Metal-CD-Review: AMAZING MAZE – Amazing Maze (2007)

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Alben-Titel: Amazing Maze
Künstler / Band: Amazing Maze (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 26. September 2007
Land: Italien / Japan
Stil / Genre: Power Metal
Label: Nexus

Alben-Lineup:

Mat Staciolla – Drums
Peter Kilt – Guitars
Anders Rain – Guitars
Andrew McPauls – Keyboards
Rob Tyrant – Vocals, Bass

Track-Liste:

1. Intro (01:11)
2. Pray! (04:55)
3. The Struggle (04:44)
4. Live or Die (04:42)
5. Angel Witch (Angel Witch cover) (03:38)
6. Fast and Dangerous (05:07)
7. Amazing Maze (05:15)
8. Wounded Heart (04:25)
9. The King of Pain (05:28)
10. I Am the Law (05:39)
11. Metal Empire (05:33)
12. Come Back to Me (05:00)

Ein Coup zwischen Genialität und Verwirrung.

In den 2000er Jahren wurde so manches hochkarätiges Power Metal-Album veröffentlicht – und das nicht nur von etwaigen altbekannten Genre-Hasen, sondern auch von erfrischenden Newcomern. Doch neben den regulären Veröffentlichungen gab es auch so manch seltsame, wie etwa das augenscheinliche Debütalbum AMAZING MAZE von einer gleichnamigen und auf den ersten Blick absolut unbekannten Band aus Italien. Jene, die dennoch in den Genuss kommen konnten das kurioserweise ausschließlich in Japan veröffentlichte Album zu hören; waren wiederum schnell geneigt eines festzustellen: der hier dargebotene Sound klang mitunter seltsam vertraut. Der Grund dafür liegt zwar nicht auf der Hand, ebenso wenig wie der eigentliche Sinn und Zweck der Aktion; aber: hinter AMAZING MAZE stecken eigentlich die bekannten Musiker von LABYRINTH.

Und so kann AMAZING MAZE gleichermaßen als Geheimtipp wie auch als waschechtes Kuriosum betrachtet werden. LABYRINTH beschritten hier schließlich nicht nur einen eher außergewöhnlichen, so sicher nicht erwarteten Weg und präsentierten ein Album außerhalb ihrer eigentlichen Diskografie – sie schafften noch etwas anderes. Etwas, das zu einer weiteren mitunter merkwürdigen Feststellung führt. Denn: betrachtet man die reguläre Diskografie der Italiener, so schien vor allem im Zeitraum um das ominöse AMAZING MAZE-Album herum eine qualitative Flaute zu herrschen. Das 2005 erschienene FREEMAN (Review) hatte kaum noch etwas mit den guten Vorgängern am Hut, das 2007’er 6 DAYS TO NOWHERE (Review) konnte gar als Totalausfall gewertet werden. Und an eben dieser Stelle kommt plötzlich AMAZING MAZE ins Spiel – ein Album, dass zwar nicht unter dem LABYRINTH-Banner veröffentlicht wurde; aber viel eher nach LABYRINTH klingt als das reguläre Material der Band aus diesem Zeitraum.

Über die Gründe lässt sich wohl nur spekulieren. Es fühlt sich allerdings gut an zu wissen, dass LABYRINTH ihre Fähigkeiten offenbar doch nicht verloren hatten – sondern im Zeitraum 2005-2007 schlicht zwei schlechte Alben veröffentlichten. Und ein weiteres, das sie offenbar auch für sich selbst brauchten. Und sei es nur um aufzuzeigen, dass es auch anders geht – so, wie man es seit jeher von der Band gewohnt war. Die Folge war uns ist ein rundum solides Genre-Album ohne großartige Schnörkel oder Experimente, aber dennoch mit einem dezenten progressiven Anstrich – und einem hohen Unterhaltungswert infolge einer ausgewogenen Mischung aus flott-hymnischen (LIVE OR DIE) und auch mal deutlich andächtigeren, wenn nicht gar düsteren Momenten (THE STRUGGLE). Solide heißt in diesem Fall aber auch, dass das Album nicht gänzlich vor Schwächen gefeit ist. Der Riff-orientierte Stampfer ANGEL WITCH beispielsweise macht Laune, kommt aber mit einem nicht ganz so günstigen Refrain daher – und die offensichtlichen Übertreibungen in FAST AND DANGEROUS gehen beileibe nicht auf jede Kuhhaut.

Im Titeltrack sieht es dann schon wesentlich besser aus, wie auch im restlichen Verlauf des Albums. WOUNDED HEART überzeugt als Alternative zu sonst gängigen Balladen, THE KING OF PAIN ist durch und durch mächtig und mit einigen extravaganten Soli ausgestattet, I AM THE LAW hat gar ungeahnte Musical-Qualitäten. Wenn man so will könnte man lediglich die nicht ganz optimale Produktion als weiteren kleinen Wermutstropfen heranziehen – doch insgesamt handelt es sich um ein empfehlenswertes Genre-Album aus der Feder von LABYRINTH oder auch AMAZING MAZE.

Absolute Anspieltipps: LIVE OR DIE, AMAZING MAZE, THE KING OF PAIN


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„Die Hintergründe sind weitaus mysteriöser als die dargebotene Musik selbst, in der mehr LABYRINTH steckt als in den anderen Band-Alben jener Zeit.“

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