Metal-CD-Review: SHAMAN – Ritual (2002)

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Alben-Titel: Ritual
Künstler / Band: Shaman (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 02. August 2002
Land: Brasilien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Universal Music Group

Alben-Lineup:

Andre Matos – Vocals
Hugo Mariutti – Guitars
Luís Mariutti – Bass
Ricardo Confessori – Drums

Track-Liste:

1. Ancient Winds (04:17)
2. Here I Am (05:59)
3. Distant Thunder (06:22)
4. For Tomorrow (06:16)
5. Time Will Come (05:33)
6. Over Your Head (06:35)
7. Fairy Tale (06:58)
8. Blind Spell (04:34)
9. Ritual (06:36)
10. Pride (04:09)

Definitiv kein Kind von Traurigkeit.

Ob im Bereich des Power Metal oder anderswo – wenn Mitglieder aus irgendwelchen Gründen aus einer Band aussteigen, gibt einem das meist zu denken. Ganz unabhängig davon, wie lange das jeweilige Mitglied schon bei der Band war – oder ob es Sicht des Künstlers, der dazugehörigen Band oder gar des Hörers notwendig erschien. Doch gibt es auch Fälle, wo man erst gar nicht geneigt ist weiter nachzubohren – wie auch im Falle von Andre Matos, der die ersten drei ANGRA-Alben gesanglich begleitet und damit sicher nicht unerheblich zur Erfolgsgeschichte der Brasilianer beigetragen hat. Unglaublicher- und interessanterweise hat sein Ausscheiden im Jahre 2000 aber nur gutes nach sich gezogen, auch wenn das im ersten Moment merkwürdig klingt. Aber: ANGRA liefen unter ihrem neuen Leadsänger Edu Falaschi endgültig zur Höchstform auf, und Andre Matos gründete kurzerhand eine eigene vielversprechende Band – passenderweise mit zwei weiteren Ex-Mitgliedern von ANGRA. Die Stunde von SHAMAN war gekommen – einer Band, die mit dem Rückenwind der Erfahrungen bei ANGRA ein großes Potential an den Tag legte und im Jahre 2002 ihr erstes Studioalbum RITUAL präsentierte.

Band-Name und Alben-Titel sind in diesem Fall auch kein Zufall: Andre Matos machte keinen Hehl aus seiner (ohnehin respektablen) Vergangenheit bei ANGRA und wollte sich bei niemanden anbiedern. Und so ist auch RITUAL eines jener Power Metal-Alben geworden, welches man unter vielen wiedererkennt – und dem man dank seines vergleichsweise speziellen Sounds stets anhört, dass es nicht aus dem europäischen Raum kommt. Was gut ist, und die besondere Position von SHAMAN unterstützt. Wie genau das Album klingt, ist indes nicht ganz leicht zu beschreiben – sicher träfe man es am ehesten, wenn man von einem im wahrsten Sinne des Wortes mystischen Genre-Album spricht. Doch ob Andre Matos nun tatsächlich ein neues Genre erfunden hat oder nicht – RITUAL ist in jedem Fall ein ganz besonderes Stück Musik geworden, dass den augenscheinlich fatalen Bruch des Leadsängers mit ANGRA ins absolut positive verkehrt hat. Und das ist zweifelsohne eine Seltenheit – denn wie oft sieht man regelrecht ausgestoßene Sänger, die die eigene musikalische Vergangenheit fortan als Misserfolg werten und sich stilistisch komplett neu ausrichten ?

Das war und ist bei SHAMAN nun einmal nicht der Fall, glücklicherweise – sodass RITUAL von einer ureigenen Atmosphäre, einem mehr als soliden Handwerk und nicht zuletzt einem wenn man so will gereiften Andre Matos lebt. Schließlich klingt seine Stimme hier nun deutlich rauer und auch energetischer als auf den vorherigen ANGRA-Alben – wobei sich gleichzeitig seine Variabilität gesteigert hat. Und das ist ein Eindruck, der wohl perfekt zum Konzept des Albums passt. Langweilig wird es schließlich nie – die Mischung aus direkt zündenden, explosiven Hymnen a’la HERE I AM oder PRIDE (übrigens mit einer Gast-Performance von Tobias Sammet), hervorragend-melodischen Stampfern wie DISTANT THUNDER oder TIME WILL COME sowie schlicht absolut einzigartigen Nummern wie FOR TOMORROW oder BLIND SPELL geht auf. Selbst das rein instrumentale, überaus atmosphärische Intro möchte man nicht skippen (wohl auch, da es von niemand geringerem als Miro stammt) – und vermeintlich eher balladeske Titel wie OVER YOUR HEAD oder FAIRY TALE halten so manche Kraft-Explosion parat. Der einzige Nachteil, wobei man nicht wirklich von einem sprechen kann ist; dass RITUAL eventuell ein paar Extra-Durchläufe braucht um sich zu entfalten respektive vollständig zu zünden – dann aber kommt man so richtig in den Genuss von SHAMAN.

Absolute Anspieltipps: Alle


95button

„Der Wahnsinn – eine Sternstunde des brasilianischen Power Metal.“

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