Metal-CD-Review: IRON SAVIOR – Titancraft (2016)

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Alben-Titel: Titancraft
Künstler / Band: Iron Savior (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 20. Mai 2016
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: AFM Records

Alben-Lineup:

Piet Sielck – Vocals, Guitars
Joachim „Piesel“ Küstner – Guitars
Jan-Sören Eckert – Bass, Vocals (additional)
Thomas Nack – Drums

Track-Liste:

1. Under Siege (Intro) (00:58)
2. Titancraft (05:21)
3. Way of the Blade (03:57)
4. Seize the Day (04:57)
5. Gunsmoke (05:07)
6. Beyond the Horizon (05:58)
7. The Sun Won’t Rise in Hell (05:02)
8. Strike Down the Tyranny (05:10)
9. Brother in Arms (05:23)
10. I Surrender (04:04)
11. Rebellious (04:49)

Auf die nächsten 20 Jahre.

Auch wenn das Album RISE OF THE HERO (Review) sowie der mitunter streitbare Re-Release von MEGATROPOLIS (Review) noch nicht allzu lange zurückliegen und noch entsprechend nachhallen, gibt es seit dem 20. Mai 2016 wieder neues Material aus der Teutonenstahl-Schmiede von IRON SAVIOR. Man erinnert sich: jene mittlerweile fast schon legendäre Hamburger Power Metal-Combo hat sich im Laufe der letzten 20 Jahre einen wichtigen Namen gemacht, dabei ein bemerkenswert kontinuierliches Release-Verhalten etabliert – und sollte selbst nicht explizit Genre-affinen Musikhörern ein Begriff sein. Der mittlerweile zehnte Studio-Meilenstein horcht auf den Namen TITANCRAFT, wird über AFM RECORDS ausgeliefert und beinhaltet 11 neue Titel. Oder 10 – wenn man das kurze, eher zu vernachlässigende und alleinstehend nicht wirklich funktionierende Intro UNDER SIEGE abzieht.

Mit dem Opener TITANCRAFT und im weiteren Verlauf ist dann aber vor allem eines schnell feszustellen – etwas, was speziell eingefleischte Fans der Combo zufriedenstellen wird. Denn auch dieses Mal sind sich IRON SAVIOR absolut treu geblieben, wobei das ein großes Wort ist. Doch tatsächlich spielen die für die Band typischen und teilweise schon seit der Gründungszeit bestehenden Sound-Trademarks weiterhin eine große Rolle. Seien es die generell flotte Gangart inklusive eines gleichermaßen schroffen wie melodiösen Riffings, die mitreißend-hochtrabenden Refrains oder der markante Leadgesang von Band-Mastermind Piet Sielck – man erkennt sofort, wer genau hier am werkeln ist. TITANCRAFT geht überaus schnell ins Ohr, verfügt über ein bemerkenswertes Hymnen-Potential (wie es die erste Single-Auskopplung WAY OF THE BLADE bereits gezeigt hat) und ist handwerklich über so gut wie alle Zweifel erhaben. Die Chance, dass sowohl alteingesessene Fans als auch musikalische Neu- und Quereinsteiger Gefallen am zehnten Werk der Hamburger finden werden; ist entsprechend groß.

Eine Frage aber bleibt theoretisch offen – und das ist die nach der manchmal etwas leidigen Grundsatzdiskussion in Bezug auf; man nenne sie musikalische Evolutionen. Fakt ist: IRON SAVIOR haben in den letzten beiden Jahrzehnten kaum etwas an ihrem Stil geändert und sich niemals verbogen. Doch auch wenn man diese Tatsache aus einer entsprechend böswilligen Sichtweise heraus als Stillstand abstempeln könnte, überwiegen im Falle von IRON SAVIOR klare Vorteile. Die Band hat Spaß bei dem was sie am besten kann, beweist eine unglaubliche Standfestigkeit; und einen wie-auch-immer gearteten Ausverkauf oder eine Anbiederung bei eigentlich nicht angepeilten Zielgruppen braucht man gar nicht erst vermuten. Anders gesagt: wenn IRON SAVIOR weiterhin einen so guten Power Metal machen kann man die Gefahr, dass sich einzelne Nummern oder Elemente im Blick auf die Gesamt-Diskografie ähneln; getrost in Kauf nehmen. Alles andere wäre auch reichlich kühn – denn wenn IRON SAVIOR lieber ausufernde Experimente wagen sollten statt zwar nicht immer überraschende, aber durchgehend hochqualitative Nummernwie auf TITANCRAFT zu schreiben; könnte der Ofen auch schnell wieder aus sein.

Gerade in Anbetracht des generell reichhaltigen CD-Angebots der Band mag es somit kurios sein, aber: TITANCRAFT ist nicht nur ein sehr gutes Genre-Album ohne einen einzigen Ausfall respektive Lückenfüller geworden, sondern vermag es auch explizit aus der Diskografie der Hamburger hervorzustechen. Schließlich klangen die letzten Alben bei weitem nicht so frisch, energetisch und unverbraucht wie dieses hier – dass selbst in potentiell schwierigeren Momenten a’la GUNSMOKE oder der Ballade I SURRENDER eine überraschend gute Figur macht. Die Hymnen des Albums sprechen dann verständlicherweise für sich. Ein letzter Aspekt sollte dann aber doch noch erwähnt werden, schließlich schafft TITANCRAFT einen unglaublichen Spagat. Einen Spagat zwischen vielen frischen, aber eben auch zahlreichen altbekannten und lieb gewonnenen Elementen – die wohlig an die Anfangszeiten der Band sowie an ein weiteres von Piet Sielck produziertes, leider gerne vergessenes Genre-Highlight erinnern: HEAVENLY’s Debütalbum COMING FROM THE SKY (Review) mit einer Über-Hymne wie TIME MACHINE. Anders gesagt: so zeitlos wie jetzt klangen IRON SAVIOR noch nie, Anfang und Ende sind eins – vor allem qualitativ.

Absolute Anspieltipps: Alle


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„Eine Punktlandung – und höchstwahrscheinlich das Genre-Album des Jahres 2016.“

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Ein Gedanke zu “Metal-CD-Review: IRON SAVIOR – Titancraft (2016)

  1. Ich mag das neue Album wie die beiden Vorgänger sehr gern. Gleichbleibend hohe Qualität und ein Ohrwurm nach dem anderen. Wie du schon schreibst, erfinden sie sich nicht neu, aber das erwarte ich ehrlich gesagt von keiner meiner Bands, die ich gerne höre.

    Ich höre sie eben genau wegen der Musik, die sie machen und sonst kaum einer so hinzaubert. Auf viele weitere hochwertige Alben!

    Gefällt 1 Person

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