Metal-CD-Review: IRON SAVIOR – Iron Savior (1997)

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Alben-Titel: Iron Savior
Künstler / Band: Iron Savior (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 16. März 1997
Land: Deutschland
Stil / Genre: Speed / Power Metal
Label: Noise Records

Alben-Lineup:

Piet Sielck – Vocals, Guitars, Bass, Keyboards
Kai Hansen – Guitars, Vocals (lead) (tracks 6, 10)
Thomen Stauch – Drums, Percussion

Track-Liste:

1. The Arrival (01:08)
2. Atlantis Falling (04:34)
3. Brave New World (04:32)
4. Iron Savior (04:26)
5. Riding on Fire (04:55)
6. Break It Up (05:02)
7. Assailant (04:18)
8. Children of the Wasteland (04:49)
9. Protect the Law (04:16)
10. Watcher in the Sky (05:22)
11. For the World (05:24)
12. This Flight Tonight (Joni Mitchell cover) (03:57)

Geschichten des stählernen Erretters.

Beschäftigt man sich mit den großen Power Metal-Genrebands aus Deutschland, so wird der Weg kaum an IRON SAVIOR vorbeiführen – einer Band, die seit 1996 besteht und eine zweifelsohne interessante Entstehungsgeschichte hat. Immerhin bestand die Band im Zeitraum ihrer Entstehung aus zwei bereits bekannten und hochkarätigen Musikern namens Kai Hansen und Piet Sielck. Ersterer wurde vor allem durch HELLOWEEN und GAMMA RAY bekannt und in einem positiven Sinne berüchtigt – und auch Sielck war zumindest theoretisch eng mit HELLOWEEN (oder eher jenen Band-Phasen, als man sich noch einen anderen Namen gab) verbunden. Letztendlich hielt er sich aber eher im Hintergrund und fungierte als Produzent und wichtiger Hintermann in Bezug auf viele namhafte Projekte – wie unter anderem auch BLIND GUARDIAN. 1996 respektive 1997 war es dann aber an der Zeit, etwas neues zu wagen: IRON SAVIOR waren geboren, und – das steht nicht erst seit heute fest – eine neue fulminante Genre-Größe hatte sich wie ein Phönix aus der Asche erhoben.

Und so dürfte das 1997’er Debütalbum von IRON SAVIOR in den Regalen von nicht wenigen Metal-Fans stehen – das sollte es zumindest. Eben weil, und das ist das schöne – es nicht nur aus einer historischen Sicht heraus wertvoll erscheint; sondern auch ein vielleicht noch etwas schlagkräftigeres Argument liefert. Und das ergibt sich aus der Musik respektive den 12 enthaltenen Titeln. Die sprühen nur so vor Energie, klingen gleichermaßen frisch wie einzigartig und wegweisend – und sorgen so für ein Metal-Feuerwerk der ganz besonderen Art. Mit verantwortlich für den mit dem Debütalbum versprühten frischen Wind (ob aus heutiger Sicht oder der damaligen) ist sicher auch die Tatsache, dass IRON SAVIOR schon früh gewisse Alleinstellungsmerkmale an den Tag legten, ihre Stärken kannten – und dem Projekt überdies ein ebenso rauer wie rebellischer Eindruck innewohnte. Und nicht zuletzt, doch das sollte sich erst mit den Jahren zeigen – ein mitunter wegweisender.

Das Ergebnis jener guten Voraussetzungen lässt sich demnach zweifelsohne hören. Bereits der Opener BRAVE NEW WORLD zeigt auf, dass IRON SAVIOR keine bloße Kopie von HELLOWEEN oder GAMMA RAY waren und sind – sondern schon immer einen eigenen Weg gingen. Sollte man geneigt sein, nur einen einzigen Grund für ein Album wie dieses anzuführen; so wäre der eventuell in der Mischung aus antreibenden harten, schroffen Elementen des Power und Speed Metal sowie der dennoch unglaublichen Melodiösität zu finden. Anders gesagt: die Nummern klingen schön druck- und kraftvoll, wenn man so männlich und energetisch – und doch war man sich nicht zu schade, entsprechend eingängige Elemente anzuberaumen. Ob als Ausgleich oder Zusatz ist Auslegungssache – doch Fakt ist, dass Album so gleichermaßen griffig wie charmant und zugänglich klingt.

Als wäre all das nicht genug, gibt es da auch noch etwas anderes – die Leistung der einzelnen Mitglieder nämlich, die den positiven Gesamteindruck erst ermöglicht. Speziell was Kai Hansen hier an der Gitarre zaubert, ist bemerkenswert – vor allem Power Metaller der alten Schule werden hier voll auf ihre Kosten kommen. Die Soli-Passagen hätten jedenfalls nicht furioser ausfallen können, und auch im Rhythmus-Bereich sieht es sehr gut aus. Am Schlagzeug hört man dann Thomas Stauch – der ebenfalls hervorragend abliefert und mit einem vergleichsweise variablen, niemals künstlich wirkenden Drumming überzeugt. Und über den Leadsänger Piet Sielck braucht man indes nicht viel zu sagen – außer, dass seine Stimme einzigartig ist und seine Darbietung hier keine Wünsche offen lässt.

Bleibt die Frage, ob das Debütalbum von IRON SAVIOR überhaupt irgendetwas negatives mit sich bringt. Tatsächlich gibt es diesbezüglich nichts großartiges zu vermelden – mit Ausnahme von ein oder zwei Kleinigkeiten, über die man insgesamt aber hinwegsehen kann. Beispielsweise ist der Bass (übrigens gespielt von Dirk Schlächter) kaum zu hören, beziehungsweise geht er in den flotten Kompositionen mit einem sehr präsenten Piet Sielck eher unter. Und obwohl es gut ist, dass mit Titel Nummer 6 (BREAK IT UP) auch mal ein deutlich ruhigerer Titel folgt; irgendwann muss man ja auch einmal durchatmen in Anbetracht der zahlreichen Uptempo-Hymnen – bietet gerade diese Halb-Ballade keine wirklichen Anreize, öfter zu ihr zurückzukehren. Doch ist das wie gesagt ein Tropfen auf dem heißen Stein – ein Album wie dieses sollte man nicht verpassen.

Absolute Anspieltipps: Alle


90button

„Ein in so gut wie jeder Hinsicht überzeugendes Debüt.“

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