Metal-CD-Review: THE EMBODIED – Ravengod (2016)

the-embodied-ravengod_500

Alben-Titel: Ravengod
Künstler / Band: The Embodied (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 15. Juli 2016
Land: Schweden
Stil / Genre: Prog Power Metal
Label: Pure Legend Records

Alben-Lineup:

Agust Ahlberg – Bass
Axel Janossy – Drums
Jon Mortensen – Guitars
Chris Melin – Guitars
Marcus Thorell – Vocals

Track-Liste:

1. Bleed
2. Vengeance
3. Praetor Sorrow
4. Ravengod
5. The Exorcist
6. Land of the Midnight Sun
7. Awaiting the End
8. I Suffocate of Anger
9. Art of Hunting
10. Battle of the Mind
11. Death by Fire
12. Vallfaerd till Asgaard

Probier doch mal was neues.

Mit THE EMBODIED meldet sich eine hierzulande noch nicht wirklich bekannte progressive Power Metal-Formation aus Schweden zurück – im Gepäck haben die Musiker ihr nunmehr zweites Studioalbum RAVENGOD. Ob sie damit auch konkurrenzfähig sind, ist wie immer die alles entscheidende Frage. Aber speziell hier kommt es wohl ganz auf die Sichtweise an. Schließlich ist schnell zu hören, dass die Band keineswegs auf den klassischen Pfaden des europäischen Power Metal wandert – sondern sich stattdessen eher modern und enorm wandelbar inszeniert. Im Detail bedeutet das, dass man mit RAVENGOD eine recht bunte Palette Musik serviert bekommt: die Einflüsse reichen schon bei den ersten Titeln im Bunde von einem verspielten und Riff-orientierten Heavy- und Power Metal irgendwo zwischen Retrospektive und Moderne (BLEED) über eingebrachte Elemente des Trash- und Death Metal (VENGEANCE) bis hin zu düsteren progressiven Experimenten wie in THE EXCORCIST. Aber es darf auch gerne mal etwas ruhiger und zugänglicher zugehen – wie etwa im rein akustischen LAND OF THE MIDNIGHT SUN.

Dabei fällt vor allem eines direkt positiv auf, und das ist der hiesige Leadsänger Marcus Thorell. Der macht schlicht eine überragende Figur, und klingt trotz aller Variationen sowohl in eine weichere als auch eine härte Richtung angenehm glaubwürdig. Anders gesagt: er behält in so gut wie jeder Situation die Kontrolle, und trägt nicht unwesentlich zu einem sehr guten Ersteindruck von RAVENGOD bei. Hinzu kommt dann noch das an den Tag gelegte, zweifelsfrei überzeugende Handwerk der einzelnen Mitglieder sowie eine Produktion, die sich gewaschen hat und ein jedes Element im Mix gleichwertig erscheinen lässt. Nicht zuletzt sprechen auch eine gewisse, wenn man so will rebellische Frische und die abwechslungsreiche Mixtur verschiedener Einflüsse für das Gelingen des Albums. Im Zusammenspiel mit dem zumeist angenehm vordergründigen Riffing sollten für THE EMBODIED also alle Zeichen auf grün stehen.

Doch leider ist das nicht gänzlich uneingeschränkt der Fall, was vor allem daran liegt wie das Album präsentiert wird und letztendlich wirkt. Der entstehende Eindruck ist schließlich nicht unbedingt konsequent, und wandert immer wieder von melodischen Power Metal-Elementen a’la AXENSTAR über eine am ehesten dem härteren AOR zuzuordnenden Stimmung bis hin zu eventuell als ärgerlich zu bezeichnenden modernen Strömungen. Das lässt das Projekt RAVENGOD zwar noch immer nicht radiotauglich klingen, doch die Ausrichtung hin zu einem jüngeren Zielpublikum lässt sich wohl kaum verhelen. Das ist natürlich wie immer Auslegungssache, doch gibt es noch einen weiteren Aspekt den man THE EMBODIED ankreiden könnte: die Refrains. Die klingen merkwürdigerweise nicht selten unnötig weichgespült, lassen den nötigen Druck vermissen; kurzum – sie reißen einfach nicht mit. Fest steht damit wohl nur, dass man – wenn es um den Erfolg des Albums aus der Sicht des Hörers gilt – eine Mixtur wie die von THE EMBODIED angebotene mögen oder zumindest eine gewisse Experimentierfreude mitbringen sollte.

Absolute Anspieltipps: BLEED, RAVENGOD, DEATH BY FIRE


60button

„Ein solider, aber in jedem Fall ausbaufähiger Anlauf mit einem etwas zu modernen Anstrich und ohne markante Höhepunkte.“

Zögert bitte nicht, einen Kommentar zu hinterlassen.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s