Metal-CD-Review: ANDRE MATOS – Mentalize (2009)

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Alben-Titel: Mentalize
Künstler / Band: Andre Matos (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 26. September 2009
Land: Brasilien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Azul Music

Alben-Lineup:

Andre Matos – Vocals, Piano
Andre Hernandes – Guitars
Hugo Mariutti – Guitars
Luís Mariutti – Bass
Eloy Casagrande – Drums
Fabio Ribeiro – Keyboards

Track-Liste:

1. Leading On (05:08)
2. I Will Return (05:10)
3. Someone Else (05:47)
4. Shift the Night Away (04:58)
5. Back to You (04:14)
6. Mentalize (04:05)
7. The Myriad (05:08)
8. When the Sun Cried Out (04:39)
9. Mirror of Me (04:15)
10. Violence (04:59)
11. A Lapse in Time (02:42)
12. Power Stream (04:13)
13. Don’t Despair (05:08)

Zeit für etwas verrücktes.

Es fällt einstweilen nicht ganz leicht, den Brasilianer Andre Matos in eine gedankliche Schublade zu stecken. Zwar war er am großen Aufstieg von ANGRA maßgeblich beteiligt, doch als es so richtig krachte hielt schon Edu Falaschi (ALMAH) das Gesangszepter in der Hand. Mit seiner neuen Band SHAMAN sorgte er immerhin für ein faszinierendes Debütalbum (RITUAL, Review) – doch nach einem weiteren Studiowerk war für ihn auch dort schon wieder Schluss. Was also hätte man Matos raten können, wenn er weiterhin Musik produzieren; sich aber nicht mehr reinreden lassen wollte ? Richtig, die Gründung einer weiteren Band – und im besten Fall sogar einer, die den eigenen Namen trägt. Genau das ist im Falle von ANDRE MATOS 2006 geschehen – wobei das Debütalbum TIME TO BE FREE (Review) noch mit höchst gemischten Gefühlen zu betrachten war und ist. In Bezug auf das zweite Werk aus der versierten brasilianischen Power Metal-Schmiede aber hatte sich dann etwas getan: MENTALIZE kommt nicht nur mit einem eher ungewöhnlichen Cover-Artwork daher, sondern auch mit einem wenn man so will perfektionierten Sound.

Dabei ist vor allem eines interessant respektive bemerkenswert: Andre Matos scheint sich regelrecht zu einem brasilianischen Tobias Sammet entwickelt zu haben. Einem, der sich nicht unbedingt nach der Facón von EDGUY inszeniert – wohl aber in einer ähnlichen Manier wie AVANTASIA. In Anbetracht von MENTALIZE werden einem die Parallelen jedenfalls direkt auffallen – zumal das Album wesentlich opulenter und vielfältiger daherkommt als sein Vorgänger. Im Detail bedeutet das: die Mixtur aus eher balladesken und härteren progressiven Elementen ist nach wie vor gegeben, doch dieses Mal fällt die Hintergrundkulisse weitaus wuchtiger, komplexer und sicher auch angenehmer aus. Alle Instrumente bekommen nun den nötigen Spielraum, stimmige Chöre peppen das Ganze auf und sorgen für eine gewisse Dramatik. Analog dazu scheint sich auch Andre Matos selbst weiterentwickelt zu haben: während man auf dem Debüt noch das Gefühl hatte, als würde er weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleiben und sich zudem übertrieben rau inszenieren; scheint er auf MENTALIZE endlich angekommen. So variabel, kraftvoll und selbst in den explizit balladesken Momenten überzeugend klang er jedenfalls schon lange nicht mehr.

Und so ist MENTALIZE vor allem eines geworden: eine überraschende und überraschend gute Metal-Oper aus Brasilien. Seien es frische Stampfer wie der Opener LEADING ON, Gitarren-intensive Power-Prog Nummern wie SHIFT THE NIGHT AWAY, eine gar nicht mal schlechte Ballade namens BACK TO YOU oder aber Epen wie WHEN THE SUN CRIED OUT – die Mischung ist ausgewogen, die Wirkungskraft und wenn man so will die Effektivität der einzelnen Nummern enorm. Aber auch wenn die Abwechslung enorm ist und hier so gut wie kein Titel dem anderen gelicht, hat man das Gefühl als würden die 13 Titel doch zusammenhängen – und ein großes Ganzes ergeben. Gründe, einzelne Nummern zu überspringen gibt es demnach nicht wirklich. Es werden lediglich ein paar mehr Durchläufe von Nöten sein, um in den  vollen Genuss dieses vergleichsweise komplexen und in jeder Hinsicht reichhaltigen Werkes zu kommen – dann aber steht dem Hörgenuss a’la ANDRE MATOS nichts mehr im Weg.

Absolute Anspieltipps: LEADING ON, SHIFT THE NIGHT AWAY, MENTALIZE, WHEN THE SUN CRIED OUT, POWERSTREAM


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„Matos erstmals auch Solo in voller Stärke.“

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