Metal-CD-Review: ANDRE MATOS – Time To Be Free (2007)

andre-matos-time-to-be-free_500

Alben-Titel: Time To Be Free
Künstler / Band: Andre Matos (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 22. August 2007
Land: Brasilien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Avalon

Alben-Lineup:

Hugo Mariutti – Guitars, Keyboards, FX
Fabio Ribeiro – Keyboards, Hammond, Theremin
Rafael Rosa – Drums
Luís Mariutti – Bass
Andre Hernandes – Guitars
Andre Matos – Vocals, Piano, Orchestral Arrangements

Track-Liste:

1. Menuett (00:48)
2. Letting Go (06:04)
3. Rio (06:00)
4. Remember Why (05:55)
5. How Long (Unleashed Away) (04:50)
6. Looking Back (04:56)
7. Face the End (05:12)
8. Time to Be Free (08:33)
9. Rescue (05:58)
10. A New Moonlight (08:57)
11. Endeavour (07:02)

Der Sprenger der Ketten.

Wahrlich – sich die Geschichte oder eher die Diskografie des brasilianischen Musikers Andre Matos zu erschließen, gleicht einer kleinen Mammutaufgabe. Zumindest, wenn man gewillt ist seinen kompletten bisherigen Werdegang nicht nur auf dem Papier vorzufinden – sondern ihn auch zu verstehen. An dieser Stelle sollen jedoch die gröbsten Fakten reichen. Seine Karriere begonnen hatte Andre Matos bei VIPER – erlangte jedoch erst im Rahmen seiner Tätigkeit bei ANGRA größere Aufmerksamkeit. Um die Jahrtausendwende folgte dann der Schock: nach gerade einmal drei Studioalben verließ er die Band, machte Platz für Edu Falaschi – und gründete mit zwei weiteren Ex-Angra Mitgliedern SHAMAN. Doch offenbar reichten ihm auch die so gewonnen Freiheiten nicht – 2005 war schon wieder Schluss; SHAMAN machten mit ihrem neuen Leadsänger Thiago Banchi weiter. Und so erfolgte kurze Zeit darauf die Gründung von ANDRE MATOS – einer Band mit Namen des Künstlers selbst; was ihm nun endgültig erlauben sollte das zu tun, was er möchte.

Und so erschien 2007 das Debütalbum – welches passenderweise auf den Namen TIME TO BE FREE getauft wurde. Mit 11 Titeln gespickt und von einem selbstbewussten Cover-Artwork geschmückt, macht es in etwa da weiter wo Matos bei SHAMAN aufgehört hatte – mit einem einstweilen gravierenden Unterschied. Schließlich sind die eigentlichen musikalischen Ursprünge des Künstlers kaum noch aus TIME TO BE FREE herauszuhören. Stattdessen hält ein deutlich moderner Anstrich Einzug, der einstweilen frappierend an das Schaffen der deutschen Kollegen von EDGUY erinnert – selbst die Stimmfarbe von Matos selbst scheint sich diesbezüglich angepasst zu haben. Hierbei handelt es sich jedoch eher um eine Feststellung denn um ein vorwegnehmendes Urteil – das ist folglich aus anderen Elementen und Eindrücken zu gewinnen ist. Weitaus ärgerlicher als etwaige Parallelen zu anderen Bands ist schließlich, dass es der hier präsentierten Musik schlicht deutlich an Kraft und Ausdrucksstärke fehlt – trotz des auch mal angezogenen Tempos (LETTING GO) oder einer zusätzlichen Portion Härte (RIO).

Sicher; handwerklich ist das Ganze allemal solide, die Gitarren und speziell das Schlagzeug sorgen für sich betrachtet für eine theoretisch anständige Soundkulisse. Doch der insgesamt eher; man nenne ihn einmal kratzig-kraftlose Eindruck von Andre Matos als Leadsänger und die fehlende Energie führen nun einmal dazu, dass potentiell starke Nummern wie REMEMBER WHY fast vollständig in Luft aufgehen. Immerhin, man kann sie sich anhören – was bei den balladesk angehauchten Titeln wie LOOKING BACK, FACE THE END oder dem merkwürdig experimentellen A NEW MOONLIGHT schon wesentlich schwerer fällt. Schlicht, da Matos‘ Stimme hier einfach nicht transportiert, was eventuell angedacht war – und auch die Refrains alles andere als gelungen ausgefallen sind.

Schlussendlich: auf der Haben-Seite verbucht TIME TO BE FREE rundum solide Leistungen der einzelnen Mitglieder an den Instrumenten, den ein oder anderen interessanten Instrumental-Part, eine wuchtige Produktion und eine gewisse musikalische Abwechslung. Das ist schon einmal nicht schlecht, doch gibt es eben auch eine Gegenseite. Hier finden sich dann hauptsächlich zwei Dinge: der insgesamt eher gewöhnungsbedürftiger Leadgesang sowie das Fehlen von wirklichen Highlights oder Alleinstellungsmerkmalen, die dieses Release wirklich von anderen unterscheiden würde.

Absolute Anspieltipps: LETTING GO, RIO, ENDEAVOUR


70button

„Nicht übel, aber: ein markanter Befreiungsschlag klingt anders.“

Advertisements

Zögert bitte nicht, einen Kommentar zu hinterlassen.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s