Metal-CD-Review: SHAMAN – Origins (2010)

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Alben-Titel: Origins
Künstler / Band: Shaman (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 23. Juni 2010
Land: Brasilien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Scarlet Records

Alben-Lineup:

Thiago Bianchi – Vocals
Léo Mancini – Guitars
Fernando Quesada – Bass
Ricardo Confessori – Drums, Percussion

Track-Liste:

1. Origins (The Day I Died) (00:59)
2. Lethal Awakening (03:38)
3. Inferno Veil (05:20)
4. Ego Pt. 1 (02:19)
5. Ego Pt. 2 (04:59)
6. Finally Home (05:50)
7. Rising Up Your Life (03:36)
8. No Mind (04:10)
9. Blind Messiah (05:40)
10. S.S.D. (Signed, Sealed and Delivered) (05:50)

Verleugne niemals deine Ursprünge.

Das Power Metal-Jahr 2010 war zweifelsohne ein spannendes – unter anderem auch, da sich die Brasilianer von SHAMAN relativ unerwartet zurückmeldeten. Im Gepäck hatten sie aber nicht nur ihr neues, mittlerweile viertes Studioalbum ORIGINS – sondern auch eine höchst ungewöhnliche und markant-steinige Bandgeschichte. Gerade das steigerte die Spannung und verursachte merkwürdiges ein Spiel der Erwartungen seitens der Hörerschaft, denn: wie würde die einst von Andre Matos angeführte Band nun, und speziell nach dem eher enttäuschenden IMMORTAL (Review) klingen ? Auf dem hatte der neue Leadsänger Thiago Bianchi seinen Band-Einstand gegeben – allerdings keinen besonders glorreichen, was mehrere Gründe hatte. Dass er indes nicht per se ein schlechter Sänger ist, zeigt sich bei einem Blick auf seine anderen Bands – oder aber auch, und das ist das interessante; bei einem genaueren Hinhören in Bezug auf ORIGINS. Hier macht er schon eine wesentlich bessere Figur: seine hohen Gesangslagen (die nun spärlicher eingesetzt werden) klingen nun wesentlich versierter und verträglicher, in den balladesken Momenten transportiert er durchaus glaubwürdige Emotionen. Und gerade das war auf dem Vorgänger IMMORTAL ein echtes Problem.

Aber auch davon unabhängig zeigt sich: eine Band kann schlechte respektive schwierige, und hoffentlich auch immer wieder positive Zeiten durchleben; was sich in jedem Fall auch auf die entsprechenden Releases auswirkt. Ob man nun will oder nicht – die Berg- und Talfahrt von SHAMAN ist jedenfalls ein markanter Hinweis darauf. Sicher war das in der Band schlummernde Potential schon immer enorm, doch bisher konnte man es nur auf dem grandiosen RITUAL vollständig ausschöpfen, doch was danach folgte war eher zu vernachlässigen. Vielleicht wurde der Band alles schlicht etwas zu viel – der Erfolg des quasi-großen Bruders ANGRA, der Ausstieg von Andre Matos, die Eingewöhnung des neuen Leadsängers, stilistische Grundfragen… eine Zeit, die mit Blick auf ORIGINS offenbar überwunden werden konnte. Und auch wenn sich jene im Titel erwähnten Ursprünge nicht wirklich auf den ursprünglichen Sound der Band beziehen – das heißt, die schiere Größe eines RITUAL – kann das vierte SHAMAN-Album endlich wieder rundum überzeugen. Denn eines hatte die Band definitiv zurückgewonnen: die Kraft; oder eher die Energie und Spielfreude der früheren Tage.

So hört man ORIGINS direkt an, dass sich die Band offenbar wieder wohlfühlte: bereits der Opener LETHAL AWAKENING überzeugt mit seinen variablen Riffs, dem mitreißenden Refrain und dem hervorragenden Soli-Part. Ebenfalls erwähnenswert erscheint, dass auch die Keyboard-Elemente wieder deutlich stilsicherer klingen – die befremdlich-elektronischen und modernen Klänge des Vorgängers sind passé. Aber auch die symphonische Komponente, die zuvor noch arg deplatziert wirkte kommt nun wieder voll zum Tragen – ein Stampfer wie INFERNO VEIL lebt erst von seiner abwechslungsreichen und perfekt ausbalancierten Hintergrundkulisse. So richtig legen SHAMAN dann aber in ihren beiden EGO-Teilen los – hier kann man problemlos von einem kleinen Meisterwerk innerhalb eines überraschend atmosphärischen Alben-Kosmos sprechen.

Ein Kosmos, der auch endlich wieder mit einigen eher speziellen Sound-Elementen aufwartet – die man so in Europa nicht auf die Lauscher bekommen wird. Die Einzigartigkeit, respektive die hörbare Tatsache dass SHAMAN aus Brasilien stammen; unterstreicht jedenfalls die positive Gesamtwirkung des Albums. Und es geht weiter, denn wo man auch sucht – explizite Schwächen lassen sich keine entdecken. FINALLY HOME ist eine überzeugende Halb-Ballade mit einem stampfenden Rhythmus und interessanten Instrumentalpart, RISING UP TO LIFE ist mit das emotionalste Stück Musik was SHAMAN je produziert haben – mit einem gleich dahinter folgenden SIGNED, SEALED AND DELIVERED (man beachte nur einmal den grandiosen instrumentalen Ausklang). Wie man es auch dreht und wendet: ORIGINS ist somit eine wahre Wohltat für die Ohren – speziell natürlich nach dem zu vergessenden Vorgänger IMMORTAL, aber auch davon unabhängig.

Absolute Anspieltipps: LETHAL AWAKENING, EGO PT I, EGO PT II, FINALLY HOME, RISING UP TO LIFE


90button

„Besser als erwartet – viel besser.“

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