Metal-CD-Review: DERDIAN – Revolution Era (2016)

derdian-revolution-era_500

Alben-Titel: Aqua
Künstler / Band: Angra (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 11. August 2010
Land: Brasilien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Voice Music

Alben-Lineup:

Enrico „Henry“ Pistolese – Guitars, Vocals
Salvatore Giordano – Drums
Marco „Gary“ Garau – Keyboards
Dario Radaelli – Guitars
Marco Banfi – Bass

Track-Liste:

1. Overture
2. Burn
3. Beyond the Gate
4. Battleplan
5. I Don’t Wanna Die
6. Screams of Agony
7. Lord of War
8. Forevermore
9. Eternal Light
10. The Hunter
11. Black Rose
12. Incitement
13. New Era
14. Cage of Light

Wenn Revolutionen auch rückwirkend greifen.

Die aus Italien stammenden Musiker von DERDIAN haben vor allem im Verlauf der letzten Jahre gezeigt, dass mit ihnen zu rechnen ist. Ihre beiden letztaktuellen Alben LIMBO (2013, Review) und HUMAN RESET (2014, Review) können schließlich problemlos als sehr gut bis hervorragende Genre-Veröffentlichungen bezeichnet werden. Solche, die des öfteren gerne mal unterschätzt werden – wie eventuell auch die Band selbst, die schon früh ein gewaltiges Potential an den Tag legte. Leicht problematisch war nur, dass man dieses zumindest auf der ersten groß angelegten Alben-Trilogie der Band – den Geschichten der NEW ERA bestehend aus Part I, II und III – nicht voll ausschöpfen konnte. Umso passender erscheint es da, dass nun die sogenannte REVOLUTION ERA ins Spiel kommt. Der Titel des Albums könnte es bereits dezent andeuten: REVOLUTION ERA wird zwar als reguläres Release geführt, fungiert aber vornehmlich als eine Art Compilation. Eine, die einige der besten Titel der damaligen Saga erneut aufgreift und sie auf das mittlerweile etablierte Niveau hievt; in handwerklicher und vor allen Sound-technischer Hinsicht.

Doch das ist noch nicht alles, schließlich hat man sich für das Projekt einige markante Gastsänger ins Boot geholt – wobei es sich um eine gute Entscheidung handelt, die mindestens zwei Vorteile hat. Denn auch wenn die Unterschiede zwischen dem alten und neu aufgenommen Material auch so schon groß gewesen wären, verhindert man so zusätzlich einen gewissen Wiederholungs-Effekt – und kann den Originalen resultierend aus der jeweils eigenen Interpretation der Gastsänger auch die ein oder andere neue Facette abgewinnen. Und so ist REVOLUTION ERA zumindest von der Theorie her ein sinniges Projekt, welches den Wunsch nach einer besseren Qualität der alten Aufnahmen aufgreift – sich dabei aber nicht bloß wiederholt. Eine Theorie, von der man in Bezug auf die Umsetzung hauptsächlich drei Dinge erwartet: das Material muss sowohl von der Auswahl als auch in der neuen Zusammenstellung begeistern, die Gastsänger müssen hörbar engagiert bei der Sache sein – und die Musiker von DERDIAN müssen für eine möglichst fulminante Klang-Kulisse sorgen.

Hier zu einem Gesamteindruck zu kommen ist dann gar nicht so leicht wie zunächst gedacht. Fakt ist so schon einmal eines: eine rundum glücklich-machende Offenbarung ist REVOLUTION ERA nicht ganz geworden, es entstehen durchaus gemischte Gefühle – und das schon beim Intro OVERTURE, welches im Original irgendwie besser klang. Das, was dann folgt ist vor allem von zwei Aspekten gekennzeichnet: einem deutlichen Zugewinn in Bezug auf die Produktion, die so die alten DERDIAN-Kracher endlich vernünftig zur Geltung kommen lässt – und dem sehr bunten Eindruck in Bezug auf die zahlreichen namhaften Gastsänger. Schließlich hat das Album 13 vollwertige Titel, und analog dazu auch 13 Sänger – die für sich betrachtet sicher alle ihr Handwerk verstehen. Aber, und das gilt es festzuhalten: in Bezug auf die Verquickung mit den DERDIAN-Instrumentierungen unterschiedlich gut abschneiden.

Und so klingt REVOLUTION ERA besonders dann gut, wenn italienische Kollegen mit von der Partie sind – wie etwa Gianluca Perotti (EXTREMA) in BEYOND THE GATE, Davide Moras (ELVENKING) in BATTLEPLAN, Mark Basile (DGM) in SCREAMS OF AGONY oder auch der allseits bekannte Fabio Lione (RHAPSODY OF FIRE) im einzigen gänzlich neuen Titel des Albums, LORD OF WAR. Einen ganz besonderen Part nimmt dann sicher Eliza C. Martin (Ex-FAIRYLAND) ein – und das nicht nur, da sie bei gleich zwei Nummern mitwirkt. Ihr Duett mit Terence Holler (ELDRITCH) in FOREVERMORE ist schlicht eine Wucht, und auch NEW ERA kann sich dank ihrer Gesangsarbeit hören lassen. Mit ETERNAL LIGHT erlebt man dann nicht nur einen weiteren talentierten Sänger aus Italien (Roberto Messina), sondern eventuell auch den besten Titel des gesamten Albums. Überraschend gut geht das Gastsänger-Konzept auch im Falle von Ralf Sheepers als einzigem deutschen Künstler auf, sodass THE HUNTER so problemlos zu einem weiteren unverzichtbaren Titel des Albums avanciert.

Was noch fehlt, sind die bisher nicht erwähnten Nummern – die einen nicht ganz so glanzvollen Eindruck hinterlassen. Aber nicht, weil die Zutaten nicht stimmen; für sich betrachtet sind sie hochkarätig – nur ergeben sie in der Gesamtkomposition kein allzu stimmiges ganzes. Betroffen davon sind BURN mit Henning Basse, I DONT WANNA DIE mit D.C. Cooper, INCITEMENT mit Leo Figaro sowie ansatzweise auch CAGE OF LIGHT mit Apollo Papathanasio – allesamt Sänger, die über spezielle Eigenheiten verfügen und deren Eindruck nicht so Recht zum DERDIAN-Konzept zu passen scheinen. Schlussendlich kann man aber nicht viel falsch machen mit REVOLUTION ERA –  einem randvoll bepackten Silberling mit dem besten von DERDIAN und zahlreichen einprägsamen Momenten hochkarätiger Gastsänger.

Absolute Anspieltipps: SCREAMS OF AGONY, FOREVERMORE, ETERNAL LIGHT, THE HUNTER, NEW ERA


85button

„Neu-Veröffentlichungen sind immer so eine Sache – hier wurde aber (fast) alles richtig gemacht.“

Über Kommentare Freut Sich Jeder.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.