Metal-CD-Review: THE STORYTELLER – Underworld (2005)

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Alben-Titel: Underworld
Künstler / Band: The Storyteller (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 04. November 2005
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Black Lodge Records

Alben-Lineup:

Martin Hjerpe – Drums
Jacob Wennerqvist – Guitars
Fredrik Groth – Guitars, Keyboards
L.G. Persson – Vocals, Bass
Johan Sohlberg – Bass

Track-Liste:

1. Changeling (03:45)
2. Eyes of the Dead (03:58)
3. The Fiddler (05:29)
4. Watcher in the Deep (05:25)
5. Your Time Has Come (02:58)
6. Beauty Is the Beast (04:35)
7. Underworld (04:28)
8. Magic Elements (04:35)
9. Shine On (05:03)
10. Ace of Spades (Motörhead cover) (02:42)

Es geht auch ohne Höhepunkt – aber mit ist es eben doch schöner.

UNDERWORLD ist das vierte Studioalbum aus dem Bunde der illustren Diskografie von THE STORYTELLER – einer bereits seit 1995 bestehenden Power Metal-Combo aus Schweden; die ihre Karriere zunächst mit einigen Demos sowie dem überraschenden Debütalbum aus dem Jahre 2000 (Review) begonnen hatte. Wie man heute weiß, markiert UNDERWORLD vor allem eine Besonderheit: es war das letzte STORYTELLER-Album vor einer längeren kreativen Pause oder auch Ruhephase. Einer, die immerhin ganze 8 Jahre währen sollte – der Nachfolger DARK LEGACY (Review) erschien erst 2013. Somit markiert UNDERWORLD den letzten Teil des frühen THE STORYTELLER-Kapitels – und vielleicht auch das Ende der eigentlichen Blütezeit der Band. Denn auch wenn speziell das Debütalbum sowie die generell eher leichtgängige Spielart der Band des öfteren im Fokus der Kritik standen, hatten sich THE STORYTELLER gemausert – und ein solides Genre-Album nach dem anderen veröffentlicht. Mit dem bis dato letztaktuellen Album TALES OF A HOLY QUEST (Review) wurde es sogar noch einmal richtig interessant: die Band war hier erstmals deutlich düsterer unterwegs und wandelte auf dezent progressiven Pfaden.

UNDERWORLD setzte diesen Trend allerdings nicht fort – sondern präsentiert sich eher als Bindeglied zwischen der neuerlichen düsteren, sowie der altbekannten feucht-fröhlichen und hymnischen Seite der Band. Eine besonders im Refrain typisch verschwörerische Uptempo-Nummer wie MAGIC ELEMENTS beispielsweise hätte auch genauso gut vom Debütalbum stammen können – und auch BEAUTY OF THE BEAST ist ein wie so oft stark nach vorn preschender, zutiefst melodischer und Riff-geladener Stampfer in bester Geschichtenerzähler-Manier. Wie schon zuvor gilt in diesem Falle allerdings auch, dass sich THE STORYTELLER nicht auf ihren Lorbeeren ausgeruht; sondern vielmehr weiter an ihrem Sound gefeilt haben. Die Auswirkungen dessen finden sich indes eher im kleinen – und betreffen in erster Linie den überaus standhaften Leadsänger L.G. Persson. Der inszeniert sich auf UNDERWORLD noch ein stückweit rauer und variabler als jemals zuvor, was hier sicherlich im MOTÖRHEAD-Cover zu ACE OF SPADES gipfelt – und durchaus Eindruck hinterlässt.

Aber noch etwas gilt es festzuhalten: UNDERWORLD bringt noch immer ausreichend direkt packende Uptempo-Nummern wie EYES OF THE DEAD an den Start, doch wird das Tempo hie und da auch mal markant gedrosselt. Und das erstmals mit vollem Erfolg: der schwere, stampfende Opener CHANGELING beispielsweise überzeugt als hervorragend inszenierte Geschichtsstunde mit einem grandiosen Riffing und einem kongenialen Refrain. Aber auch das dezent folkloristisch angehauchte THE FIDDLER weiß dank seiner vergleichsweise schweren Gangart, seinem für THE STORYTELLER ungewöhnlichen Rhythmus und der starken Performance von L.G. Persson zu gefallen. Lediglich das merkwürdige SHINE ON fällt leicht aus der Reihe der überraschend gelungenen und stilistisch treffsicheren Nummern heraus – was auch an den fast schon kuriosen, arg kraftlosen Hintergrundgesängen liegt.

Letztendlich avanciert UNDERWORLD aber ganz locker zu weit mehr als einem typischen THE STORYTELLER-Album – auch da es den bisherigen Werdegang der Band nicht nur erneut aufgreift, sondern vielmehr zu perfektionieren scheint. Sowohl in Sachen Stilsicherheit, Handwerk und Atmosphäre; als auch in Bezug auf den Faktor der dargebotenen Abwechslung aus hymnisch-flotten und markant-stampfenden Nummern markiert das Album jedenfalls klar den Höhepunkt des bisherigen Schaffens der Band. Demnach muss hier eine klare Empfehlung ausgesprochen werden, vor allem an all jene die die anderen STORYTELLER-Alben bisher links liegen gelassen haben. Indes: wer selbst durch ein Album wie dieses nicht bekehrt werden wird, der dürfte THE STORYTELLER dann aber wirklich von seiner Liste streichen. Alle anderen erwartet ein rundum stimmiges Genre-Werk – eines, das THE STORYTELLER nicht mehr nur stilistisch in die Nähe von Bands wie FALCONER rückt; sondern auch in deren qualitative Liga.

Absolute Anspieltipps: CHANGELING, EYES OF THE DEAD, THE FIDDLER, WATCHER IN THE DEEP, UNDERWORLD


95button

„Der eindeutige Höhepunkt der STORYTELLER-Karriere.“

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