Metal-CD-Review: HORIZONS EDGE – Heavenly Realms (2015)

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Alben-Titel: Heavenly Realms
Künstler / Band: Horizons Edge (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 28. September 2015
Land: Australien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Eddy Grosso – Guitars
Campbell Hill – Keyboards
Kat Sproule – Vocals
Ryan Koetsveld – Bass
Dean Lewer – Drums
Josh Ristrom – Guitars

Track-Liste:

1. Vagabond (05:31)
2. Out of the Ashes (04:40)
3. Heavenly Realms (04:18)
4. Ride the Stars (06:38)
5. Empire (05:04)
6. Sign of the Times (06:24)
7. Life After Death (06:18)
8. Head Honcho (Gown cover) (04:23)

Bis zum Rande des Horizonts – und noch viel weiter.

Ja, wer oder was ist denn eigentlich HORIZONS EDGE ? Allzu lange existiert die aus Australien stammende Power Metal-Formation noch nicht, und auch ein interessiertes Label hat sich offenbar noch nicht gefunden. Dabei scheinen die sich ausnahmsweise mal wieder um eine Frontfrau namens Kat Sproule scharenden Musiker bestrebt, mit ihrer 2012 gegründeten Band irgendwann einmal weit mehr zu erreichen als ihre Werke ausschließlich über ihren offiziellen Bandcamp-Account zu vermarkten. Immerhin: während das 2014’er Debütalbum dort nur in rein digitaler Form zu erwerben ist, kann man den Nachfolger HEAVENLY REALMS auch in einer ansprechenderen physikalischen Variante mit Booklet erwerben. Und: allein von der Präsentation her ist der Band dieser erste handfeste Angriff auf die internationale Power Metal-Szene schon einmal gelungen.

Das eventuell als dezent kitschig zu bezeichnende, aber dennoch interessante und im Endeffekt überraschend stimmige Artwork des Albums braucht man dabei aber gar nicht erst für sich sprechen zu lassen. HORIZONS EDGE machen schließlich keinen Hehl daraus, dass sie geradezu in das Genre vernarrt sind – und es darauf anlegen, einen möglichst zeitlosen Power Metal mit vielen eher Genre-typischen Trademarks zu inszenieren. Fakt ist somit, dass sie das Rad mit HEAVENLY REALMS so alles andere als neu erfinden – doch vielleicht ist das auch gar nicht nötig. Etwas gutes hat das Album schließlich in jedem Fall: man spürt einfach, dass hier einiges an Herzblut investiert wurde und die Band nicht nur sich selbst; sondern vor allem das übergeordnete Genre feiert. Die extrem eingängigen und zutiefst melodischen Kompositionen sprechen jedenfalls dafür – wobei gerade dieser Aspekt nicht unwichtig ist und das Schaffen der Band sehr gut beschreibt.

Glücklicherweise ist das aber nicht das einzige, was HEAVENLY REALMS für den geneigten Genre-Konsumenten interessant macht. Ganz im Gegenteil, HORIZONS EDGE scheinen über vielerlei Qualitäten zu verfügen – angefangen bei den handwerklichen Leistungen der einzelnen Mitglieder, über die Qualität und das Songwriting der einzelnen Titel selbst bis hin zu etwaigen Feinabstimmungen und Produktions-relevanten Aspekten. Das vorliegende Album klingt so nach vielem – nur nicht nach dem einer noch nicht allzu lange aktiven Band, deren Mitglieder über kaum Erfahrungen verfügen. Anders gesagt: von vorne bis hinten stimmt hier vieles. Genre-Enthusiasten werden sich vor allem am gleichermaßen klassischen wie verspielten Riffing inklusive einiger großzügiger Soli-Passagen einen Narren fressen können – oder eben an den durchweg gelungenen Refrains, die alle explizite Ohrwurm-Qualitäten besitzen.

Der einzige Knackpunkt, oder eher potentielle Streitpunkt der Band liegt vermutlich in der Gesangsdarbietung von Kat Sproule begründet. Hier handelt es sich durchaus um eine vergleichsweise einzigartige Sängerin mit einer einzigartigen Stimmfarbe, an die man sich erst gewöhnen muss. So ist es auch kein Wunder, dass es schwerfällt sinnige Vergleiche anzustellen. Fakt ist nur, dass sie nicht zu den klassischen Metal-Diven der Marke Opernsängerin gehört – sondern einen eher bodenständigen Eindruck macht. Aber, und das ist der Vorteil: dennoch keinen kraftlosen oder gar zu vernachlässigenden. Schade ist nur, dass sie neben vielen solideren Momenten auch mal etwas ungünstig klingt – wie etwa im ansonsten angenehm progressiven SIGN OF TIMES. Schlussendlich: HEAVENLY REALMS zeugt von höchst soliden handwerklichen Leistungen, klingt wunderbar verspielt und hymnisch, ist vollgepackt mit mitreißenden Instrumentalpassagen – und lässt sich kaum mit anderen Genre-Alben vergleichen. So gelingt der Band schließlich doch noch der Spagat zwischen einer absoluten Genre-Treue und dem Hinzufügen neuer und frischer Eindrücke.

Absolute Anspieltipps: VAGABOND, OUT OF THE ASHES, RIDE THE STARS


75button

„Ein überraschend markantes Album irgendwo zwischen ORATORY, POWER QUEST, GHOSTHILL und BLACK MAJESTY – aber mit einer eigenen Identität.“

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