; oftmals aber eben auch wirkungsvollerer Form. Im Falle der neuen GREAT MASTER sind diesbezüglich mindestens zwei Bands zu Rate zu ziehen: THY MAJESTY, aber auch die eher unbekannten Kanadier von INSTANZIA.

Absolute Anspieltipps: ANOTHER STORY, TRAVELLER OF TIME, LION & QUEEN


60button

„Ein solides, aber eben auch typisches Genre-Release mit deutlichen Parallelen zu hochkarätigeren Alternativen.“

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