Metal-CD-Review: BENGAWAN FLAME – Bengawan Flame (2016)

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Alben-Titel: Bengawan Flame
Künstler / Band: Bengawan Flame (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 27. April 2016
Land: Indonesien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal / Instrumental
Label: Battle Shield Records

Alben-Lineup:

Gigih Gondrong – Alle Instrumente, Gesang

Track-Liste:

1. Hanoman Obong (02:41)
2. Stranger from Alengka (03:58)
3. Sajen (02:43)
4. The Beauty (04:17)
5. Kembang Aurora (04:00)
6. Indra Prasta (03:45)
7. Rebirth of the Beautiful Princess (08:07)

So exotisch, dass es eigentlich fast schon automatisch gut sein muss.

Auch wenn aus Indonesien durchaus mehr Metal-Bands kommen als man es vielleicht erwartet hätte, zählt das Land wohl nicht gerade zu den Genre-Hochburgen dieser Welt. Tatsächlich scheint man sich dort auch auf eher härtere Subgenres spezifiziert zu haben – im Bereich des Power Metal sieht es beispielsweise ganz düster aus. Umso größer ist natürlich die Spannung und auch Hoffnung, wenn doch einmal wieder eine Band das Licht der Welt erblickt, die man zumindest ansatzweise (das wird noch ein wichtiger Begriff werden) in diesem Genre verorten könnte. Eben das scheint auch der Fall bei einer ein-Mann-Formation namens BENGAWAN FLAME, in der der indonesische Musiker Gigih Gondrong alle Posten gleich selbst übernimmt. Das Debütalbum BENGAWAN FLAME ist dabei zunächst nur digital und über Amazon verfügbar.

Die alles entscheidende Frage ist wohl, ob hier jemand ein Talent übersehen hat respektive es sich lohnt, dem Schaffen von Gigih Gondrong Gehör zu schenken. Vom Ersteindruck her hätte sich das tatsächlich lohnen können: gleich 6 der 7 enthaltenen Titel sind Instrumentals, die durch den Einsatz von hierzulande nicht unbedingt gängigen Instrumenten und Sound-Elementen einen gewissen exotischen Flair versprühen. So zumindest lautet die Theorie, die auch teilweise in die Praxis umgesetzt wurde – man hört hie und da tatsächlich einige gänzlich unbekannte, wenn man so will frische Elemente. Das Problem liegt vielmehr darin begründet, dass man diese im Gesamteindruck der Veröffentlichung einfach nicht ernst nehmen kann: BEGAWAN FLAME klingt ein wenig wie das belanglose Geklimper von exotisch dreinschauenden, aber nicht unbedingt explizit talentierten Straßenmusikern. Und das ist noch nicht einmal alles, denn schließlich scheint es als wäre das so schon relativ nichtssagende Material zusätzlich veredelt worden.

Jedenfalls unterstützt die herrlich anorganische, künstlich klingende Produktion mit ihren synthetischen Elementen die akustische Konfusion: wenn hier einige möglicherweise echte Instrumente auf teils extrem gezwungene und künstlich aufgeblasene Instrumentationen treffen (wie im Opener HANOMAN OBONG, STRANGER FROM ALENGKA, SAJEN oder anderswo); dann kann man sich ein verschämtes Schmunzeln kaum verkneifen. Ein wenig klingt das Album so nach einer noch exotischeren Version von DRAGON GUARDIAN aus Japan – deren Musik auch nicht unbedingt alltagstauglich, geschweige denn international konkurrenzfähig ist. Was dem Release eventuell bleibt, ist das annehmbare Gitarrenspiel – was man in Anbetracht einer technisch derart übersteuerten Nummer wie INDRA PASTRA (hier sind die Power Metal-Parallelen wohl auch am größten) aber auch nicht wirklich genießen kann.

Im Rausschmeißer REBIRTH OF THE BEAUTIFUL PRINCESS gibt es dann sogar noch eine weitere kleine Überraschung – im negativen Sinne. Denn hier entschließt sich Band-Mastermind Gigih Gondrong dann doch noch dazu, zu singen – sofern man dieses hintergründige Gekrächze, Gesäusel und Gegrunze als Gesang bezeichnen kann. Kurzum: nicht alles, was exotisch ist; ist automatisch Gold wert.

Absolute Anspieltipps: KEMBANG AURORA


20button

„Da wurde wohl ein wenig zu oft auf die Klangschale geschlagen.“

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