Metal-CD-Review: IRON SAVIOR – Megatropolis 2.0 (2015)

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Alben-Titel: Megatropolis 2.0
Künstler / Band: Iron Savior (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 24. April 2015
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: AFM Records

Alben-Lineup:

Piet Sielck – Vocals, Guitars
Thomas Nack – Drums
Joachim „Piesel“ Küstner – Guitars
Yenz Leonhardt – Bass

Track-Liste:

1. The Omega Man (04:48)
2. Megatropolis (05:01)
3. Flesh (04:56)
4. Cybernatic Queen (04:56)
5. Running Riot (04:55)
6. Cyber Hero (05:16)
7. A Tale from Down Below (04:57)
8. Still I Believe (04:34)
9. Hammerdown (03:59)
10. Farewell and Goodbye (05:53)
11. Iron Watcher (04:41)

IRON SAVIOR’s doppeltes Lottchen.

Es gibt sie in vielen Diskografien, ob nun im Bereich des Power Metal oder anderswo – Veröffentlichungen, deren Sinn sich vor allem auf den ersten Blick nicht wirklich erschließt. Wenn es sich dabei nicht gerade um etwaige Kleinveröffentlichungen handelt – über die man im Notfall auch hinwegsehen kann – scheint dabei außerdem ein besonderes Steigerungsprinzip zu greifen. Sicher können auch einzelne Releases problematisch oder diskutabel sein – doch richtig kritisch wird es oftmals erst, wenn es sich um ein Re-Release handelt. Zumindest, wenn man sich auf einen ganz speziellen Typ solcher Wieder-Veröffentlichungen beschränkt, zu denen auch IRON SAVIOR’s MEGATROPOLIS 2.0 gehört: Alben, die es in fast exakt gleicher Form schon einmal gab, die aus ominösen Gründen aber neu aufgenommen wurden und dennoch regulär (das heißt, alleinstehend) in der jeweiligen Diskografie geführt werden.

Schließlich scheint es gerade hier schwierig, von einem wie auch immer gearteten Service für den Fan zu sprechen – wie es bei besonderen Boxsets mit neu aufgenommenen raren Titeln beispielsweise durchaus der Fall sein kann. Bei einer regulär geführten Neu-Veröffentlichung aber muss man davon ausgehen, dass der geneigte Fan dasselbe Album zweimal ersteht – mit der mehr als berechtigten Frage, ob man dadurch überhaupt einen Mehrwert erhält. Oder sogar gegenteiliges, wobei sich ein dezent verschämter Blick in Richtung MANOWAR oder auch SONATA ARCTICA lohnt. MEGATROPOLIS 2.0 ist glücklicherweise davor gefeit, sich mieser zu inszenieren als das Original – doch ein wirklicher Grund für die Existenz dieser Neuauflage wird ebenfalls nicht ersichtlich.

Zwar hat IRON SAVIOR-Mstermind Piet Sielck selbst verlauten lassen, dass ihm einige Details an der Originalversion von MEGATROPOLIS im Nachhinein missfielen – und er die Chance nutzte, eine aus seiner Sicht korrigierte Version zu veröffentlichen. Jene Korrekturen und Anpassung halten sich indes in überschaubaren Grenzen: zwar wurde der gesamte Leadgesangspart neu aufgenommen, doch eine nennenswert andere Wirkung als beim Original kann allein dadurch nicht erzielt werden. Ebenfalls neu sind kleinere Elemente wie etwa der typische IRON SAVIOR-Chorgesang, auf den man damals warum-auch-immer verzichtet hatte. Der daraus resultierende Vorteil (das ganze klingt nun vielfältiger und voluminöser) wird allerdings durch den dadurch automatisch entstehenden Nachteil (das Album klingt nun weniger einzigartig und verwechselbarer innerhalb der Diskografie) zunichte gemacht.

Ob man diese Form eines Perfektionismus also gutheißen kann oder sollte, bleibt jedem selbst überlassen. Schade ist wohl nur, dass vermutlich die wenigsten in den Genuss des neuen MEGATROPOLIS kommen werden – schlicht da die Nachvollziehbarkeit fehlt und nicht jeder derart vernarrt in Details ist. Dabei war schon MEGATROPOLIS alles andere als ein schlechtes Album, eher ein höchst solides und für IRON SAVIOR erfrischendes. Und wie kann man ein gutes bis sehr gutes Album noch verbessern ? Eben. Der einzige Vorteil von MEGATROPOLIS 2.0 ist demnach, dass man sich nicht verschlimmbessert hat; die hinzugefügten Chöre lassen das Pendel weder nach oben noch nach unten ausschlagen. Hoffentlich bleibt es bei einer einmaligen Angelegenheit in Bezug auf diesen Veröffentlichungstyp eines IRON SAVIOR-Albums.

Absolute Anspieltipps: Alle, die auch schon auf dem Original hörenswert waren.


40button

„Das Album ist und bleibt gut, die Neu-Veröffentlichung aber eher überflüssig – die Wertung liegt irgendwo dazwischen.“

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