Metal-CD-Review: IRON SAVIOR – Condition Red (2002)

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Alben-Titel: Condition Red
Künstler / Band: Iron Savior (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 03. Juni 2002
Land: Deutschland
Stil / Genre: Speed / Power Metal
Label: Noise Records

Alben-Lineup:

Piet Sielck – Vocals, Guitars
Joachim „Piesel“ Küstner – Guitars
Jan-Sören Eckert – Bass
Thomas Nack – Drums
Andreas Kück – Keyboards

Track-Liste:

1. Titans of Our Time (03:54)
2. Protector (04:36)
3. Ironbound (05:22)
4. Condition Red (04:58)
5. Warrior (04:49)
6. Mindfeeder (04:45)
7. Walls of Fire (04:21)
8. Tales of the Bold (05:32)
9. No Heroes (04:15)
10. Paradise (05:49)
11. Thunderbird (07:23)

Vielleicht ging doch alles etwas zu schnell ?

Mit ihrer bis zum Jahre 2001 noch recht übersichtlichen Diskografie hatten die deutschen Speed- und Power Metaller von IRON SAVIOR bereits aufgezeigt, was alles in ihnen steckt – aber auch, dass sie mitunter das Potential haben zu polarisieren. Schließlich schien vor allem das dritte Album DARK ASSAULT (Review) erstmals einen gewissen Wiederholungseffekt mit sich zu bringen, und überdies mit einem nicht mehr ganz so packenden Gesamteindruck hinter den beiden Vorgängern anzustehen. Was nun in Anbetracht des vierten Studioalbums CONDITION RED auffällt, sind zunächst vor allem zwei Dinge: zum einen erschien es gerade einmal ein gutes Jahr nach DARK ASSAULT, was selbst für die flotten Musiker von IRON SAVIOR eine extrem kurze Zeitspanne ist – und zum anderen hatte Kai Hansen die Band zwischenzeitlich verlassen. Interessant ist, dass das gar nicht mal so markant auswirkt wie eventuell gedacht – zumindest, wenn man CONDITION RED mit DARK ASSAULT vergleicht, auf dem Kai Hansen offenbar bereits in den Hintergrund gerückt war. Die Zeit der furios-verspielten Soli mit Unterhaltungswerten, die eigentlich jenseits unseres Universums liegen sollten war nach dem Debüt und UNIFICATION jedenfalls vorbei… so könnte man zumindest denken.

Denn wer glaubt, dass an dieser Stelle eine Liste mit eher negativen Aspekten wie zuvor bei DARK ASSAULT erscheint; der irrt. Tatsächlich gleicht die Suche nach potentielle Störfaktoren im IRON SAVIOR-Sound nunmehr einer engstirnigen Kleinkrämerei. Und das beileibe nicht nur, da man mit dem flotten und überaus hymnischen Opener TITANS OF OUR TIME eine überzeugende Brücke zu früheren Werken schlägt. Denn auch sonst scheint die einstweilen aufgekommene Langeweile oder zumindest Gleichförmigkeit eines DARK ASSAULT verflogen. Glücklicherweise –  denn IRON SAVIOR machen immer noch am meisten Spaß wenn ihnen die Spielfreude direkt anzuhören ist, es inmitten der für das Genre vergleichsweise kräftigen Instrumentierungen auch mal das ein oder andere eingängige Element gibt und wie-auch-immer geartete Emotionen entstehen. Und das ist bei CONDITION RED zweifelsohne der Fall – wobei die Palette auch endlich wieder verschiedenste Gebiete abdeckt.

So gibt es das bereits erwähnte Futter für Geschwindigkeit-Fetischisten mit einem gewissen Hang zur Rauhheit bei gleichbleibender Hymnen-Tauglichkeit (TITANS OF OUR TIME, TALES OF THE BOLD, THUNDERBIRD), gnadenlos kräftige Stampfer mit reichlich Atmosphäre (PROTECTOR, WARRIOR) sowie hervorragende Titel irgendwo dazwischen (CONDITION RED, WALLS OF FIRE). Eine explizite Ballade findet sich dieses Mal nicht, zumindest nicht in der Standard-Version des Albums – einzig MINDFEEDER klingt im Vergleich zu anderen Nummern deutlich zurückhaltender. Das macht aber nichts – denn solange die Abwechslung stimmt, ist so gut wie alles erlaubt. Tatsächlich sind dann auch die angesprochenen, furiosen Soli zurück – nur, dass sie dieses Mal eben nicht von Kai Hansen, sondern von Joachim „Piesel“ Küstner stammen, der sein Handwerk ebenfalls versteht. Schlussendlich kann man wohl nur eines sagen. Es ist kurios, aber: es scheint gar, als hätten IRON SAVIOR ihr vorheriges Album DARK ASSAULT mit CONDITION RED korrigiert. Zumindest wenn man so will, und den Abstand von gerade einmal einem Jahr betrachtet. Ob dies tatsächlich beabsichtigt war ist natürlich zu bezweifeln – aber es wirkt so, was DARK ASSAULT nur noch mehr im gedanklichen Mittelfeld versauern lässt – CONDITION RED aber wieder ganz in die Nähe des Genre-Throns hebt.

Absolute Anspieltipps: Alle


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„Schnell das Ruder herumgerissen – IRON SAVIOR sind zurück.“

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