Metal-CD-Review: GHOSTHILL – Embrace Of A Chasm (2010)

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Alben-Titel: Embrace Of A Chasm
Künstler / Band: Ghosthill (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 2010
Land: Russland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Fono Ltd.

Alben-Lineup:

Leo – Bass
John – Drums
Val – Guitars
Nick – Guitars
Ilia – Keyboards
Mira – Vocals

Track-Liste:

1. A Billion Years of Torments (01:04)
2. The Last Dimension (03:28)
3. Cyclonic Death (05:03)
4. The Mist (04:51)
5. Silent Night (04:48)
6. Titanic Heroes (03:39)
7. Down the Dark River (03:57)
8. Embrace of a Chasm (05:04)
9. Stronger Than Fire (04:22)
10. Vigilant Forest (05:57)

Singsang vom dem Hügel der Geister.

EMBRACE OF A CHASM ist das Debütalbum von GHOSTHILL, einer neuen und aufstrebenden Power Metal-Formation aus Russland. Einer, die ausnahmsweise mal wieder eine starke Frontfrau namens Marina Selivanova an den Start bringt – sich aber dennoch nicht in allzu symphonischen Gefilden bewegt. Stattdessen scheint die Band auf ganz andere Stärken respektive potentielle Alleinstellungsmerkmale zu setzen – die sich unter anderem in einem vergleichsweise verspielten, immer wieder von dezent modernen und auch elektronischen Einflüssen definierten Sound äußern. Dies, sowie die Tatsache dass der Schritt von der Bandgründung hin zum Debüt in gerade einmal einem Jahr vollzogen wurde; sorgt schon einmal für einen frischen Wind und einiges an Spannung. Hinzu kommt, dass GHOSTHILL ihre Texte ausschließlich in der englischen Sprache präsentieren, was die Zugänglichkeit erleichtert und die Band auch international konkurrenzfähig machen könnte. Wenn, ja wenn es denn nur reicht was die Band auf EMBRACE OF A CHASM anzubieten hat.

Zunächst ist dabei vor allem eines festzustellen. GHOSTHILL inszenieren sich tatsächlich sehr verspielt und variabel – sodass es nicht leicht fällt, das Album vorschnell in eine Schublade zu stecken. Doch das ist vielleicht auch ganz gut so, und wenn nicht gar das eigentliche Geheimnis des Albums. Anders gesagt: EMBRACE OF A CHASM klingt anders als vieles, was man im allgemeinen von internationalen Genre-Kollegen gewöhnt ist. Bereits der Opener THE LAST DIMENSION geht in vielerlei Hinsicht in die Vollen, und präsentiert sich als überraschend hymnischer Brecher mit einem starken Fokus auf die Gitarren. Trotz der enormen Zugänglichkeit kann man aber dennoch kaum von einer typischen Genre-Hymne sprechen – was wohl auch am angenehm energischen, mit einem leichten russischen Akzent versehenen Leadgesang der Frontfrau Marina liegt. Die macht dabei einen recht guten Job: ihre Darbietung klingt feurig aber nicht hysterisch; womit sie sich eben nicht in die Riege der dezent abgedroschenen Operetten-Diven einreiht.

Noch interessanter, aber eben auch nicht gänzlich problembefreit geht es dann in den schon deutlich progressiveren Nummern wie CYCLONIC DEATH zu. Sicher – die Tempo-Wechsel machen Laune, die Gitarren legen das ein oder andere Brett vor, die Instrumentalpassagen sind außergewöhnlich und der Leadgesang ist solide. Doch kann man sich hie und da einfach nicht des Gefühls erwehren, als hätten GHISTHILL ein wenig zu sehr an etwaigen Reglern geschraubt: neben dem exzessiven Keyboardeinsatz scheint auch der Leadgesang eine dezente Portion Autotune abbekommen zu haben. THE MIST läutet wiederum eine eher balladeske Seite der Band ein, die mit dem guten Refrain und den pompösen Hintergrundchören eigentlich bestens funktionieren sollte. Doch auch hier gilt: wirklich authentisch und ungekünstelt klingt das Ganze nicht. Da klingt das noch ruhigere SILENT NIGHT schon wesentlich besser – nur, dass sich der Akzent der Sängerin hier eher negativ bemerkbar macht.

Mit TITANIC HEROES gibt es dann plötzlich wieder die volle Tempo-Dröhnung – und wenn man so will auch die volle Ladung GHOSTHILL mit all ihren Stärken und Schwächen. So kann man sich kaum der energetischen Wirkung der Nummer entziehen, und die wahnwitzigen Keyboard- und Gitarrensoli sind eine Nummer für sich. Gleichzeitig aber handelt es sich um einen der vielleicht merkwürdigsten Titel des Albums – was sicher auch daran liegt, dass GHOSTHILL keine Genre-Grenzen kennen. Und so geht es munter weiter mit einer wilden Mixtur aus NIGHTWISH, CELESTY, ORATORY und der früheren DARK MOOR – wenn man denn überhaupt einmal Vergleiche anberaumen wollte. Eines steht aber fest: tendenziell ist das Album zum Ende hin am stärksten, sodass es sich durchaus lohnen könnte nicht vorschnell auszusteigen. Allein der Titeltrack ist eine Wucht und spricht so gesehen für sich. Man darf demnach gespannt sein, was die Band in Zukunft noch in Petto  haben wird.

Absolute Anspieltipps: THE LAST DIMENSION, TITANIC HEROES, DOWN THE DARK RIVER, EMBRACE OF A CHASM


80button

„Ein zwar nicht perfektes, aber dennoch angenehm anderes und erfrischendes Genre-Album aus Russland – an das man sich erst gewöhnen muss.“

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