Metal-CD-Review: ASTRALION – Outlaw (2016)

astralion-outlaw_500

Alben-Titel: Outlaw
Künstler / Band: Astralion (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 06. Mai 2016
Land: Finnland
Stil / Genre: Melodic Power Metal
Label: Limb Music GmbH

Alben-Lineup:

Dr. K. Lundell – Bass, Vocals (backing)
Arnold Hackman – Drums
Hank J. Newman – Guitars
Thomas Henry – Keyboards
Ian E. Highhill – Vocals

Track-Liste:

1. Deathphone (Final Destination) (06:09)
2. Black Adder (04:37)
3. Sacrificed & Immortalized (07:20)
4. Be Careful What You Wish For (05:49)
5. Nightmares Never Give Up (04:56)
6. Wastelands of Ice (04:30)
7. The Outlaw (04:43)
8. Ghosts of Sahara (05:00)
9. Heading West (05:36)
10. The Great Palace of the Sea (10:01)

Vom Leben eines gesetzlosen.

Es war einmal im Jahre 2014, als das erste handfeste Lebenszeichen einer bis dato relativ unbekannten neuen Power Metal-Combo aus Finnland erschien. Die Rede ist natürlich von ASTRALION, die drei Jahre nach ihrer Bandgründung und einer vielversprechenden Single mit dem Titel AT THE EDGE OF THE WORLD endlich ein Debütalbum (Review) vorlegten – das auf denselben Namen wie die Band selbst horcht und sicher einige überrascht hat. Und das nicht unbedingt aufgrund der dargebotenen Musik respektive Spielart des Power Metal, die eindeutig dem europäischen Raum zuzuschreiben ist und so gesehen als klassisch bezeichnet werden könnte – sondern vielmehr aufgrund von mindestens zwei Namen innerhalb der Besetzungsliste der Band. Schließlich waren sowohl Frontmann und Leadsänger Ian E. Highhill als auch Bassist und Backgroudnsänger Dr. K. Lundell beide im Lineup von OLYMPOS MONS; einer schon längst nicht mehr existierenden Kult-Formation welche der Musikwelt immerhin zwei markante Genre-Alben hinterlassen hat. Auf die eine Überraschung folgte dann auch gleich die nächste: selbst in Anbetracht der großen Namen und der damit eventuell einhergehenden Erwartungshaltung haben ASTRALION schlicht hervorragend abgeliefert. Ihr in diesem Moment nicht einmal zwei Jahre altes Debüt ist ein melodischer Genuss, und hallt bei sicher nicht wenigen bis heute nach.

Und auch wenn man ruhig noch etwas mehr Wartezeit im Hinblick auf neues Material hätte verkraften können, ist es bereits jetzt soweit: OUTLAW ist über das Kult-Label Limb Music GmbH erschienen, und präsentiert satte 10 vollwertige neue Titel der Finnen. Eines fällt dabei recht schnell auf: ASTRALION haben sich nicht allzu weit von der Atmosphäre des Vorgängers entfernt, sodass sie musikalisch direkt an das Material aus dem Jahre 2014 anknüpfen. Das führt in erster Linie zu einer gewissen Form der Entspannung, schließlich ist die Band so klar als ASTRALION zu erkennen – etwaige Experimente oder stilistische Neuausrichtungen sollten sich wenn überhaupt noch zu einem anderen, späteren Zeitpunkt anbieten. Als unmittelbare Folge geht OUTLAW entsprechend schnell ins Ohr, weiß anhand der unverkennbaren und einzigartigen Darbietung von Leadsänger Ian E. Highhill abermals zu begeistern – und auch die ausgewogene Mischung aus durch und durch harmonischen sowie etwas schrofferen Elementen (wobei speziell des Riffing gemeint ist) geht auf. Und bis auf das zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftige Artwork sowie eine zumindest gefühlt etwas beliebige Titelwahl macht das Album auch einen hervorragenden Gesamteindruck.

Allerdings, und das kann sowohl ein Vor- als auch ein Nachteil sein; leben ASTRALION wie kaum jemand sonst von einprägsamen und zugänglichen Melodien innerhalb voluminöser Power Metal-Instrumentierungen. Denkt man beispielsweise an einen exzellenten Titel wie WHEN DEATH COMES KNOCKING vom Debütalbum, so würde man sich auch kaum etwas anderes wünschen. Der Opener von OUTLAW hingegen, DEATHPHONE; überzeugt noch nicht wirklich – speziell, da sich das Vorspiel zum Refrain etwas ungünstig anhört, und selbiger auch nicht gerade mitreißend klingt. Die guten Grundzutaten sind aber schon hier präsent – wie glücklicherweise auch im quietschfidelen Folgetrack BLACK ADDER, mit dem man die Fans schon eher glücklich machen wird. Denn das sind ASTRALION wie sie leiben und leben – oder sollte man eher sagen, OLYMPOS MONS 2.0 ?

Das Tempo bleibt allerdings nicht kontinuierlich angezogen, und analog dazu auch die Stimmung nicht immer beschwingt: bereits SACRIFICED & IMMORTALIZED schlägt etwas düsterere Töne an, entpuppt sich als echter Atmosphäre-Bringer – und lockert das Geschehen mit seinem hochtrabenden Refrain auf. BE CAREFUL WHAT YOU WISH FOR ist dann die erste Nummer mit einem leicht balladesken Anstrich – und auch die ist ASTRALION gelungen. Was dann folgt, könnte glatt als erstes waschechtes Highlight des Albums durchgehen: NIGHTMARES NEVER GIVE UP kombiniert die Eleganz und Melodiösität eines AT THE EDGE OF THE WORLD, sowie die Wucht und Energie eines WHEN DEATH COMES KNOCKING – und bietet zudem einen kongenialen Soli-Part. WASTELANDS OF ICE ist dann vor allem eines, nämlich interessant – aber nicht unbedingt komplett gelungen. Dennoch ist es spannend, auch einmal eine explizit balladeske Seite der Band kennenzulernen und Ian E. Highhill in einer anderen Stimmlage singen zu hören.

Der Titeltrack THE OUTLAW ist dann wieder eine feurig-flotte Uptempo-Nummer mit Hymnen-Potential – schade ist nur, dass der Refrain etwas überladen klingt. Wirklich spannend wird es mit dem leicht mystischen GHOSTS OF SAHARA und dem abermals feucht-fröhlichen HEADING WEST nicht mehr – aber noch immer höchst solide. Das überlange Epos THE GREAT PLACE OF THE SEA allerdings überrascht dann allerdings doch noch mit einer großzügigen Mischung verschiedenster Einflüsse – sodass ASTRALION es hier beinahe schaffen, die mannigfaltige Atmosphäre eines Titels a’la CONQUISTADOR vom OLYMPOS MONS-Debütalbum heraufzubeschwören. Alles in allem kann man nicht viel falsch machen mit OUTLAW – erst Recht wenn man den Vorgänger kennt und entsprechend lieb gewonnen hat. Fans von OLYMPOS MONS sollten ohnehin zuschlagen, da es die Band wohl nie wieder geben wird – ASTRALION dem Geiste jener Combo aber überaus nahe kommen. Alle anderen sollten ruhig mal ein Ohr riskieren – zumindest, wenn eine gewisse Vorliebe für einen eher feucht-fröhlichen, temporeichen Power Metal der europäischen Spielart vorhanden ist. So oder so ist das Album schon jetzt ein Anwärter auf das beste Power Metal-Album des Jahres 2016.

Absolute Anspieltipps: BLACK ADDER, SACRIFICED & IMMORTALIZED, NIGHTMARES NEVER GIVE UP, THE GREAT PLACE OF THE SEA


90button

„ASTRALION überzeugen auch im zweiten Anlauf.“

Advertisements

Über Kommentare Freut Sich Jeder.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s