Metal-CD-Review: BLOODBOUND – Nosferatu (2006)

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Alben-Titel: Nosferatu
Künstler / Band: Bloodbound (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 24. Februar 2006
Land: Schweden
Stil / Genre: Heavy / Power Metal
Label: Avalon / Metal Heaven

Alben-Lineup:

Fredrik Bergh – Keyboards
Henrik Olsson – Guitars
Johan Sohlberg – Bass
Tomas Olsson – Guitars
Pelle Åkerlind – Drums
Urban Breed – Vocals

Track-Liste:

1. Behind the Moon (06:27)
2. Into the Dark (04:31)
3. Nosferatu (06:23)
4. Metal Monster (04:24)
5. Crucified (03:50)
6. Desdemonamelia (04:14)
7. Fallen from Grace (04:45)
8. Screams in the Night (04:40)
9. For the King (03:49)
10. Midnight Sun (03:51)
11. On the Battlefield (05:57)

Mal sehen wer artig und wer böse war.

NOSFERATU ist nicht nur der Name einer allseits bekannten Sagengestalt, sondern auch der Titel des Debütalbums von BLOODBOUND – einer 2004 gegründeten Power Metal-Combo aus Schweden. Zunächst nur über das Label Avalon in Japan erschienen, bietet es dem geneigten Genre-Hörer 11 Titel aus dem Bereich des melodischen Power respektive Heavy Metal – wobei man sich irgendwo zwischen eher klassisch-traditionellen Anleihen a’la IRON MAIDEN und hymnisch-flotten Landes-Kollegen wie HAMMERFALL bewegt. Trotz etwaiger möglicher Vergleiche; wie etwa auch zu den klassischen Momenten der europäischen Power Metal-Pioniere a’la HELLOWEEN oder GAMMA RAY entwickeln BLOODBOUND dabei überraschenderweise schneller als erwartet eine ganz eigene Identität. Und das scheint hauptsächlich an zwei Faktoren zu liegen: dem Leadgesang und dem prägnanten Gitarrenspiel.

Ersterer stammt vom ehemaligen TAD MOROSE-Frontmann Urban Breed, der nach dem letzten hiesigen Album MODUS VIVENDI direkt zu BLOODBOUND wechselte und daher einigen bereits bekannt vorkommen könnte. Fakt ist, dass er nicht nur über eine außergewöhnliche und unverwechselbare Leadstimme verfügt – sondern auch auf NOSFERATU weitestgehend Abstand davon nimmt, sich Genre-typisch zu inszenieren. Das bedeutet vor allem, dass das Singen in allzu hohen Lagen ausbleibt und generell ein etwas rauerer und kräftigerer Grundton vorherrscht. Im Zusammenspiel mit den teils wuchtigen Chören ergibt sich so eine recht ansprechende Gesangs-Dynamik, die niemals aufdringlich oder künstlich forciert klingt – man hört den Geschichten auf NOSFERATU einfach gerne zu.

Die bereits angedeutete zweite Besonderheit sind die Gitarren – die interessanterweise von den beiden Brüdern Henrik und Tomas Olsson gespielt werden. Dass die beiden ihr Handwerk verstehen ist das eine – dass das Album aber gerade durch ihren Einsatz an Eigenständigkeit gewinnt und man mit der Entscheidung, es generell sehr Riff-lastig zu gestalten genau den richtigen Nerv getroffen hat; das andere. Trotz der an den Tag gelegten Energie und Spielfreude klingt das Album überdies oft merkwürdig; man nenne es einmal locker und beschwingt – was zumindest in diesem Fall absolut positiv auszulegen ist. Es wirkt schließlich beinahe so, als hätten sich BLOODBOUND nicht einmal sonderlich anstrengen müssen um das auf NOSFERATU dargebotene Material zu verwirklichen – was in Anbetracht der Qualität des Albums eigentlich eine kleine Unmöglichkeit ist.

So oder so verfehlt NOSFERATU nicht seinen Zweck. Das mitunter einzige, was man dem Album vorwerfen könnte wäre die Tatsache, dass nicht alle der 11 enthaltenen Titel gleichermaßen effektiv zünden. Denn auch wenn sich kein allzu markanter qualitativer Ausreißer finden lässt, müssen eher simple Nummern wie METAL MONSTER oder DESDEMONAMELIA klar hinter den anderen anstehen. Und auch die Gesangsdarbietung in SCREAMS IN THE KNIGHT muss man klar zu den gewöhnungsbedürftigen Momenten des Albums zählen. Dennoch: die oft angenehm auflockernden Refrains und wohl dosierten Soli-Passagen sind stark, die keine Wünsche offenlassende Produktion rundet das Ganze sinnig ab. Das Album kann so jedem ans Herz gelegt werden, der auf die eher klassische Seite des Power Metal ohne klimpernde Keyboards oder pompöse symphonische Arrangements setzt. Und es lieber etwas rauer, aber dennoch enorm melodisch und hymnisch mag.

Absolute Anspieltipps: NOSFERATU, CRUCIFIED, FALLEN FROM GRACE, FOR THE KING


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„Ein rundum gelungener Karriere-Start mit zahlreichen hymnischen Momenten.“

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